Eine ausführliche SEO-Analyse deiner Website ist ein wichtiger Grundpfeiler einer jeden erfolgreichen Optimierung für die Suchmaschinen. Daher werde ich dir in diesem Beitrag zeigen, wie du deine Website richtig analysierst. Fragen und konstruktive Kritik sind im Kommentarbereich unterhalb dieses Beitrags sehr erwünscht.
Welche Punkte sind bei einer SEO-Analyse zu berücksichtigen?
Bevor du eine ausführliche SEO-Analyse durchführst, muss geklärt sein, in welchem Stadium sich dein Online-Projekt befindet. Handelt es sich um eine noch jungfräuliche Website, an der noch nie etwas mit einem SEO-Hintergedanken optimiert wurde, oder handelt es sich um ein Projekt, welches bereits mehrmals von dir, einem Freelancer oder einer SEO-Agentur „optimiert“ wurde?
Je nachdem auf welchem Optimierungsstand deine Seite ist, können einzelne Punkte im folgenden Beitrag übersprungen werden. Ich empfehle jedoch meistens eine komplette und ausführliche Analyse zu betreiben. Selbst wenn bspw. schon vor Ewigkeiten eine Keyword-Analyse gemacht wurde, kann es nie schaden, zur Sicherheit nochmal eine aktuelle Analyse durchzuführen. Bedürfnisse und Suchanfragen ändern sich immer wieder und evtl. wurde bei der ersten Analyse etwas übersehen.
Fangen wir an:
Keyword-Analyse, Zielgruppendefinition und Suchintention festlegen
Mittels einer Keyword-Analyse kannst du herausfinden, welche Suchbegriffe interessant sein könnten und welche nicht. Finde heraus, was deine Zielgruppe eingibt, welche Bedürfnisse diese haben und welche Suchanfragen ein ansprechendes Suchvolumen und eine machbare Konkurrenz aufweisen. Wie du deine Zielgruppe definieren kannst, findest du hier.
Vergiss dabei nicht, dich nie auf nur einige wenige Suchbegriffe zu konzentrieren. Google wird immer besser darin, Synonyme zu erkennen und die Ergebnisse der Nutzer werden über die personalisierte Suche sehr stark verändert. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass die Topplatzierungen zu bestimmten Keywords für deine Website einfach zu hart umkämpft sind und es besser ist, sich auf ein (wenn möglich) großes Keyword-Set inklusive Longtail-Keywords zu konzentrieren. Wie du eine ausführliche Keyword-Analyse erstellst, findest du einen Artikel auf meinem Blog.
Ebenfalls wichtig ist es, zu den wichtigen Keywords jeweils die Suchintention zu hinterfragen. Bei der SEO-Analyse deiner Website solltest du daherbei jedem für dich relevanten Suchbegriff die eigentliche Suchintention herausfinden. Wenn jemand bspw. „Swimmingpool“ eingibt ist dies ein sehr allgemeiner Begriff:
- Suchen die Leute nach großen oder kleinen Swimmingpools?
- Nach einem B2B- oder B2C-Anbieter?
- Suchen diese nach einer großen Auswahl oder eher kleinen Übersicht an Swimmingpools?
- …
Die Suchintention findest du am besten über die bereits bestehenden TOP-10-Platzierungen in der organischen Suche heraus. Welche Art von Website und welche Inhalte sind dort ganz vorne?
Nur wenn du der Zielgruppe die richtige Antwort geben kannst für die Suchanfragen, hast du auch Chancen, bei Google nach vorne zu kommen.
Rankings- und Konkurrenz-Analyse
Zu welchen Keywords hat deine Seite bereits Rankings erreicht? Bei deiner Analyse solltest du immer abfragen, wie die aktuellen Rankings der Website sind. Hier siehst du bereits schnell, zu welchen Keywords bereits erfolgreich optimiert wurde und zu welchen Keywords noch Optimierungsbedarf besteht.
