„An­de­re such­ten auch nach…“ – die Short-Click-Box er­klärt: Vor- und Nach­tei­le für SEO

Aktualisiert: 22. Mai 2026 · ca. 4 Min. Lesezeit · farbentour.de bevorzugen

Eine Goog­le-Su­che ver­folgt im­mer ein be­stimm­tes Ziel. Der User hat ein Er­geb­nis im Kopf. Pas­sen die an­ge­zeig­ten Web­sites zu sei­ner Such­in­ten­ti­on, ist al­les in Ord­nung. Falls nicht, ist der User schnell wie­der weg: Mit ei­nem Klick springt er zu­rück in die Goog­le-Such­ergeb­nis­se, um eine an­de­re Sei­te aus­zu­wäh­len. Das nennt sich Short-Click.

Dar­un­ter er­scheint häu­fig eine Box mit der Über­schrift: „An­de­re such­ten auch nach…“ mit ähn­li­chen Such­be­grif­fen. Die­ser Ar­ti­kel be­leuch­tet, was die­se Short-Click-Box für SEO be­deu­tet.

Andere suchten auch nach… Short-Click-Box Beispiel
Andere suchten auch nach… Short-Click-Box Beispiel

Was ist ein Short-Click?

Als Short-Click wird ein Klick zu­rück in die Such­ergeb­nis­sei­te von Goog­le (oder an­de­ren Such­ma­schi­nen) be­zeich­net. Das aus­ge­wähl­te Er­geb­nis brach­te nicht die ge­such­ten Ant­wor­ten.

Also hält sich der User nicht lan­ge auf der Sei­te auf: Er springt zu­rück und re­cher­chiert wei­ter.

Ge­bräuch­li­che Fach­syn­ony­me für den Short-Click sind „Re­turn-to-SERP“ und „Pogo-Sti­cking“.

Was ist die „An­de­re such­ten auch nach…“ Box bei Goog­le?

Seit 2018 bie­tet Goog­le bei der Su­che über den Desk­top-PC ein Fea­ture auf den Such­ergeb­nis­sei­ten an: User, die per Short-Click in die Such­ergeb­nis­se zu­rück­keh­ren, se­hen eine Box mit der Über­schrift „An­de­re such­ten auch nach…“ un­ter dem Tref­fer. Dort er­scheint eine Zu­sam­men­stel­lung von Links mit ver­wand­ten Such­an­fra­gen.

Die­se Box wird als „Short-Click-Box“ be­zeich­net.

Andere suchten auch nach… Short-Click-Box Beispiel
Andere suchten auch nach… Short-Click-Box Beispiel

Die „An­de­re such­ten auch nach“-Box wird heu­te nur noch sel­ten aus­ge­spielt und wur­de weit­ge­hend durch die SERP-Fea­tures „Wei­te­re Fra­gen“ (Peo­p­le Also Ask) und „Ähn­li­che Such­an­fra­gen“ ab­ge­löst.

Wenn sie er­scheint, dann nur auf der ers­ten Such­ergeb­nis­sei­te (Top 10); im Quell­text der SERP ist sie be­reits vor dem Short-Click an­ge­legt. Ihre Links sind tref­fer-in­di­vi­du­ell und un­ter­schei­den sich von den all­ge­mei­nen „Ähn­li­chen Such­an­fra­gen“ am Sei­ten­en­de.

Beispiel bei Google Ads einer Short-Click-Box

Was be­deu­ten Short-Clicks für SEO?

Short-Clicks stel­len wahr­schein­lich ein ne­ga­ti­ves Nut­zer­si­gnal dar. Sonst wür­de Goog­le die Short-Click-Box ver­mut­lich nicht ver­stärkt in den Such­ergeb­nis­sen an­zei­gen. Dass das pas­siert, zeigt: Goog­le re­gis­triert die kur­ze Ver­weil­dau­er.

Dar­um bie­tet die Such­ma­schi­ne Al­ter­na­ti­ven zu den Such­be­grif­fen an, um den User beim zwei­ten Ver­such zu­frie­den­zu­stel­len.

  • Die Ver­weil­dau­er gibt in der Re­gel Aus­kunft über die Qua­li­tät ei­ner Web­site: Wer län­ger auf ei­ner Sei­te bleibt, hat das Ge­such­te of­fen­bar ge­fun­den.
  • User, die so­fort wie­der ver­schwin­den, sind of­fen­bar mit dem In­halt der Sei­te nicht zu­frie­den.
  • Ein Short-Click be­deu­tet: Die Such­in­ten­ti­on wur­de nicht ge­trof­fen.

