So erkennst du eine seriöse Linkbuilding-Agentur!

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Fabian Auler hat bereits in einem Artikel vor Abzockern in der SEO-Branche gewarnt und gezeigt, wie man eine gute SEO-Agentur erkennt. Heute möchte ich etwas konkreter werden und dir zeigen, was eine seriöse Linkbuilding-Agentur ausmacht und welche Dinge du unbedingt einfordern solltest. Über die Notwendigkeit von Links möchte ich an dieser Stelle nicht philosophieren. Schließlich soll es keine Grundsatz-Diskussion werden, aber einige spannende Insights und Ratschläge bekommst du in jedem Fall von mir.

Bad Neighbourhood – Drum prüfe, wer sich ewig bindet!

Werfe einen Blick in die ausgehende Linkstruktur. Alle Sirenen müssen leuchten, wenn du auf der Seite PPP-Links findest. Bildquelle: Cinestock / Cinestock

Die Preise für Backlinks mit hohen SIs und unter exklusiver Vermarktung steigen kontinuierlich an. Für 1.000 Euro gibt es schon längst keine vier bis fünf, sondern ein bis zwei Backlinks. Zu diesen Preisen sollte die linkgebende Seite genauer geprüft werden.

Die PPP-Branche schwimmt (PPP = Porn Pills Poker) nur so in Geld und akzeptiert fast jeden Preis für einen Backlink. Sie buchen die Listen der Agenturen rauf und runter und ich muss es wissen, schließlich hatten wir mit 15.000 Seiten im Portfolio wahrscheinlich eine der längsten Listen in diesem Bereich.

Bevor einer der vorgeschlagen Links gebucht wird, solltest du die ausgehenden Links der Website prüfen. Sobald sich darauf zum Beispiel Casino-Links befinden, würde ich einen großen Umweg um diese Seite gehen.

Screenshot: Mit Hilfe von Ahrefs lässt sich schnell prüfen, ob eine Domain ausgehende Erotik-, Casino- oder Sportwettenlinks besitzt. Im Beispiel wurden drei externe Casinolinks gefunden.

Die Linkprofile der PPP-Vergleichsseiten sind sehr ähnlich. Teilweise sogar erschreckend identisch. Für Google sind solche Muster einfach zu erkennen. Wenn der große Knall kommt, möchtest du von dieser Seite keinen Link haben. Damit du dein Geld nicht zum Fenster rauswirfst. Am besten sagst du deiner betreuenden Agentur, dass du solche Links nicht möchtest.

Bist du schon länger Webmaster? Falls „Ja“ überspringe bitte diesen Absatz. Falls „Nein“ möchte ich dir kurz erklären, was es mit der schlechten Nachbarschaft auf sich hat.

In Fürth steigen die Mieten. Gleichzeitig sind in der Stadt die Straftaten um 16 Prozent zurückgegangen und die Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss ist zwischen 2010 und 2014 um mehr als drei Prozent gesunken. In einer solchen Stadt kauft sich jeder gerne Eigentum oder wohnt zur Miete. Würde die Stadt in Mittelfranken aus sozialen Brennpunkten bestehen und anstelle von Vielfalt eine Gettoisierung erleben, würdest du es dort nicht lange aushalten. Du würdest aus deiner ehemaligen Nachbarschaft ausziehen, da die Kriminalitätsrate steigt und du dich einfach nicht mehr wohl fühlst. Im Linkbuilding ist das nicht anders. Niemand möchte in einem Atemzug mit unseriösen Webseiten genannt werden.

Bild: Casino und Sportwettenlinks soweit das Auge reicht. Solche Seiten verstoßen meistens gegen die Google Richtlinien, da die Betreiber Backlinks einkaufen. Abgesehen davon handelt es sich bei den Links um DoFollow-Verlinkungen, was generell gegen die Guidelines des Suchmaschinenriesen verstößt. Advertorials und Sponsorenlinks müssen mit dem Nofollow-Attribut versehen werden. Bildquelle: Screenshot einer Fotodatenbank

Eine seriöse Agentur…

  • … kommt deiner Bitte nach und bietet dir künftig keine Publisher mit ausgehenden PPP-Links an.

Rankings – Ohne Traffic ist alles Mist!

