SEO Grundlagen & Strategie

E-E-A-T von Goog­le: Be­deu­tung und Ein­fluss auf SEO er­klärt

Goog­le steht vor der stän­di­gen Her­aus­for­de­rung, aus ei­nem gi­gan­ti­schen Pool von Mil­lio­nen Web­sites jene her­aus­zu­fil­tern, die die höchs­te Qua­li­tät auf­wei­sen und den Such­ma­schi­nen­nut­zern so­mit am bes­ten hel­fen. Um die­se Her­aus­for­de­rung zu meis­tern, hat Goog­le ei­nen so­ge­nann­ten E-E-A-T Fil­ter ent­wi­ckelt.

Was die­ses Kon­zept ge­nau ist und wie man da­für op­ti­miert, er­fährst du al­les in die­sem Ar­ti­kel.

Kei­ne Zeit für den gan­zen Ar­ti­kel? Die 5 wich­tigs­ten Punk­te zu Goog­le E-E-A-T:

  1. Was ist E-E-A-T? Steht für Ex­pe­ri­ence, Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness – Googles Kon­zept zur Qua­li­täts­be­wer­tung von Web­sites.
  2. Kein di­rek­ter Ran­king­fak­tor – be­ein­flusst aber in­di­rekt die Ran­kings über Al­go­rith­mus-An­pas­sun­gen.
  3. Be­son­ders wich­tig für YMYL-Sei­ten – also Web­sites zu Ge­sund­heit, Fi­nan­zen oder an­de­ren le­bens­re­le­van­ten The­men.
  4. Für E-E-A-T op­ti­mie­ren – Top Ex­per­ten­in­hal­te von Fach­au­to­ren mit Au­toren­pro­fil, be­leg­ten Quel­len und re­gel­mä­ßi­gen Ak­tua­li­sie­run­gen. Dazu Back­links, Be­wer­tun­gen und fach­li­ches En­ga­ge­ment auf­bau­en.
  5. Kein schnell op­ti­mier­ba­rer Score – Glaub­wür­dig­keit und Au­to­ri­tät müs­sen lang­fris­tig auf­ge­baut wer­den.

Was ist E-E-A-T?

E-E-A-T ist ein Kon­zept, das der Such­ma­schi­ne bei der Qua­li­täts­be­ur­tei­lung von Web­sites maß­geb­lich hilft. In die­sem Ar­ti­kel er­fährst du, um was es sich da­bei ge­nau han­delt, für wel­che Web­sites die­ser Fak­tor von Be­deu­tung ist und wie ge­zielt auf E-E-A-T op­ti­miert wer­den kann.

Spä­tes­tens seit dem Core Up­date vom Au­gust 2018 ist E-A-T (2022 er­wei­tert um „Ex­pe­ri­ence“ zu E-E-A-T) bis in die brei­te Mas­se der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rer vor­ge­drun­gen. Da­mals hat Goog­le, an­ders als zum Bei­spiel bei Pen­gu­in oder Pan­da, kei­ne schlech­ten Web­sites be­straft, son­dern gute Web­sites be­lohnt. Näm­lich jene, die sie für glaub­wür­dig und ver­trau­ens­voll hielt.

Weil es zu­nächst so aus­sah, dass das Up­date nur Web­sites aus der Ge­sund­heits­bran­che be­tref­fen wür­de, wur­de es an­fäng­lich auch Me­dic Up­date ge­nannt. Eine nicht un­in­ter­es­san­te Rand­in­for­ma­ti­on, denn in der Tat spielt E-E-A-T für ei­ni­ge Bran­chen eine grö­ße­re Rol­le als für an­de­re. Be­trof­fen wa­ren je­doch alle Web­sites, die po­ten­zi­ell dazu in der Lage sind, das phy­si­sche, psy­chi­sche oder fi­nan­zi­el­le Wohl­be­fin­den ih­rer Be­su­cher zu ver­än­dern.

Wo­für steht E-E-A-T ei­gent­lich?

