KI-Score: Wie Google KI-generierte Texte erkennen könnte
Der Begriff KI Score bezieht sich auf eine mutmaßliche Bewertungsmetrik, die Google laut geleakter interner Dokumente einsetzt oder einsetzen könnte, um den Anteil und die Qualität von KI-generierten Inhalten auf einer Website zu bewerten.
Ziel ist es, Massen-KI-Content, der keine redaktionelle Nachbearbeitung erfahren hat, algorithmisch zu erkennen und in der Sichtbarkeit einzuschränken.
Hintergrund
Im Jahr 2024 geriet Google unter Druck, da zahlreiche Nischenseiten automatisiert und in großen Mengen Inhalte durch Künstliche Intelligenz (KI) generierten. Diese Praxis führte zu einem Überangebot qualitativ minderwertiger Inhalte im Index.
Laut einer Untersuchung von rund 79.000 (überwiegend informationsorientierten) Websites erhielten etwa 1,9 % eine manuelle Maßnahme; ein hoher KI-Anteil korrelierte dabei auffällig mit diesen Maßnahmen (Korrelation, keine belegte Kausalität).
Was ist der KI Score?
Der KI Score ist laut den geleakten Dokumenten ein hypothetischer Bewertungsmechanismus, den Google verwenden könnte, um Webseiten mit hohem KI-Anteil zu identifizieren. Es handelt sich dabei mutmaßlich um einen seitenweiten Bewertungswert, der auf Basis mehrerer Untermetriken berechnet wird.
Zu den potenziellen Bestandteilen dieses Scores gehören:
1. Normalized Site Rank (NSR)
Der Normalized Site Rank beschreibt, wie eine Website im Vergleich zu anderen Seiten derselben Branche abschneidet. Die Bewertung stützt sich laut den Leak-Dokumenten stark auf Nutzerverhalten, wobei ein Teil der Signale offenbar aus dem Chrome-Browser stammen könnte.
In den Wert fließen mehrere Verhaltensdaten ein: die Klickrate auf das eigene Ergebnis im Vergleich zu den übrigen Treffern, die Verweildauer auf der Seite und die Frage, wie schnell Nutzer wieder zur Suche zurückkehren. Dazu kommen Interaktionen wie Scrollen und Klicken sowie klassische UX-Faktoren – Seitenstruktur, Navigation, mobile Darstellung. Ergänzt wird das Ganze durch einen übergreifenden Vertrauenswert für die Domain, der in etwa der Domain Authority bekannter Tools entspricht.
Wichtig ist die Normalisierung: Die Seite wird gegen Wettbewerber aus derselben Nische gestellt, nicht gegen das gesamte Web. Google kann so einschätzen, ob eine Website für Nutzer tatsächlich hilfreich ist oder ob sie vor allem Inhalte in Masse produziert. Auffällig viele neue Seiten ohne erkennbare Nutzerbindung wirken sich negativ aus.
2. Site Authority
Die Site Authority misst, wie etabliert und vertrauenswürdig eine Domain wirkt – eine Art Reputationswert, der teilweise aus den NSR-Daten abgeleitet wird, aber zusätzliche Signale einbezieht.
Dazu zählen Qualität und Originalität der Inhalte, ein gleichbleibendes Niveau über alle Seiten hinweg (sitewide quality), Backlinks aus vertrauenswürdigen Quellen sowie Markenbekanntheit und andere Brand-Signale. Manipulative Muster und Spam-Signale ziehen den Wert nach unten.
Eine hohe Autorität führt in der Regel zu besseren Rankings, weil Google der Domain grundsätzlich mehr zutraut. Wer auf einer bislang hochwertigen Seite plötzlich KI-generierten Massencontent veröffentlicht, riskiert genau diesen Vertrauensvorschuss.
3. Effort Score
Der Effort Score bewertet den Aufwand, der in die Erstellung eines Inhalts geflossen ist. Laut den Leaks wird dieser Aufwand algorithmisch geschätzt, unter anderem mithilfe eines KI-Modells.