Ranken deine Linkbuilding-Artikel auf vorher festgelegte Keywords? Wird das Ranking überwacht? Wird bei Bedarf der gekaufte Artikel optimiert? Nein? Eigentlich schade, denn dadurch wird viel Potenzial verschenkt.

Bevor ein Artikel geschrieben wird, müssen durch die Agentur Haupt- und Nebenkeywords festgelegt werden. Nachdem der Redakteur diese sinnvoll eingebaut hat, werden die Positionsveränderungen mit Hilfe eines Keyword-Trackers überwacht. Stellt sich der gewünschte Erfolg nicht ein, wird der bestehende Artikel überarbeitet.

Wie groß die Kluft zwischen gekauften und redaktionellen Artikeln ist, zeige ich dir mit Hilfe der folgenden Bilder.

Beispiel 1

Beispiel 1 (Rankings gekaufter Artikel): Der gekaufte Artikel erreichte in sechs Monaten vier Rankings in den TOP100 bei Google. Bei dem Publisher handelt es sich um eine Regionalzeitung. Verkauft wird die Zeitung für 890 Euro.
Beispiel 1 (Rankings redaktioneller Artikel): Der hier gezeigte redaktionelle Artikel gehört zu den besser rankenden Inhalten der Zeitung. Er zeigt aber eindrucksvoll, was möglich ist. Warum also beim gekauften Artikel dieses Potential verschenken?

Beispiel 2

Beispiel 2 (Rankings gekaufter Artikel): Von den zehn erreichten Rankings hat es keines in die TOP10 geschafft. Es handelt sich um ein ITPortal mit einem SI von über zwei. Ein Artikel kostet im Verkauf knapp 600 Euro.
Beispiel 2 (Rankings redaktioneller Artikel): Die redaktionellen Artikel der Seite sind sehr kurzweilig und erreichen trotzdem deutlich bessere Positionen in den SERPs, als die gekauften Artikel.

Beispiel 3

Beispiel 3 (Rankings gekaufter Artikel): Der Artikel hat knapp 1.000 Euro gekostet und erzielte in den SERPs eine TOP100 Platzierung. Die Datenbasis von Sistrix gehört nicht zu den Größten, reicht für diesen Zweck jedoch aus. Es handelt sich um ein Wissensportal mit einem SI von über 1.
Beispiel 3 (Rankings redaktioneller Artikel): Das Wissensportal verkauft exzessiv und sehr auffällig Links. Die Abstrafung wird nicht lange auf sich warten lassen. Die redaktionellen Artikel erreichen meistens über 50 Keywords.

Ich könnte dir noch tausend weitere Beispiele für schlecht rankende Linkbuilding-Artikel geben. Bevor du jetzt auf deine Agentur schimpfst, die Schuld liegt oftmals auch beim Kunden. Zum einen werden die eigenen Vorstellungen in Ermanglung von Know-How nicht kommuniziert und zum anderen werden permanent die Preise gedrückt.

Wir sind uns glaube ich einig, dass die oben genannten Beispiele kein Traffic ziehen und das Geld zum Fenster rausgeworfen wurde.

Eine seriöse Agentur…

  • … überwacht die Rankings deiner gekauften Artikel und handelt, wenn nötig!

Content – Verändere deinen Fokus

Im Zentrum des Linkbuildings stehen der Artikel und der Publisher. Während letzteres fürstlich entlohnt wird, entfallen nur ein Bruchteil der Kosten auf den Prozess der Contenterstellung. Eigentlich unbegreiflich, denn Google wertet die Metriken zum Artikel aus und genau hier sparen die meisten Kunden.

Zunächst würde ich mich über die Fähigkeiten des Redakteurs erkundigen und mir einige Probetexte zusenden lassen. Mittlerweile schreibt jeder Texter Inhalte mit Mehrwert. Dem ist nicht so. Einen guten Artikel erkennst du nicht an der Wortzahl. Vielmehr geht es um Wortwitz, Intensivität, Strukturierung, Formulierung, Kreativität und Information.