Mithilfe von Sistrix oder Ahrefs kannst du die aktuellen Rankings deiner eigenen Website, aber auch die der Konkurrenz analysieren. Hier siehst du auch gleichzeitig, zu welchen Keywords deine Konkurrenz bisher optimiert hat. So kannst du von außen sehen, wie weit die Konkurrenz SEO-optimiert ist und mit deiner Seite vergleichen (siehe Bild).

SERP-Features als Sichtbarkeits-Aspekt
Klassische Sichtbarkeitswerte zeigen dir, ob deine Domain in den Top 10 steht. Genauso wichtig ist heute die Frage, in welchen SERP-Features du auftauchst:
- Featured Snippets (Antwort-Boxen ganz oben)
- People-Also-Ask (PAA, ausklappbare Fragen-Box)
- Bilder-Karussell und Bilder-Pack
- Video-Karussell (besonders YouTube)
- Knowledge Panel und Sitelinks
- Shopping-/Product-Grid (für Onlineshops)
Tools wie Sistrix oder Ahrefs zeigen dir je Keyword, welche Features Google ausspielt und ob deine Seite dort vertreten ist. Aus dieser Analyse leitest du ab, welche Inhalts- und Schema-Erweiterungen sich lohnen würden – z. B. eine FAQ-Box für PAA-Treffer oder Produktbilder mit sauberem Schema für das Shopping-Grid.
Nutzerorientierung
Überprüfe bei deiner SEO-Analyse, ob die Website für den User gemacht wurde und ob diese einfach und leicht zu verstehen ist. Innerhalb weniger Sekunden sollte jeder neue Besucher verstehen, was die besuchte Website von einem will und was sie für einen Sinn hat.
Weitere Punkte, die für ein optimales Nutzererlebnis sorgen:
- Der Seitenaufbau und die Informationsarchitektur der Website: Können alle wichtigen Inhalte der Website über das Menu und innerhalb weniger Klicks erreicht werden? Wie viele Klicks benötigt der Besucher, bis er zu verschiedenen Unterseiten kommt?
- Wird die Website optimal auf jedem Endgerät (Laptops, Smartphones usw.) dargestellt? Stichwort: Responsive Webdesign
- Wie ist die Seite strukturiert? Können Texte gut gelesen werden oder benötigt man eine Lupe?
- Erkennt der Besucher bereits auf der Startseite innerhalb von Sekunden die Thematik der Website? Helfen Bilder hier zu verdeutlichen oder verwirren diese nur?
- Sieht die Seite ansprechend aus? Passt die Farbumgebung zur Thematik (Farbgebung und Seitenpsychologie) oder wirkt die Seite lieblos?
- Gibt es einen Mehrwert für den Besucher oder ist die Seite voller Werbebanner ohne jeglichen Nutzen?
- Werden Vertrauenssignale wie Case Studies, Gütesiegel, Verbraucherbewertungen eingesetzt? (wichtig bei Shops und Dienstleistern)
- Gibt es eine „über uns“-Seite? Besonders Blogs und kleinere Dienstleister können mit dieser Seite sehr stark punkten.
Mehr zum Thema Nutzerorientierung findest du hier.
Google Analytics und Search Console
Mithilfe der Daten aus der Search Console kannst du herausfinden, ob Google Probleme mit deiner Website hat. Du solltest daher bei einer Analyse auch die Daten der Search Console berücksichtigen. Dieses Tool ist das Sprachrohr von Google an alle Webmaster. Auch kannst du den Indexierungsstand deiner Website abfragen, die Klickzahlen und teilweise die Rankings deiner Seite berücksichtigen und viele weitere nützliche Analysen mit diesem Tool machen.
Über Google Analytics trackst du die Besucher deiner Website. Hier ist bei einer SEO-Analyse besonders interessant, auf welchen Seiten besonders viel Traffic aufkommt. Auch eine Auswertung über die Verweildauer und die Absprungrate machen Sinn.
Bewertung des Contents
Leider immer noch von vielen vernachlässigt sind die Inhalte auf der Website. Der Content sollte nicht nur für Google, sondern für deine Leser geschrieben worden sein. Erst dann wird dich Google auch mit besseren Rankings belohnen. Analysiere hier die Texte u. a. auf:
Lesbarkeit
Können die Texte gut gelesen werden? Passt die Schriftgröße noch? Wird eine gut lesbare Schriftart verwendet?