E-E-A-T ist ein Akro­nym, das für die fol­gen­den vier Be­grif­fe steht:

  • Ex­pe­ri­ence = prak­ti­sche Er­fah­rung
    Hat der Au­tor di­rek­te, rea­le Er­fah­run­gen auf dem Ge­biet, über das er schreibt?
  • Ex­per­ti­se = Fach­kennt­nis und Sach­ver­stand
    Über­zeugt die Web­site mit fun­dier­ten und tief­ge­hen­den In­hal­ten, die von Au­toren mit Fach­kennt­nis und Sach­ver­stand stam­men?
  • Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness = Au­to­ri­tät, Maß­geb­lich­keit und Re­pu­ta­ti­on
    Ist der Con­tent der Web­site so hoch­wer­tig, dass er zur Mei­nungs­bil­dung bei­trägt und von Drit­ten an­er­kannt wird?
  • Trust­wort­hi­ness = Ver­trau­ens­wür­dig­keit und Zu­ver­läs­sig­keit
    Kön­nen die Be­su­cher dem Con­tent und der ge­sam­ten Web­site jetzt und in Zu­kunft ver­trau­en?

Die Ab­kür­zung steht also für eine Viel­zahl an Merk­ma­len, die Goog­le da­bei hel­fen, die Qua­li­tät ei­ner Web­site ein­zu­schät­zen.

Ist E-E-A-T ein Ran­king­fak­tor?

Das wich­tigs­te Do­ku­ment im Zu­sam­men­hang mit E-E-A-T sind die Search Qua­li­ty Ra­ter Gui­de­lines von Goog­le (auch Search Qua­li­ty Eva­lua­tor Gui­de­lines ge­nannt). Das über 180 Sei­ten star­ke PDF rich­tet sich an die welt­weit rund 10.000 Qua­li­ty Ra­ters, die Goog­le be­schäf­tigt. Die Gui­de­lines ge­ben kla­re Vor­ga­ben, wie Web­pages und Web­sites zu ana­ly­sie­ren und zu be­ur­tei­len sind.

Das Akro­nym E-E-A-T kommt in dem öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Do­ku­ment sage und schrei­be 135-mal vor. Ein ziem­lich ein­deu­ti­ges In­diz da­für, wie wich­tig Ex­pe­ri­ence, Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness für die Such­ma­schi­ne sind.

Trotz­dem ist E-E-A-T kein Ran­king­fak­tor, auch wenn mit­un­ter selbst re­la­tiv be­kann­te und se­riö­se Web­sites an­de­res be­haup­ten. Im White­pa­per „Fight­ing dis­in­for­ma­ti­on across our pro­ducts“ (2019) wird grob er­klärt, wie E-E-A-T be­ur­teilt wird. Dort heißt es ein­deu­tig:

Und in ei­nem Bei­trag über die Core Up­dates in Googles Search Cen­tral Blog heißt es:

E-E-A-T ist also kein di­rek­ter Ran­king­fak­tor, hat aber durch­aus in­di­rek­ten Ein­fluss auf die Po­si­ti­on in den Such­ergeb­nis­sen. Goog­le nutzt die Er­geb­nis­se der Search Qua­li­ty Ra­ters, um dar­aus Mus­ter ab­zu­lei­ten und die Al­go­rith­men an­zu­pas­sen.

Wel­che Web­sites be­trifft E-E-A-T (be­son­ders)?

Prin­zi­pi­ell gel­ten die in den Search Qua­li­ty Ra­ter Gui­de­lines ge­nann­ten Kri­te­ri­en für alle Web­sites. Es liegt aber in der Na­tur der Sa­che, dass zum Bei­spiel Fach­wis­sen und Glaub­wür­dig­keit nicht für alle Web­sites gleich wich­tig sind. Ins­be­son­de­re Web­sites, die nicht der In­for­ma­ti­on, son­dern der Un­ter­hal­tung die­nen, müs­sen von den Ra­tern hin­sicht­lich E-E-A-T we­ni­ger scharf be­ur­teilt wer­den. Bei ei­ner Witz­sei­te ist es re­la­tiv un­er­heb­lich, wer der Au­tor ist und wie gut er sich mit der Ma­te­rie aus­kennt.

An­de­rer­seits gibt es na­tür­lich Bran­chen, in de­nen es ganz be­son­ders dar­auf an­kommt, dass die­se fun­dier­te und un­ab­hän­gi­ge In­hal­te ver­mit­teln, de­nen man be­den­ken­los ver­trau­en kann. Goog­le nennt sie YMYL-Sei­ten. YMYL steht für „Your Mo­ney Your Life“. Dar­un­ter fal­len alle Web­sites, die mög­li­cher­wei­se die per­sön­li­che Le­bens­si­tua­ti­on der Nut­zer be­ein­flus­sen könn­ten. So­wohl po­si­tiv, als auch ne­ga­tiv.