Nach­tei­le für Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung

Goog­le ver­folgt vor al­lem ein Ziel: die Nut­zer zu­frie­den­zu­stel­len. Denn nur zu­frie­de­ne User wer­den Goog­le wei­ter­hin als Such­ma­schi­ne ver­wen­den. Also muss Goog­le den Nut­zern die für sie op­ti­ma­len In­for­ma­tio­nen lie­fern.

Kommt es zu ei­nem Short-Click, ist ge­nau das nicht ge­lun­gen: Der User hat das Ge­such­te nicht ge­fun­den. Die Er­geb­nis­se pass­ten also nicht zu sei­ner Such­in­ten­ti­on.

Goog­le hat ein ho­hes Ei­gen­in­ter­es­se dar­an, die An­zahl Short-Clicks so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten.

Es liegt nahe, dass häu­fi­ge Short-Clicks ein Hin­weis auf eine schlech­te­re Pas­sung sein kön­nen; ein di­rek­ter, von Goog­le be­stä­tig­ter Ran­king­fak­tor sind sie je­doch nicht.

Ver­weil­dau­er und Pogo-Sti­cking sind laut Goog­le (John Mül­ler) kein di­rek­tes Ran­king­si­gnal. Der Zu­sam­men­hang Ver­weil­dau­er → Qua­li­tät → Ran­king ist da­mit eine Hy­po­the­se und kein be­stä­tig­ter Ran­king­fak­tor. Der Short-Click ist zu­dem von der Ab­sprungra­te (Boun­ce) zu un­ter­schei­den.

Grün­de für ei­nen Short-Click

Trifft eine Web­site die Such­in­ten­ti­on nicht, gibt es da­für un­ter­schied­li­che Grün­de:

  • Der In­halt ist nicht mehr ak­tu­ell.
  • Der In­halt ist nicht hoch­wer­tig ge­nug.
  • Auf der Sei­te gibt es zu viel Wer­bung.
  • Lan­ge La­de­zei­ten und eine um­ständ­li­che Be­die­nung kos­ten Nut­zer Zeit und füh­ren zu Frust.
  • La­de­zei­ten und Usa­bi­li­ty stam­men di­rekt aus der Höl­le: End­lo­ses War­ten und eine kom­pli­zier­te Me­nü­füh­rung kos­ten Zeit und Ner­ven.
  • Das De­sign wirkt nicht mehr zeit­ge­mäß.
  • Die Web­site ent­spricht nicht den Er­war­tun­gen des Users. (Mög­li­cher­wei­se passt das Con­tent-For­mat nicht. Der In­halt ist nicht ak­tu­ell, nicht an­spre­chend auf­be­rei­tet oder zu we­nig de­tail­reich.)

Wich­tig: Such­in­ten­ti­on und Con­tent soll­ten zu­sam­men­pas­sen. Es bringt nichts, eine Web­site auf ein Key­word zu op­ti­mie­ren, wenn die Web­site nicht die Er­war­tun­gen der Nut­zer trifft. Der­ar­ti­ge Ir­re­füh­run­gen for­dern ne­ga­ti­ve Nut­zer­si­gna­le ge­ra­de­zu her­aus. Ir­gend­wann kos­tet eine sol­che Ak­ti­on viel­leicht den Platz in den Top 10 der Such­ergeb­nis­se.

Wie Short-Clicks ver­mie­den wer­den kön­nen

Der wich­tigs­te He­bel ge­gen Short-Clicks ist, dem Nut­zer ge­nau die In­for­ma­tio­nen zu bie­ten, die er sucht. Dann gibt es für ihn kei­nen Grund, ab­zu­sprin­gen.

Dazu ha­ben Web­site-Be­trei­ber fol­gen­de Mög­lich­kei­ten:

  • Die Such­in­ten­ti­on der User tref­fen
  • Pas­sen­den, hoch­wer­ti­gen Con­tent an­bie­ten
  • La­de­zei­ten ver­kür­zen
  • De­sign mo­dern und zeit­ge­mäß ge­stal­ten
  • Usa­bi­li­ty op­ti­mie­ren

Wie lässt sich die Such­in­ten­ti­on der User er­mit­teln?

Der Schlüs­sel für er­folg­rei­che SEO be­steht dar­in, die Such­in­ten­ti­on der Nut­zer zu ver­ste­hen und die rich­ti­gen Er­geb­nis­se an­zu­bie­ten.

Auf der Such­in­ten­ti­on baut die ge­sam­te Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung auf. Für Goog­le steht der Nut­zer an ers­ter Stel­le.

Erst das Ver­ste­hen der Such­in­ten­ti­on macht es mög­lich,

  • die we­sent­li­chen Key­words aus­zu­wäh­len,
  • re­le­van­ten, hoch­wer­ti­gen Con­tent zu er­stel­len und
  • den Usern ech­ten Mehr­wert zu bie­ten.

