Abo­ve the fold – De­fi­ni­ti­on & Er­klä­rung

Aktualisiert: 22. Mai 2026 · ca. 3 Min. Lesezeit · farbentour.de bevorzugen

Als „abo­ve the fold“ wird der obers­te Be­reich ei­ner Web­sei­te be­zeich­net, den Be­su­cher se­hen, ohne dass sie scrol­len. Der Be­griff stammt aus dem Dru­cke­rei­we­sen. Hier steht „fold“ für die Falz­li­nie, die beim Fal­ten ei­ner Zei­tung ent­steht, und „abo­ve the fold“ für den Be­reich ober­halb der Falz­li­nie, der ohne Auf­fal­ten sicht­bar ist.

„Abo­ve the fold“ wird eine wich­ti­ge Rol­le bei der Web­sei­ten­ent­wick­lung zu­ge­schrie­ben. Des­halb soll­ten sich De­si­gner bzw. Web­sei­ten­ent­wick­ler ge­nau über­le­gen, wel­che In­hal­te und Ele­men­te sie hier un­ter­brin­gen. Spe­zi­ell seit Nut­zer ver­mehrt mit Mo­bil­ge­rä­ten ins In­ter­net ge­hen, va­ri­iert al­ler­dings der Be­reich ei­ner Web­sei­te, der un­mit­tel­bar sicht­bar ist, je nach End­ge­rät.

War­um „abo­ve the fold“ so wich­tig ist

Zwar ha­ben sich In­ter­net­nut­zer an das Scrol­len ge­wöhnt. Trotz­dem ge­hen Ex­per­ten da­von aus, dass „abo­ve the fold“ als ers­ter sicht­ba­rer Be­reich ei­ner Web­sei­te be­son­ders viel Auf­merk­sam­keit er­hält. Das gilt umso mehr, als Ge­duld und Auf­merk­sam­keits­span­ne von Usern in den letz­ten Jah­ren wei­ter ab­ge­nom­men ha­ben.

Des­halb gilt es vor al­lem bei Landing­pa­ges als sinn­voll,

  • in „abo­ve the fold“ zen­tra­le In­for­ma­tio­nen, USPs und Vor­tei­le zu nen­nen und gleich­zei­tig
  • Be­su­cher dazu zu ani­mie­ren, durch Scrol­len den Rest der Web­sei­te zu ent­de­cken.

Letz­te­res lässt sich auf ver­schie­de­ne Ar­ten er­rei­chen, zum Bei­spiel durch

  • Links auf In­hal­te wei­ter un­ten auf der Sei­te,
  • Spal­ten oder an­de­re Ele­men­te, die durch die Fold un­ter­bro­chen wer­den,
  • Sym­bo­le wie Pfei­le oder
  • ein In­halts­ver­zeich­nis.

Ist „abo­ve the fold“ noch re­le­vant?

In der Pra­xis ge­hö­ren abo­ve the fold vor al­lem die Ele­men­te, die den ers­ten Ein­druck prä­gen: eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Head­line, ein pas­sen­des Hero-Image, ein klar for­mu­lier­tes Wert­ver­spre­chen so­wie Ver­trau­ens­si­gna­le wie Sie­gel, Be­wer­tun­gen oder Kun­den­lo­gos. Auch eine über­sicht­li­che Na­vi­ga­ti­on soll­te ohne Scrol­len er­reich­bar sein. Die­se Ele­men­te wer­den nach ih­rer Wich­tig­keit für das Con­ver­si­on-Ziel prio­ri­siert – je re­le­van­ter eine In­for­ma­ti­on für die Ent­schei­dung des Be­su­chers ist, des­to wei­ter oben ge­hört sie.

Ob ganz oben auf ei­ner Landing­pa­ge ein Call to Ac­tion vor­han­den sein soll­te, ist um­strit­ten. Lan­ge Zeit galt dies als Best Prac­ti­ce. In­zwi­schen gibt es ver­mehrt Stim­men, die die­sen Stan­dard in Fra­ge stel­len und spe­zi­ell bei er­klä­rungs­be­dürf­ti­gen Pro­duk­ten oder Ser­vices dazu ra­ten, den CTA wei­ter un­ten zu set­zen.

Ob die Fold heu­te noch die­sel­be Be­deu­tung hat, wird seit Jah­ren dis­ku­tiert. Da Scrol­len für Nut­zer längst zur Selbst­ver­ständ­lich­keit ge­wor­den ist, zei­gen Stu­di­en zum Auf­merk­sam­keits­ver­lauf, dass auch In­hal­te un­ter­halb der Fold zu­ver­läs­sig wahr­ge­nom­men wer­den. Statt zwang­haft al­les Wich­ti­ge oben zu sta­peln, emp­fiehlt es sich da­her, oben In­ter­es­se zu we­cken und den Nut­zer ge­zielt zum Wei­ter­le­sen zu füh­ren.

Wel­che Be­deu­tung hat „abo­ve the fold“ für SEO?

