Linkbuilding & Digital PR
Schädliche Links finden und entfernen (Anleitung)
Eine Website kann im wahrsten Sinne des Wortes „krank werden“. Krank von zu vielen unnatürlichen bzw. schlechten Backlinks.
Die Auswirkungen?
Dem Patienten drohen fallende Rankings in den Suchergebnissen bei Google – oder noch schlimmer: Ein fetter Google Penalty und damit der Rauswurf aus dem Google Index … das war’s dann wohl mit der Seite?
Falsch!
Schlechte Backlinks, die das Ranking bei Google gefährden, können mit dem Disavow Tool von Google entwertet werden.
Ein paar schnelle Einträge in einigen billigen Webkatalogen rächen sich vielleicht erst nach Jahren, oder ein gemeiner Konkurrent setzt mit Absicht unnatürliche Backlinks auf deine Website. Das hat zur Folge, dass deine Seite in den Rankings fällt und dich die deines Konkurrenten überholt. Mit dem Disavow Tool von Google hast du eine Chance, diese Aktionen wieder rückgängig zu machen.
Doch eins nach dem anderen. Im folgenden Beitrag zeige ich dir:
- Wie du unnatürliche Backlinks erkennst
- Wie du herausfindest, ob das Linkprofil deiner Website schädliche Links aufweist
- Wie du diese entfernst bzw. entwerten lassen kannst
Woran du unnatürliche Backlinks erkennst
Google hat die Kriterien beim Thema Linkaufbau deutlich verschärft. Früher war oftmals derjenige auf den vorderen Plätzen bei Google, der die meisten Backlinks hat. Wo diese Backlinks herkamen war egal, allein die Masse zählte.
Dies haben sich viele Link-Spammer zu eigen gemacht und automatisierte SEO-Tools entwickelt, mit denen eine Menge Backlinks generiert wurden, ohne dass man selbst etwas dafür tun musste. Vor ein paar Jahren hat dies den allermeisten Websites noch eine gute Platzierung garantiert – mittlerweile ist Google schlauer geworden.
Google erkennt einen unnatürlichen Linkaufbau inzwischen sehr gut und darum sind unnatürliche Links so gefährlich geworden.
Bei der Überprüfung eines Links darauf, ob dieser schädlich (unnatürlich) ist oder nicht, solltest du folgende Punkte beachten:
– Ist der Link zu deiner Website themenrelevant?
Links von Websites, die nichts mit dem Thema deiner Website zu tun haben, verlinken in der Regel nicht zu dir. Warum auch?
Achte daher darauf, aus welchem Themenumfeld die Links kommen.
Beispiel: Du betreibst eine Website über Fußballschuhe und hast einen Link von einem Damenhandtaschen Blog … so ein Link ist wohl eher nicht themenrelevant, oder? ;-)
Noch schlimmer sind Links von Websites, die nicht die gleiche Sprache haben wie deine. Sollten also chinesische oder russische Websites auf deine Seite verlinken, solltest du diese Links genauer prüfen.
– Ist der Link von einer hochwertigen oder minderwertigen Website?
Die Fragen aller Fragen bei der Bewertung von Links: Ist die linkgebende Website hochwertig oder nicht?
Folgende Punkte sprechen für einen eher minderwertigen Link:
- Die Website, von der du einen Link hast, hat selbst sehr viele schlechte Backlinks und/oder einen Google Penalty (Websites mit schlechten Backlinks geben ihre negative Kraft teilweise weiter – siehe auch Bad Neighbourhood)
- Die Website ist eine Linkschleuder (die Seite hat eine große Anzahl an ausgehenden Links, wie z. B. bei vielen Webkatalogen der Fall)
- Die Website hat sehr viel Werbung (die Seite ist voller Werbebanner, Affiliate Links usw.)
- Die Website ist tot/wird nicht mehr gepflegt (der letzte aktuelle Beitrag liegt Jahre zurück)
- Die Website ist hässlich bzw. nicht modern (wenn dir das Design in den Augen wehtut, kann das bereits sehr verdächtig sein)
- SEO-Tools wie Majestic.com oder noch besser (allerdings teurer) LinkReasearchTools.com helfen dir dabei, deine Backlinks von anderen Websites zu analysieren. Dadurch lassen sich schnell schädliche SPAM-Backlinks aufdecken.
Ich habe in einem vorherigen Beitrag bereits erklärt, woran du einen guten Backlink erkennst. So gesehen musst du die Kriterien, die für einen guten Backlink sprechen, nur umkehren, um zu überprüfen ob der Backlink von geringer Qualität für deine Seite ist oder nicht. Hat deine Seite besonders viele Links von mieser Qualität, kann dies dein Ranking bei Google negativ beeinflussen.
Ob eine Seite einen Penalty von Google hat, erkennst du beispielsweise durch die Analyse des Sichtbarkeitsindex durch Sistrix (einen kostenlosen Check gibt es hier). Fällt der Graph stark ab, könnte es sich um einen Penalty handeln. Einer solchen Website hat Google das Vertrauen abgesprochen – aus dieser Quelle will bestimmt niemand einen Link haben. ;-)
– Ist der Link im Footer versteckt oder in der Sidebar?
Viele Webmaster, die Links verkaufen oder mieten, platzieren die Links ihrer Kunden in der Sidebar oder im Footer. So entstehen dann oftmals skurrile Listen, die auch Google misstrauisch werden lassen.