Vor Jahren war ein Wortpreis von drei Cent pro Wort gang und gäbe. Heute sind es fünf Cent. Ein 1.000 Wörter Linkbuilding-Artikel kostet die Agentur um die 50 Euro. Damit der Redakteur nicht in Altersarmut abrutscht, dürfte er sich mehr als zwei Stunden Zeit für die Erstellung nehmen. Jetzt mal ehrlich, schreibst du in zwei Stunden richtig heißen „Scheiß“? Nein, aber genau den brauchst du, um einen Effekt in den SERPs zu erzielen. Jeder meiner Gastartikel wird in fünf bis acht Stunden geschrieben. Teilweise nehme ich mir dafür zwei Tage Zeit.

Das lohnt sich doch nicht – denkst du jetzt vielleicht. Als Unternehmer und nichts anderes bist du als Webmaster genügt es nicht mit dem Strom zu schwimmen. Du musst smarter sein! Versuche es aus, investiere in drei bis vier Artikel mehr als fünf Cent pro Wort und überprüfe anschließend die Rankings. Ich bin mir sicher, dass du vom Ergebnis überwältigt sein wirst.

Der Fokus sollte mehr auf die Inhalte liegen und nicht auf den Preis für die Veröffentlichung. Schließlich verdienen sich die Publisher dumm und dämlich.

Eine seriöse Agentur…

  • … bezahlt seine Texter vernünftig und achtet auf Qualität!

Formate – Versuche etwas Neues

Textblöcke sind uncool! Sie waren zwar noch nie hipp, aber früher haben sie wenigstens funktioniert. Der Linkbuilding-Artikel sollte durch Bulletpoints, Tabellen, Bilder, Videos, Infografiken und Cinestocks aufgelockert werden. Vom klassischen Bild aus der Stockdatenbank würde ich Abstand nehmen. Zum einen gewinnst du damit keinen Blumentopf mehr und zum anderen sind sie langweilig.

Eine Alternative stellen Cinestocks (Cinemagraphs) dar. Sie erhöhen die Verweildauer, was sich positiv auf die Rankings auswirkt und am Ende deine Website in den SERPs nach vorne bringt.

Bevor du jetzt denkst, der spinnt, denn Nutzersignale sind kein Rankingfaktor. Du hast recht, aber schaue dir die existierenden Studien zu diesem Thema an. Egal ob nun Absprungrate oder Verweildauer, die User Signals der vorderen Plätze sind einfach besser.

Eine seriöse Agentur…

  • … reichert deinen Artikel mit diversen Contentformaten an.

Fazit

Besitzen Linkbuilding-Agenturen eine Daseinsberechtigung? Daran habe ich keine Zweifel. Allerdings wandelt sich das Aufgabenfeld vom klassischen Maklergeschäft hin zum Full-Service-Geschäft. Eine gute Linkbuildingagentur handelt für ihre Kunden die besten Preise aus und investiert einen Großteil des bezahlten Geldes in die Erstellung des Contents.

Ob es in der Zukunft noch Linkbuilding-Agenturen geben wird, kann ich nicht beantworten. Momentan widmen sich so viele Freiberufler und Agenturen wieder dem Thema, dass am Ende die Agentur noch am Markt ist, die sich vom reinen Maklergeschäft entfernt und anfängt für ihr Geld zu arbeiten.

Sei vorsichtig, denn Google ist längst nicht mehr von gestern und durchaus in der Lage gekaufte Links zu erkennen. Verlange von deiner Agentur Diversifikation, sonst entstehen schnell Muster und dein Projekt erhält ein Penalty.

Wenn du der Meinung bist, dass du nicht ändern möchtest, weil deine Vorgehensweise funktioniert, dann vergesse das hier geschriebene. Ich kann dir nur raten, sich nicht drauf zu verlassen, denn AVZ-Links (AVZ = Artikelverzeichnisse) haben auch mal funktioniert, als Google die Themenrelevanz nicht wichtig war. Big G wird sich weiterentwickeln und offensichtliche Manipulationsversuche ahnden. Übrigen wird gerade die Instagram-Influencer-Sau durchs Dorf getrieben. Gefühlt jeder Post wird als „Werbung“ deklariert. Kluge Anwälte werden sich dem Thema Linkbuilding mit Sicherheit auch mal annehmen.

Bleibe am Ball und schaue deiner Agentur auf die Hände, dann bist du auf der sicheren Seite.

In diesem Sinne,

Dein Martin Brosy

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