Bewertet werden das Content-Design mit Absätzen, Zwischenüberschriften und Lesefluss, die erkennbare Recherchetiefe inklusive nachvollziehbarer Quellen sowie die Scannbarkeit durch Aufzählungen, Infoboxen und Tabellen. Auch Multimedia-Elemente wie Bilder, Videos und Audios spielen hinein, ebenso die Lesbarkeit und Klarheit der Sprache. Ein weiterer Faktor sind Aktivitäten nach der Veröffentlichung: Ob ein Text später überarbeitet und ergänzt wurde, lässt sich messen.
Ein einmal veröffentlichter und danach ignorierter Artikel schneidet hier schlecht ab. KI-Inhalte ohne redaktionelle Nachbearbeitung dürften besonders deutlich verlieren.
4. Content Scores
Hinter den Content Scores steckt eine Gruppe einzelner Bewertungen, die sich direkt auf Text, Bild und Video beziehen und jeweils eigene Untermetriken mitbringen.
Der Title Match Score prüft, ob der Text hält, was der Titel verspricht – Clickbait wird abgewertet. Quality Click Signals erfassen, wie häufig Nutzer zurück zur Suche springen und ob die Seite als hilfreich wahrgenommen wird. Bei Medien fließen Auflösung und Relevanz von Bildern und Videos ein, und über die semantische Übereinstimmung wird geprüft, ob der Inhalt zu den tatsächlichen Suchanfragen passt.
Diese Gruppe ist stark nutzerzentriert: Je genauer der Content die Erwartung der Besucher trifft, desto besser die Bewertung.
5. Clutter Score
Der Clutter Score erfasst, wie überladen eine Seite aufgebaut ist – vor allem mit Blick auf Werbung, Pop-ups und andere Elemente, die den Zugang zum Inhalt erschweren.
Negativ wirken Pop-ups, die sich schwer schließen lassen, viel Werbung oberhalb des Sichtbereichs, automatisch startende Videos und unstrukturierte Layouts. Eine aufgeräumte, mobilfreundliche Seite erhöht dagegen die Zufriedenheit der Nutzer und wird entsprechend belohnt.
6. Spam Scores
Die Spam Scores sollen manipulative oder minderwertige Inhalte algorithmisch erkennen und bestehen aus mehreren Teilmetriken.
Der Gibberish Score erfasst inhaltsleere oder automatisiert erzeugte Texte ohne Aussagekraft. Der Spam Wort Score achtet auf Keyword-Stuffing, also die übermäßige Wiederholung von Hauptbegriffen. Dazu kommen Prüfungen auf doppelte Inhalte, die wiederverwertete oder kopierte Textblöcke aufdecken.
Gerade KI-generierte Texte, die ohne redaktionelle Prüfung online gehen, laufen Gefahr, in diesen Bewertungen schlecht abzuschneiden.
Quellenlage und Bewertung
Die Existenz und konkrete Umsetzung eines KI Scores ist nicht offiziell von Google bestätigt. Die Informationen stammen aus geleakten Dokumenten sowie Analysen von Drittquellen, u. a. SEO Südwest, On-Page.ai und der geleakten internen API-Referenz GoogleApiContentWarehouse (keine offizielle Google-Dokumentation, sondern eine versehentlich über ein GitHub-Repository geleakte interne Referenz, im Mai 2024 von Rand Fishkin/Mike King aufgedeckt).
Zur Einordnung empfiehlt sich eine klare Trennung zwischen den im Leak belegten Signalen (siteAuthority, NSR, ClutterScore, SpamScores) und ihrer Interpretation – also der Zusammenfassung als „KI Score“ sowie der Annahme, eine KI schätze den „Effort“ ab.
Bedeutung für SEO und Content-Erstellung
Die Leaks legen nahe, dass Google zwischen KI-generierten Inhalten differenziert – Inhalte, die hochwertig sind und erkennbar redaktionell betreut wurden, werden nicht pauschal abgestraft. Der KI Score könnte somit ein zentraler Mechanismus sein, mit dem Google zwischen „Massenware“ und „Qualitäts-Content“ unterscheidet.
Quellen
- onpage.ai, Google Leak Reveals How Google REALLY Works, https://on-page.ai/pages/google-search/
- sparktoro.com, An Anonymous Source Shared Thousands of Leaked Google Search API Documents with Me; Everyone in SEO Should See Them, https://sparktoro.com/blog/an-anonymous-source-shared-thousands-of-leaked-google-search-api-documents-with-me-everyone-in-seo-should-see-them/
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