Such­in­ten­tio­nen un­ter­schei­den

User ver­fol­gen un­ter­schied­li­che Ab­sich­ten mit ih­rer Such­an­fra­ge. Dar­aus er­ge­ben sich be­stimm­te Key­word-Ar­ten:

  • In­for­ma­ti­ons­ori­en­tier­te Such­an­fra­gen: Der User sucht In­for­ma­tio­nen.
  • Na­vi­ga­ti­ons­ori­en­tier­te Such­an­fra­gen: Der User möch­te eine be­stimm­te Web­site an­steu­ern oder braucht eine Weg­be­schrei­bung zu ei­nem lo­ka­len Un­ter­neh­men.
  • Trans­ak­ti­ons­ori­en­tier­te Such­an­fra­gen: Der User plant, et­was zu kau­fen.

Such­an­fra­gen ver­ste­hen

Zu Be­ginn ih­rer Su­che stel­len User ihre An­fra­ge häu­fig ge­ne­risch und un­spe­zi­fisch. Sie ver­fei­nern die Be­grif­fe nach und nach. Bei­spiels­wei­se er­gän­zen sie ein Verb oder ein Ad­jek­tiv, das ihre Ab­sicht deut­lich macht.

Erst der Blick auf so­ge­nann­te In­ten­ti­ons-Mo­di­fi­ka­to­ren ver­rät, was hin­ter ih­rer Su­che steckt:

  • Wer das Wort „Kli­ma­ge­rä­te“ in das Such­feld schreibt, hät­te ver­mut­lich gern nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Pro­dukt.
  • Bei „Kli­ma­ge­rä­te in Ol­den­burg kau­fen“ möch­te der Nut­zer ei­nen Shop in sei­ner Stadt fin­den.
  • Ein User, der „bes­tes Kli­ma­ge­rät“ sucht, möch­te Pro­duk­te ver­glei­chen und eine Aus­wahl tref­fen.

Die Zie­le des Nut­zers un­ter­schei­den sich, was an den De­tails der Such­an­fra­ge und an­hand der In­ten­ti­ons-Mo­di­fi­ka­to­ren deut­lich wird. Wer die In­ten­ti­ons-Mo­di­fi­ka­to­ren ana­ly­siert, kann In­hal­te ge­ziel­ter auf die je­wei­li­ge Ab­sicht aus­rich­ten.

Die Such­ergeb­nis­se von Goog­le sind nütz­lich, denn sie ge­ben ei­nen Ein­blick in mög­li­che Ab­sich­ten, die User ver­fol­gen. Goog­le sor­tiert die Such­ergeb­nis­se nach ih­rer Re­le­vanz für die Nut­zer: Je wei­ter oben die Web­site, des­to mehr ent­spricht sie dem User-In­ter­es­se.

In­ten­tio­nen an­hand von or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen er­mit­teln

Es spielt eine Rol­le, ob Such­an­fra­gen im Sin­gu­lar oder im Plu­ral ge­stellt sind. Die Tref­fer kön­nen sich un­ter­schei­den.

  • SERP-Funk­tio­nen ver­deut­li­chen, wo sich der Nut­zer be­fin­det. Er­schei­nen bei­spiels­wei­se vor al­lem Shop­ping-Er­geb­nis­se, ver­rät das ein kom­mer­zi­el­les In­ter­es­se.
  • „Ans­wer the Pu­blic“ ist ein kos­ten­lo­ses Tool, das zeigt, was Men­schen rund um das Key­word in­ter­es­siert.
  • An­zei­gen spie­geln eben­falls Such­in­ten­tio­nen. In der Re­gel kom­bi­nie­ren sie kom­mer­zi­el­le und emo­tio­na­le Kom­po­nen­ten.
  • Goog­le Ana­ly­tics, die Search Con­so­le und Goog­le Trends lie­fern Da­ten zum tat­säch­li­chen Such­ver­hal­ten.
  • Key­word-Re­cher­che-Tools wie der KW­Fin­der un­ter­stüt­zen die Re­cher­che.
  • Be­fra­gun­gen von An­ge­hö­ri­gen der ei­ge­nen Ziel­grup­pe ge­ben eben­falls Auf­schluss über die Be­dürf­nis­se und Ab­sich­ten

Fa­zit

Erst wenn klar ist, wer die Ziel­grup­pe ist und wel­che Ab­sich­ten sie mit dem Goo­geln ei­nes be­stimm­ten Key­words ver­folgt, lässt sich pass­ge­nau­er, hoch­wer­ti­ger Con­tent er­stel­len und op­tisch leicht les­bar und span­nend auf­be­rei­ten. Ist die Web­site op­tisch ein­la­dend? Wenn es bei der Usa­bi­li­ty und den La­de­zei­ten kei­ne Pro­ble­me gibt, sinkt die Wahr­schein­lich­keit für Short-Clicks deut­lich.

Quellen

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