Frü­her wur­de der Be­reich „abo­ve the fold“ ger­ne für Wer­be­ban­ner ver­wen­det. Seit dem Page Lay­out Al­go­rithm Up­date von Goog­le An­fang 2012 kann dies ne­ga­ti­ve Fol­gen ha­ben. Eine über­mä­ßi­ge Plat­zie­rung von Wer­bung im obers­ten Teil von Web­sei­ten bringt nun die Ge­fahr ei­ner Ab­wer­tung mit sich.

Um­ge­kehrt kön­nen sich re­le­van­te In­hal­te ganz oben auf der Sei­te in­di­rekt po­si­tiv auf das Ran­king aus­wir­ken. Im Ide­al­fall füh­ren sie zu nied­ri­ge­ren Ab­sprungra­ten und mo­ti­vie­ren Nut­zer dazu, sich län­ger auf der Web­sei­te auf­zu­hal­ten bzw. be­stimm­te Hand­lun­gen aus­zu­füh­ren.

Eine mo­der­ne SEO-Re­le­vanz von „abo­ve the fold“ er­gibt sich heu­te vor al­lem über die Core Web Vi­tals: Das größ­te oben sicht­ba­re Ele­ment – etwa ein Hero-Bild oder eine pro­mi­nen­te Über­schrift – be­stimmt in der Re­gel den Lar­gest Con­tentful Paint (LCP). Da der LCP ein of­fi­zi­el­ler Goog­le-Ran­king-Fak­tor ist, soll­ten ge­ra­de die abo­ve the fold ge­la­de­nen In­hal­te schnell und ohne Lay­out­ver­schie­bun­gen aus­ge­spielt wer­den. Wer gro­ße Bil­der oder Skrip­te im obe­ren Be­reich op­ti­miert, ver­bes­sert da­mit zu­gleich La­de­zeit und Ran­king-Chan­cen.

Abo­ve the fold VS. be­low the fold

Be­low the fold be­zieht sich auf den Teil ei­ner Web­sei­te, der erst nach dem Scrol­len sicht­bar wird, da er un­ter­halb des sicht­ba­ren Be­reichs liegt. Die­ser Be­reich ist oft län­ger als der Be­reich abo­ve the fold und kann zu­sätz­li­che In­hal­te, In­for­ma­tio­nen oder Hand­lungs­auf­for­de­run­gen ent­hal­ten.

Es ist wich­tig zu be­ach­ten, dass Be­nut­zer mög­li­cher­wei­se nicht im­mer bis zum Ende ei­ner Sei­te scrol­len und da­her wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen nicht se­hen oder ver­pas­sen kön­nen, wenn sie nur im Be­reich be­low the fold plat­ziert wer­den. Eine klu­ge Plat­zie­rung von In­hal­ten und Call-to-Ac­tion-But­tons kann je­doch dazu bei­tra­gen, dass Be­nut­zer län­ger auf der Sei­te blei­ben und die ge­wünsch­ten Ak­tio­nen durch­füh­ren.

Ei­ni­ge Un­ter­schie­de zwi­schen Abo­ve the fold und Be­low the fold:

  1. Sicht­bar­keit: Abo­ve the fold ist der sicht­ba­re Be­reich ei­ner Web­sei­te, wäh­rend Be­low the fold der Be­reich ist, der erst nach dem Scrol­len sicht­bar wird.
  2. Wich­tig­keit: Abo­ve the fold ist der Be­reich, auf den die meis­ten Be­nut­zer zu­erst ach­ten, und da­her ist es wich­tig, hier die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen und Hand­lungs­auf­for­de­run­gen zu plat­zie­ren. Be­low the fold kann zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen oder In­hal­te ent­hal­ten, die je­doch mög­li­cher­wei­se we­ni­ger wich­tig sind.
  3. Grö­ße: Der Be­reich abo­ve the fold ist in der Re­gel klei­ner als der Be­reich be­low the fold, da er nur den sicht­ba­ren Teil der Sei­te um­fasst.
  4. Lay­out: Abo­ve the fold wird oft als der Be­reich be­trach­tet, der das Lay­out und das De­sign ei­ner Web­sei­te am stärks­ten be­ein­flusst, da er den ers­ten Ein­druck auf Be­nut­zer hat. Be­low the fold kann je­doch ge­nau­so wich­tig sein, um eine kon­sis­ten­te Be­nut­zer­er­fah­rung auf­recht­zu­er­hal­ten.
  5. Con­ver­si­on-Rate: Die Plat­zie­rung von wich­ti­gen In­hal­ten und Hand­lungs­auf­for­de­run­gen im Be­reich abo­ve the fold kann dazu bei­tra­gen, die Con­ver­si­on-Rate ei­ner Web­sei­te zu ver­bes­sern, wäh­rend die Plat­zie­rung von zu­sätz­li­chen In­for­ma­tio­nen oder In­hal­ten im Be­reich be­low the fold dazu bei­tra­gen kann, Be­nut­zer län­ger auf der Sei­te zu hal­ten und ihre Auf­merk­sam­keit auf­recht­zu­er­hal­ten.

Quellen

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