Zu den YMYL-Sei­ten zäh­len:

YMYL-Seiten
YMYL-Seiten

Die­se Web­sites be­han­deln sen­si­ble The­men­be­rei­che oder ha­ben ein er­höh­tes Ge­fah­ren­po­ten­ti­al, weil sie die per­sön­li­chen Da­ten von Nut­zern ver­ar­bei­ten. Fal­sche An­ga­ben auf ei­ner me­di­zi­ni­schen Web­site könn­ten im schlimms­ten Fall töd­lich en­den. Spe­ku­la­ti­ve An­la­ge­tipps auf ei­ner Bör­sen­sei­te zum fi­nan­zi­el­len Ruin füh­ren. Goog­le legt des­halb be­son­ders stren­ge Maß­stä­be an YMYL-Sei­ten. E-E-A-T wird hier stär­ker ge­wich­tet und hö­her ge­wer­tet.

War­um ist Goog­le E-E-A-T so wich­tig?

Goog­le ist nicht ohne Grund die Such­ma­schi­ne mit dem größ­ten Markt­an­teil welt­weit. Der Grund, war­um wir alle die­se Such­ma­schi­ne nut­zen, sind die Such­ergeb­nis­se, die un­se­re Be­dürf­nis­se ganz of­fen­sicht­lich bes­ser be­frie­di­gen als die der Kon­kur­renz.

Das obers­te Ziel der Goog­le-Su­che ist es, sei­nen Nut­zern die bes­ten Such­ergeb­nis­se zu ih­rer in­di­vi­du­el­len Such­an­fra­ge zu prä­sen­tie­ren. Denn nur so kann Goog­le sei­ne Markt­macht ver­tei­di­gen. Die Such­ma­schi­ne ist die Grund­la­ge für Googles Er­folgs­ge­schich­te, auch wenn längst nicht mehr je­des An­ge­bot et­was mit dem Kern­ge­schäft zu tun hat. Doch über die Su­che ge­ne­riert Goog­le ei­nen Groß­teil sei­ner wert­vol­len Da­ten über uns. Die bes­ten Such­ergeb­nis­se zu lie­fern ist also al­les an­de­re als eine un­ei­gen­nüt­zi­ge Wohl­tat, aber letzt­lich doch eine Win-Win-Si­tua­ti­on.

Hin­zu kommt die enor­me Ver­ant­wor­tung, die ein so welt­be­herr­schen­der Kon­zern wie Al­pha­bet hat. Die Ga­ra­gen­zei­ten sind längst vor­bei. Die Ver­brei­tung von Falsch­in­for­ma­tio­nen kann im Worst Case nicht nur in­di­vi­du­el­le Exis­ten­zen zer­stö­ren, son­dern so­gar zu glo­ba­len Ka­ta­stro­phen füh­ren. Auch das möch­te Goog­le schon im ei­ge­nen In­ter­es­se ver­hin­dern und setzt des­halb un­ter an­de­rem mit E-E-A-T dar­auf Ri­si­ken zu er­ken­nen und ein­zu­gren­zen.

Die Such­ma­schi­ne steht also stän­dig vor der Her­aus­for­de­rung, un­ter Mil­lio­nen von Web­sites jene her­aus­zu­fil­tern, die für die je­wei­li­ge Such­an­fra­ge am re­le­van­tes­ten sind. Mit Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness kann Goog­le sehr gut ein­schät­zen, wie hoch­wer­tig, si­cher und ver­läss­lich eine Web­site und ihre In­hal­te sind. E-E-A-T passt so­mit her­vor­ra­gend in die Phi­lo­so­phie von Goog­le.

Wie funk­tio­niert die Be­ur­tei­lung?

Con­tent se­man­tisch zu ver­ste­hen, stellt für Goog­le heu­te kei­ne wirk­li­che Her­aus­for­de­rung mehr dar. Sei­nen Ge­nau­ig­keits- und Wahr­heits­ge­halt zu über­prü­fen, ist für ei­nen Al­go­rith­mus al­ler­dings der­zeit noch un­mög­lich. Goog­le stützt sich des­halb auf eine Viel­zahl an Si­gna­len, die Auf­schluss über die Re­le­vanz des In­halts und die Au­to­ri­tät ei­ner Web­site ge­ben. Das zu­min­dest sagt Dan­ny Sul­li­van von Goog­le.