Beispiel: Bei einem Link zu deiner Website in so einer Sidebar sollte Vorsicht geboten sein->
– Wurde ein Artikel nur mit einem einzigen Link veröffentlicht?
Sollte die Website sehr viele Artikel veröffentlicht haben, wo in jedem Beitrag nur ein einziger ausgehender Link zu finden ist, kann das ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass hier Links verkauft werden. Da Google den Kauf/Verkauf von Links untersagt, kann es negative Auswirkungen haben, einen Link von so einer Website zu besitzen.
– Ankertext bzw. Linktext des Backlinks zu deiner Website prüfen
Ebenfalls ein guter Hinweis auf einen schädlichen Backlink ist der Linktext mit dem die Verlinkung (Ankertext) zu deiner Seite gesetzt wurde. Werden hier seltsame Begriffe wie z.B. „Viagra“ oder andere Begriffe, die absolut nicht zu deiner Website passen, verwendet, sollten deine Alarmglocken läuten. Eventuell versucht ein fieser Mitbewerber deine Seite mit Spamlinks abzuschießen.
Wie du herausfindest, ob du schlechte Backlinks im Linkprofil hast
Unter den Google Webmastertools (jetzt „Search Console“) wird dir ein Großteil deiner Backlinks angezeigt. Klicke dazu im Webmastertools Dashboard auf deine Website, dann auf „Suchanfragen“ und danach auf „Links zu Ihrer Website“. Unter „Wer erstellt die meisten Links?“ findest du alle Verlinkungen, die das Tool gefunden hat. In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du deine Webseite bei Google eintragen kannst.
Hier ist es natürlich ratsam, jeden einzelnen Link genau zu überprüfen.
Da die Search Console meiner Erfahrung nach leider nicht immer alle Links findet, empfehle ich außerdem, noch die Tools Majestic und Ahrefs zur Unterstützung bei der Linkanalyse zu verwenden. Damit lassen sich noch mehr Backlinks finden und analysieren.
Wer es einfacher haben will, sollte sich das LinkResearchTools.com (LRT) anschauen. Damit lässt sich das Linkprofil deiner Seite sehr detailliert analysieren und bewerten. Wer dieses Tool benutzt, benötigt fast keine weiteren Hilfsmittel zur Analyse, da das LinkReseachTool wirklich zu 99,9 % jeden Link findet. Natürlich ist es nie verkehrt, immer wieder mal mit anderen Tools gegenzuprüfen. Der recht hohe Preis des Tools ist hier der einzige Wermutstropfen.
Unnatürliche Backlinks entfernen bzw. entwerten lassen
Mithilfe des Disavow Tools können unnatürliche Links aus dem Backlinkprofil entwertet werden. Mit dem Tool kannst du Google praktisch sagen: „Hey Google, bitte ignoriere den Link von der Domain xyz.abc“.
Um das Tool nutzen zu können, muss du dich bei Google Webmastertools anmelden. Nachdem du dich angemeldet hast, klicke auf den folgenden Link, um zum Disavow Tool zu gelangen.
Klicke dann auf „Links für ungültig erklären“ und dann den Button „Datei auswählen“. Dort muss du dann eine txt.-Datei mit allen Links und Domains hochladen, die du für ungültig erklären möchtest.
Die Informationen in der txt.-Datei können z. B. so aussehen:
#Von diesen Domains sollen die Links von meinem Linkprofil nicht mehr berücksichtigt werden:
domain:www.spam.de
domain:www.spam1.de
domain:www.spam12.com
#Konkrete URLs, die von Google nicht gewichtet werden sollen:
http://www.spam123.net/seite-45
http://www.spam123.net/seite-46
Mit dem Symbol „#“ können Informationen, Kommentare in die txt.-Datei eingebaut werden, die für die Entwertung der Links nicht beachtet werden sollen.
Wichtiger Hinweis 1: Bevor du jetzt kopflos jeden scheinbar unnatürlichen Link entwertest, solltest du folgendes beachten: Wenn du fälschlicherweise gute Links entwerten lässt, wirst du damit dein Ranking bei Google zusätzlich abschwächen. Überprüfe daher genau, welche Links du in die .txt-Datei aufnimmst.
Wichtiger Hinweis 2: Google hat oft genug betont, dass das Disavow Tool als letztes Mittel zur Säuberung des Linkprofiles genutzt werden sollte. Es ist immer besser, die Links direkt entfernen zu lassen. Hast du beispielsweise Backlinks von irgendeiner Linkschleuder, kann es von Vorteil sein, die Betreiber direkt anzuschreiben und darum zu bitten, den Link zu entfernen. Das Disavow Tool sollte nur bei Links eingesetzt werden, die (trotz mehrfacher Aufforderung) von den Seitenbetreibern nicht entfernt wurden.
Hinweis von der Community: Auf disavowhelper.com kannst du die schädlichen Links deiner Domain eintragen und dir wird automatisch eine fertige Disavow-File bereitgestellt.
Nach welchen Kriterien bewertest du das Linkprofil deiner Website? Hast du schon einmal das Disavow Tool genutzt? Konntest du danach Verbesserungen feststellen? Wenn du diese Fragen beantworten kannst oder andere Erfahrungen gemacht hast, würde ich mich über einen Kommentar von dir sehr freuen.
-Fabian
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