Struktur
Werden die Texte durch Bilder, genügend Absätze o. ä. Stilmittel aufgelockert?
Qualität
Entsprechen die Texte der Wahrheit? Können die Texte mit einem gut recherchierten Sachtext mithalten oder handelt es sich um belanglose Werbetexte?
Duplicate Content
Sind die Texte auf der Website einzigartig oder kommen diese mehrmals auf anderen Unterseiten oder gar komplett anderen Websites vor?
Konkurrenz
Können die Texte sich gegenüber der Konkurrenz behaupten? Wie hoch ist der Informationsgehalt hier? Sind deren Texte besser in Bezug auf die Informationsdichte?
Was du beim Schreiben von vermeintlichen „SEO-Texten“ zu beachten hast, findest du hier auf meinem Blog.
Technical SEO
Ein MUSS in jeder SEO-Analyse ist die technische Bewertung der Website:
Ladezeiten
Die Ladezeiten sollten in einer jeden SEO-Analyse berücksichtigt werden. Je länger deine Seite lädt, desto schlechter für deine Besucher und deine Rankings. Mit Webpagetest.org kannst du die Ladezeiten deiner Webseite einer ausführlichen Analyse unterziehen.

Core Web Vitals (LCP, INP, CLS)
Konkret beobachtet Google heute drei Performance-Metriken als Core Web Vitals:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wann ist das größte sichtbare Element der Seite geladen? Zielwert: unter 2,5 Sekunden.
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks und Eingaben? Zielwert: unter 200 Millisekunden. INP hat im März 2024 die alte Metrik FID (First Input Delay) ersetzt.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stark verschieben sich Elemente während des Ladens? Zielwert: unter 0,1.
Die aktuellen Werte deiner Website findest du in der Search Console im Bereich „Core Web Vitals“ oder über PageSpeed Insights. Beide Quellen kombinieren Felddaten von echten Nutzern (CrUX) mit Lab-Daten – beides ist für die Analyse relevant
Server Log Files
Die Analyse der Server Log Files können darüber Aufschluss geben, wie oft der Google Crawler deine Seite besucht. Besonders bei sehr großen Websites mit sehr vielen Unterseiten können Probleme mit Rankings und der Indexierung auftreten, wenn der Google Crawler zu selten auf die Seite kommt.
Mögliche Probleme können z. B. Duplicate Content sein. Mit dem Tool Screaming Frog (Log File Analyser) kannst du die Server Log Files auslesen und bewerten.
Fehler im Quelltext
Wurde die Website bzw. das Template gut und mit nur wenigen Fehlern programmiert? Oder gibt es zahlreiche Programmierfehler, die dem Google Crawl das Leben schwermacht? Auf der Website W3.org kannst du deine Internetseite dahingehend analysieren. Bedenke, dass einige wenige Fehler kein Grund zur Panik sind ;-).
Im technischen SEO gibt es eine Vielzahl an weiteren Faktoren, die überprüft werden sollten. Diese sind z. B.
- Alternate Link-Fehler
- Canonical Link-Fehler
- Title Tag und Meta Description
- Alt-Attribute
- XML-Sitemap
- Überschriften Struktur (H1-Überschriften richtig verwendet usw.)
Alle möglichen technischen Fehler hier jetzt aufzuzählen, würde den Artikel allerdings sprengen. Zur technischen Analyse empfehle ich Tools zur Hilfe zu nehmen – bspw. Screaming Frog, Seobility.net, Audisto u. v. m.
Backlinks
Verlinkungen, auch Hyperlinks genannt, sind heutzutage immer noch super wichtig für gute Rankings bei Google. Daher ist bei jeder Analyse auch wichtig, die internen wie auch die externen Links zu analysieren.
Interne Verlinkung
Zunächst sind die internen Links auf einer Website immens wichtig, um Google und Co. zu zeigen, welche Unterseiten besonders wichtig sind und welche nicht. Wichtige LandingPages, mit denen du gute Rankings erreichen willst, sollten intensiv intern verlinkt werden, um möglichst viel Linkkraft dorthin zu verteilen. Mehr zu diesem Thema findest du im Blogbeitrag: Interne Verlinkung – warum interne Links wichtig sind.