Gary Il­lyes, Ana­lyst bei Goog­le, sag­te we­ni­ge Wo­chen nach die­sem Tweet auf der Pub­Con in Las Ve­gas, dass die Rich­tig­keit des Cont­ents ein Ran­king­fak­tor ist, ganz be­son­ders für YMYL-Sei­ten. Das be­stä­tig­te auch Dan­ny Sul­li­van, um gleich­zei­tig noch­mals zu be­to­nen, dass das tech­nisch je­doch nicht so ein­fach mess­bar sei wie zum Bei­spiel der Page Speed.

Die Qua­li­ty Ra­ter Gui­de­lines „sa­gen nicht aus, wie der Al­go­rith­mus die Er­geb­nis­se be­wer­tet, aber sie zei­gen grund­sätz­lich, wie der Al­go­rith­mus vor­ge­hen soll­te.E-E-A-T ist des­halb in ers­ter Li­nie ein Kon­zept zur Iden­ti­fi­zie­rung qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Web­sites an­hand zahl­rei­cher un­ter­schied­li­cher Si­gna­le. Die­se Si­gna­le wer­den durch vie­le ver­schie­de­ne Baby-Al­go­rith­men ge­mes­sen, die mit den Core Up­dates in den Al­go­rith­mus ein­ge­flos­sen sind.

Weil Goog­le bei der Be­ur­tei­lung von Sach­ver­stand, Maß­geb­lich­keit und Ver­trau­ens­wür­dig­keit an sei­ne tech­ni­schen Gren­zen ge­rät, spie­len die Search Qua­li­ty Ra­ters (auch Search Qua­li­ty Eva­lua­tors) eine her­aus­ra­gen­de Rol­le. Ihre Auf­ga­be ist es Web­sites nach in den Gui­de­lines klar de­fi­nier­ten Qua­li­täts­kri­te­ri­en zu be­ur­tei­len, von de­nen E-E-A-T ei­ner aber nicht der ein­zi­ge ist.

Nach der Ana­ly­se stuft der Qua­li­ty Ra­ter jede Web­site in eine der fol­gen­den Qua­li­täts­klas­sen ein (Over­all Page Qua­li­ty Ra­ting):

Hig­hest Qua­li­ty

▲ High+ Qua­li­ty

High Qua­li­ty

► Me­di­um+ Qua­li­ty

Me­di­um Qua­li­ty

▼ Low+ Qua­li­ty

Low Qua­li­ty

Lo­west+ Qua­li­ty

Lo­west Qua­li­ty

Goog­le legt in den Gui­de­lines – auch mit Bei­spie­len – aus­führ­lich dar, was eine Web­site der je­wei­li­gen Qua­li­täts­stu­fe cha­rak­te­ri­siert. Dar­aus kön­nen Web­mas­ter und SEOs, aber bei­spiels­wei­se auch Web­de­si­gner, Web­ent­wick­ler und Tex­ter, jede Men­ge ler­nen. Das Do­ku­ment ge­hört des­halb zur Pflicht­lek­tü­re für alle, die ei­nen Bei­trag zu gu­ten und er­folg­rei­chen Web­sites leis­ten wol­len.

Was hat Ein­fluss auf E-E-A-T?

Auch dar­über, was denn nun wirk­lich Ein­fluss auf Ex­pe­ri­ence, Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness hat, ge­ben die Gui­de­lines Aus­kunft. Der wich­tigs­te Ein­fluss­fak­tor ist wie so oft der Con­tent, ge­nau­er ge­sagt der Main Con­tent (MC).

Bei YMYL-Sei­ten sind ins­be­son­de­re die Rich­tig­keit, Voll­stän­dig­keit und Ver­ständ­lich­keit des Main Cont­ents aus­schlag­ge­bend.

Vom MC ab­ge­grenzt wird Sup­ple­men­ta­ry Con­tent, der „zu ei­ner gu­ten Be­nut­zer­er­fah­rung auf der Sei­te bei­trägt, aber der Sei­te nicht di­rekt hilft, ih­ren Zweck zu er­rei­chen.“ Goog­le be­tont, dass SC eben­falls wich­tig ist, weil er ei­ner Sei­te hel­fen kann, ih­ren Zweck bes­ser zu er­rei­chen und zum Ge­samt­erleb­nis bei­trägt.

Au­ßer­dem wer­den Ad­ver­ti­se­ments/Mo­ne­tiza­ti­on (Ads) ab­ge­grenzt. Wo­bei Goog­le an­gibt, dass das „Vor­han­den­sein oder Feh­len von An­zei­gen an sich kein Grund für eine hohe oder nied­ri­ge Qua­li­täts­be­wer­tung ist. Ohne Wer­bung und Mo­ne­ta­ri­sie­rung könn­ten ei­ni­ge Web­sites nicht exis­tie­ren, da die Pfle­ge ei­ner Web­site und die Er­stel­lung hoch­wer­ti­ger In­hal­te Geld kos­tet.“

Al­les an­de­re wäre auch ver­wun­der­lich, wenn man be­denkt, dass Goog­le bei vie­len An­zei­gen kräf­tig mit­ver­dient. Wer es bei der Wer­bung je­doch über­treibt oder nicht mehr ob­jek­tiv in­for­miert, weil er von den Wer­be­ein­nah­men zu sehr ab­hän­gig ist, ver­liert eben­falls an Glaub­wür­dig­keit und Ver­trau­en.

Letzt­lich ha­ben so­wohl Main Con­tent und Sup­ple­men­ta­ry Con­tent als auch Ad­ver­ti­se­ments/Mo­ne­tiza­ti­on Ein­fluss auf E-E-A-T. Ihr Ein­fluss wird al­ler­dings un­ter­schied­lich ge­wich­tet.

Op­ti­mie­rungs­tipps

Nach­dem wir uns nun aus­gie­big da­mit be­schäf­tigt ha­ben, was Goog­le un­ter Ex­pe­ri­ence, Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness ver­steht, wel­che Web­sites es be­son­ders be­trifft und wie es ana­ly­siert wird, drän­gen sich ei­ni­ge Op­ti­mie­rungs­maß­nah­men schon ganz von selbst auf.

An­de­re las­sen sich ab­lei­ten, wenn man sich die Ge­win­ner und Ver­lie­rer der letz­ten Core Up­dates und ihre Web­sites ge­nau­er an­schaut, so wie es Lily Ray für eine nicht re­prä­sen­ta­ti­ve Stu­die ge­tan hat.

Op­ti­mie­rung von Ex­pe­ri­ence

  • Ech­te er­fah­rungs­ba­sier­te In­hal­te wie Fall­stu­di­en oder Pra­xis­be­rich­te in­te­grie­ren.
  • Mul­ti­me­dia-In­hal­te wie Vi­de­os, Bil­der oder In­fo­gra­fi­ken ein­bin­den.
  • User Ge­ne­ra­ted Con­tent von ech­ten Nut­zern (z.B. Be­wer­tun­gen, Er­fah­rungs­be­rich­te) für die Er­stel­lung neu­er In­hal­te nut­zen.
  • Fach­ar­ti­kel mit ei­ge­nen Pra­xis­er­fah­run­gen er­gän­zen.
  • Tes­ti­mo­ni­als und Suc­cess Sto­ries ver­öf­fent­li­chen.
  • In­ter­ak­ti­ve Tools oder Pro­dukt­si­mu­la­tio­nen an­bie­ten.
  • Kla­re Kon­takt- und Sup­port­mög­lich­kei­ten an­bie­ten.
  • Au­then­ti­sche, nicht ge­ne­ri­sche Bil­der ver­wen­den.
  • Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen in rea­len Si­tua­tio­nen zei­gen.
  • Nut­zer-Feed­back zur kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rung ein­be­zie­hen.