Linkprofil OffPage-Analyse
Welche Links wurden bisher aufgebaut? Könnte es ein Verdacht auf Manipulation geben? Die Backlinks zu analysieren, gehört zu einem sehr wichtigen Bestandteil eines jeden SEO-Analyse. Wie du Backlinks bewertest, findest du ebenfalls auf dem Blog.
Brandsearch: Wie viele Menschen suchen direkt nach deiner Marke?
Die Suche nach der eigenen Marke (Brandsearch) ist ein eigener Indikator für SEO-Stärke. Eine Marke, die regelmäßig direkt eingegeben wird, signalisiert Google Vertrauen und bekommt oft besseren Trust für ihre Inhalte.
Was du in der Analyse prüfen kannst:
- Suchvolumen Brand-Keywords: Wie oft wird deine Marke (mit und ohne Branchen-Zusatz) gesucht? Mit Sistrix, Google Trends oder der Search Console (Filter „Anfragen enthält –> deinemarke“) sichtbar.
- Brand vs. Non-Brand-Traffic: Wie viel Prozent deines organischen Traffics kommt über Brand-Suchen? Ein steigender Brand-Anteil ist ein Wachstumssignal.
- Brand-Sichtbarkeit in den SERPs: Bei der Brand-Suche – stehst du dort wirklich auf Platz 1, hast du Sitelinks, ein Knowledge Panel?
- Off-SERP-Mentions: Wo wird die Marke in Foren, Social Media und Fachmedien erwähnt, auch ohne Verlinkung?
Eine starke Marke verkürzt den Weg zu guten Rankings deutlich. Brandsearch macht diesen Hebel in der Analyse messbar.
KI-Sichtbarkeit und GEO-Analyse
Die klassische SEO-Analyse endet nicht mehr bei Google-Rankings. KI-Antwort-Systeme wie Google AI Overviews, ChatGPT, Perplexity, Claude und Gemini ziehen ihre Quellen aus dem Web – und wenn deine Domain dort nicht zitiert wird, verlierst du an Sichtbarkeit, die in klassischen Sichtbarkeitskurven gar nicht auftaucht.
Was eine moderne SEO-Analyse zusätzlich prüft:
- Citations in KI-Antworten: Wird deine Domain in AI Overviews, ChatGPT-Antworten oder Perplexity zitiert? Tools wie Profound, Otterly oder Peec.AI tracken das systematisch.
- KI-Crawler-Steuerung: Sind GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended in der robots.txt erlaubt oder geblockt? Bewusste Entscheidung pro Crawler treffen.
- Antwort-Tauglichkeit der Inhalte: Sind die wichtigsten Aussagen weit oben im Text, klar formuliert und mit eindeutigen Fakten? Diese Form macht Inhalte für Sprachmodelle überhaupt erst zitierbar.
- Brand-Mentions in KI-Trainingsdaten: Wird die Marke in Quellen erwähnt, die typischerweise in KI-Trainingsdaten landen (Wikipedia, Reddit, große Fachmedien, Wikidata)?
Während sich Google-Rankings über etablierte Tools messen lassen, ist die KI-Sichtbarkeit noch weniger standardisiert. Ein regelmäßiger händischer Check der wichtigsten Themen-Prompts in den gängigen KI-Tools gehört aber inzwischen zur Pflichtaufgabe der Analyse.
Warum eine Analyse so wichtig ist
Eine ausführliche SEO-Analyse ist außerordentlich wichtig, um den aktuellen SEO-Stand einer Website zu identifizieren. Hieraus lassen sich Optimierungspotenziale entdecken und eine SEO-Strategie bzw. Roadmap erstellen.
Ohne eine sinnvolle Analyse optimierst du nur auf gut Glück deine Website und wie wir alle wissen, kann dies nicht wirklich hilfreich sein.
-Fabian
>> Unsere Checkliste für einen ausführlichen SEO-Audit findest du hier.