Op­ti­mie­rung von Ex­per­ti­se

  • Ge­ra­de im YMYL-Sek­tor soll­ten sich Web­sites auf ein kon­kre­tes The­men­feld fo­kus­sie­ren statt The­men­viel­falt (The­men­sa­lat) an­zu­bie­ten.
  • Es soll­te ge­nü­gend the­men­re­le­van­ter Con­tent auf der ei­ge­nen Web­site vor­han­den sein – ein paar Ar­ti­kel rei­chen ein­fach nicht aus.
  • Main Con­tent für YMYL-The­ma soll­te stets von Ex­per­ten mit Sach­ver­stand er­stellt wer­den.
  • Main Con­tent soll­te gründ­lich re­cher­chiert, fak­ten­ba­siert und ob­jek­tiv sein. Da­bei soll­ten im Sin­ne des Ho­lis­mus ver­schie­de­ne Aspek­te ei­nes The­mas be­trach­tet wer­den, da­mit der Le­ser sich am Ende selbst eine Mei­nung bil­den kann. Dazu tra­gen zum Bei­spiel Pro- und Kon­tra-Ar­gu­men­te, The­sen, An­ti­the­sen, Syn­the­sen, Fak­ten­checks und Zu­sam­men­fas­sun­gen bei.
  • Es soll­ten mög­lichst alle in­halt­li­chen Aus­sa­gen nach­voll­zieh­bar mit Quel­len be­legt und Fak­ten durch Ex­per­ten­aus­sa­gen ge­stützt wer­den. Ex­ter­ne Links auf an­de­re re­nom­mier­te Web­sites sind da­bei nicht von Nach­teil.
  • Bei je­dem Ar­ti­kel soll­te der Au­tor min­des­tens na­ment­lich ge­nannt wer­den. Bes­ser ist eine Au­toren­be­schrei­bung, die auf die Ex­per­ti­se des Ver­fas­sers ein­geht. Das schafft nicht nur Ver­trau­en bei Goog­le, son­dern auch beim Le­ser.
  • Je sen­si­bler das The­ma der Web­site, des­to sinn­vol­ler sind aus­führ­li­che Au­toren­pro­fi­le auf ei­ge­nen Sei­ten, auf die aus der Au­toren­box un­ter dem Ar­ti­kel ver­linkt wird. Dort soll­te mög­lichst aus­führ­lich auf all das ein­ge­gan­gen wer­den, was den Au­tor zum Ex­per­ten macht: Bio­gra­fie, Aus­bil­dung, Ti­tel, Be­rufs­er­fah­rung, Lehr­auf­trä­ge, Kun­den- und Ar­beits­re­fe­ren­zen, Aus­zeich­nun­gen, etc.
  • Eine et­was schlan­ke­re Al­ter­na­ti­ve ist die Re­dak­ti­ons­sei­te, auf der die Au­toren vor­ge­stellt wer­den.
  • Je mehr Men­schen an der In­halts­er­stel­lung be­tei­ligt sind, des­to sinn­vol­ler sind ein­heit­li­che und ver­bind­li­che Re­dak­ti­ons­richt­li­ni­en, die für alle gel­ten. Sie trans­pa­rent auf der Web­site zu kom­mu­ni­zie­ren ist ein kla­rer Plus­punkt.
  • Bei be­son­ders sen­si­blen The­men­be­rei­chen soll­te auf User Ge­ne­ra­ted Con­tent lie­ber ver­zich­tet wer­den, da sei­ne Rich­tig­keit nicht ge­währ­leis­tet wer­den kann.
  • Auch wenn der In­halt von Fach­au­to­ren stammt, soll­te er im­mer in leicht ver­ständ­li­cher Spra­che ver­fasst wer­den. Fremd­wör­ter und Fach­aus­drü­cke müs­sen er­klärt wer­den.
  • Leicht ver­ständ­lich be­deu­tet nicht flap­sig: For­ma­le Spra­che stei­gert das An­se­hen des Cont­ents.
  • Es scha­det nicht sei­nen Le­sern und da­mit auch Goog­le klar zu ma­chen, wie viel Ar­beit (z. B. Re­cher­che­auf­wand) in ei­nem Ar­ti­kel steckt.
  • In­hal­te soll­ten re­gel­mä­ßig über­prüft, ak­tua­li­siert und er­wei­tert wer­den. Die­se Op­ti­mie­run­gen soll­ten er­sicht­lich sein, in­dem zum Bei­spiel ein Ak­tua­li­sie­rungs­da­tum an­ge­ge­ben wird.

Op­ti­mie­rung von Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness

  • Er­wäh­nun­gen und Back­links sind der stärks­te Boos­ter für Au­to­ri­tät, Maß­geb­lich­keit und Re­pu­ta­ti­on. Sie sind umso wert­vol­ler, je an­ge­se­he­ner ihre Quel­le ist. Er­wäh­nun­gen und Back­links be­kommt man aber nur durch her­aus­ra­gen­de Ex­per­ten­in­hal­te, die ei­nen ech­ten Mehr­wert bie­ten.
  • Wäh­rend Back­links vor al­lem von Goog­le re­gis­triert wer­den, fal­len gute Be­wer­tun­gen auch den In­ter­net­nut­zern ins Auge. Da­für kön­nen nicht nur Be­wer­tungs­platt­for­men ge­nutzt wer­den. Mit Plug­ins las­sen sich recht ein­fach Funk­tio­nen in­te­grie­ren, die es den Kon­su­men­ten er­mög­li­chen, den Con­tent di­rekt zu be­wer­ten. Zum Bei­spiel ei­nen Ar­ti­kel.
  • Fach­li­ches En­ga­ge­ment stärkt die ei­ge­ne Au­to­ri­tät. Das kann on­line, zum Bei­spiel durch das Schrei­ben von Gast­ar­ti­kel und die Be­tei­li­gung an Fo­ren­dis­kus­sio­nen, aber auch off­line, zum Bei­spiel als Buch­au­tor, Do­zent, Re­fe­rent oder Spea­k­er, er­fol­gen.
  • Der Glanz an­de­rer Ex­per­ten strahlt im­mer auch auf die ei­ge­ne Web­site ab. Ex­per­ten für Gast­bei­trä­ge oder In­ter­views ein­zu­la­den macht sich des­halb be­zahlt. Doch Vor­sicht: Selbst kei­ne Ah­nung vom ei­ge­nen The­men­feld zu ha­ben und sich dann ein­fach ei­nen Ex­per­ten „mie­ten“ zu wol­len, funk­tio­niert so ein­fach nicht.
  • Goog­le greift gern auf Wi­ki­pe­dia zu­rück. Ein ei­ge­ner Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel löst ei­nen mas­si­ven Re­pu­ta­ti­ons­schub aus.

Op­ti­mie­rung von Trust­wort­hi­ness

  • Ein Im­pres­sum und Kon­takt­in­for­ma­tio­nen ge­hö­ren zu den Ba­sics, da­mit eine Web­site zu­min­dest ver­trau­ens­voll wirkt.
  • On­line­shops und an­de­re Web­sites, auf de­nen Da­ten – ins­be­son­de­re Zah­lungs­da­ten – über­mit­telt wer­den, müs­sen eine ver­schlüs­sel­te Da­ten­über­tra­gung (HTTPS) und si­che­re Zah­lungs­mög­lich­kei­ten an­bie­ten.
  • Tex­te mit feh­ler­frei­er Or­tho­gra­fie und Gram­ma­tik strah­len Se­rio­si­tät aus.
  • Kei­ne fal­sche Be­schei­den­heit: Aus­zeich­nun­gen, Sie­gel, Ver­bands­mit­glied­schaf­ten und Co. dür­fen wer­be­wirk­sam auf der Web­site prä­sen­tiert wer­den. Aber bit­te kei­ne un­se­riö­sen Fan­ta­sie­sie­gel aus der Stock­da­ten­bank.
  • Wer­bung jeg­li­cher Art soll­te klar ge­kenn­zeich­net wer­den. Af­fi­lia­te-Links, Wer­be­sprü­che, Ver­kaufs­ver­spre­chen und Calls-to-Ac­tion müs­sen de­zent ein­ge­setzt wer­den. Sie sind auf YMYL-Sei­ten eher kon­tra­pro­duk­tiv.
  • Klar for­mu­lier­te und öf­fent­lich zu­gäng­li­che Wer­be- und Spon­so­ring-Richt­li­ni­en si­gna­li­sie­ren Trans­pa­renz, ver­spre­chen Ob­jek­ti­vi­tät und schaf­fen da­durch eben­falls Ver­trau­en.
  • In­ter­es­sens­kon­flik­te jeg­li­cher Art soll­ten ver­mie­den wer­den.
  • Mar­ken ge­nie­ßen grö­ße­res Ver­trau­en als No-Names, wes­halb ak­ti­ves Brand Buil­ding be­trie­ben wer­den soll­te.

Für die Op­ti­mie­rung ist es wich­tig zu ver­ste­hen, dass Ex­per­ti­se, Aut­ho­ri­ta­ti­ve­ness und Trust­wort­hi­ness nicht nur für die Web­site, son­dern auch für den Au­tor bzw. die Au­toren gel­ten. Denn ohne Ver­trau­en in die Pro­du­zen­ten ist kein Ver­trau­en in den In­halt mög­lich. Des­halb gilt es im­mer bei­de Di­men­sio­nen im Auge zu be­hal­ten.

E-E-A-T und SEO

E-E-A-T ak­tu­ell: KI, HCU und neue Si­gna­le

Mit dem Hel­pful Con­tent Up­date (März 2024 in den Core Al­go­rith­mus in­te­griert) hat Goog­le die Qua­li­täts­prü­fung wei­ter ver­schärft – vor al­lem mit Blick auf KI-ge­ne­rier­te In­hal­te. Für E-E-A-T be­deu­tet das ak­tu­ell:

  • Ech­te, de­mons­trier­ba­re Er­fah­rung wird wich­ti­ger. Ei­ge­ne Fo­tos, ei­ge­ne Da­ten, ei­ge­ne An­ek­do­ten ma­chen den Un­ter­schied ge­gen­über ge­ne­ri­schem KI-Text.
  • Trans­pa­renz beim Ein­satz von KI: Wenn KI als Schreib­hil­fe dient, soll­te das ge­kenn­zeich­net wer­den – in­klu­si­ve Hin­weis auf mensch­li­che Prü­fung.
  • Site Re­pu­ta­ti­on Ab­u­se Po­li­cy (März 2024): Gro­ße Do­mains, die frem­den Dritt­con­tent un­ter ih­rem Na­men ver­öf­fent­li­chen, kön­nen ab­ge­straft wer­den. E-E-A-T gilt am ge­sam­ten Do­main-Auf­tritt.
  • Aut­hor Sche­ma (sche­ma.org/Per­son) wird re­le­van­ter – struk­tu­rier­te Da­ten zum Au­tor hel­fen Goog­le, Ex­per­ti­se ein­deu­tig zu­zu­ord­nen.
  • Brand-Such­vo­lu­men und un­ver­link­te Mar­ken­er­wäh­nun­gen wer­den als zu­sätz­li­che Ver­trau­ens­si­gna­le ge­wer­tet.

Mer­ke:

E-E-A-T ent­schei­det in­zwi­schen mit, ob In­hal­te in den AI Over­views von Goog­le zi­tiert wer­den. Laut ei­ner Ana­ly­se von Wel­lows (2.400 aus­ge­wer­te­te AI-Over­view-Zi­tie­run­gen) wer­den Sei­ten mit star­ken E-E-A-T-Si­gna­len 2,3-mal häu­fi­ger als Quel­le ein­ge­bun­den. Das be­deu­tet: Wer für klas­si­sche Ran­kings op­ti­miert, er­höht gleich­zei­tig die Chan­ce, in AI Over­views zu er­schei­nen – eine se­pa­ra­te ‚KI-SEO-Stra­te­gie‘ ist nicht nö­tig.

Fa­zit: E-E-A-T ist kein Ran­king­fak­tor, aber nicht zu un­ter­schät­zen

E-E-A-T ist in al­ler Mun­de und wird in Zu­kunft wei­ter an Be­deu­tung ge­win­nen. Die wich­tigs­ten Lear­nings auf ei­nen Blick:

  1. E-E-A-T ist kein di­rek­ter, wohl aber ein in­di­rek­ter Ran­king­fak­tor.
  2. Es gibt kei­nen E-E-A-T Score.
  3. E-E-A-T ist nicht für alle Web­sites gleich wich­tig.
  4. E-E-A-T hilft Goog­le da­bei, hilf­rei­che Such­ergeb­nis­se zu prä­sen­tie­ren und sei­ne Markt­an­tei­le zu ver­tei­di­gen.
  5. Die Op­ti­mie­rung auf E-E-A-T führt nicht zu ei­nem di­rek­ten Boost in den Ran­kings. Es braucht Zeit ex­zel­len­te In­hal­te zu re­cher­chie­ren und zu er­stel­len, sich ei­nen Ex­per­ten­sta­tus zu er­ar­bei­ten und Ver­trau­en auf­zu­bau­en.
  6. E-E-A-T kann nicht mal eben schnell kor­ri­giert wer­den. Da­für be­nö­tigt man Res­sour­cen und Ge­duld. Ein­mal ver­lo­re­nes Ver­trau­en ist müh­sam zu­rück­zu­ge­win­nen.

Die Kon­zen­tra­ti­on auf E-E-A-T ist kein Er­satz für tech­ni­sches SEO oder an­de­re SEO-Maß­nah­men. Es ist zu­sätz­li­che Ar­beit, die sich aber lang­fris­tig be­zahlt macht.

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