Woran du eine gute SEO-Agentur erkennst und Abzocke vermeidest

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Die SEO-Szene leidet! Sie leidet unter ein paar schwarzen Schafen, deren Geschäftsmodell auf unseriösen Mitteln basiert und dabei vielen Kunden die Lust auf SEO gänzlich vergrault. Sehr zum Leidwesen vieler ehrlicher SEO-Firmen.

Ein gebrandmarkter Kunde ist meistens doppelt so vorsichtig und lässt sich für Suchmaschinenoptimierung nur noch selten begeistern.

Doch wie eine gute SEO-Agentur erkennen?

Wie eine Agentur letztendlich wirklich arbeitet, wird sich erst ab Beginn der Zusammenarbeit zeigen. Um bei der Entscheidung nicht völlig alleine zu sein, gibt es einige vertrauensbildende Maßnahmen, die bei der Auswahl helfen: wie z. B. ob die Agentur erfolgreiche Case Studies vorlegen kann, ob diese bereit sind, sich persönlich mit dem Kunden zu treffen (oder für ein längeres Telefonat bereit ist, falls die Entfernung zu weit ist) und ob eine erste kostenlose SEO-Analyse durchgeführt werden kann, um zu zeigen, wie die Agentur arbeitet.

Diese und noch viele weitere Maßnahmen, die wir im folgenden Video und Artikel vorstellen, zeigen dir, ob die Agentur eine gute ist!

Daran erkennst du eine professionelle und gute SEO-Agentur

Damit dir die Auswahl der richtigen SEO-Agentur leichter fällt, habe ich einige Punkte zusammengefasst, die für oder gegen eine Agentur sprechen können:

Feste Zusagen und falsche Versprechungen

Darauf sollten hoffentlich die wenigsten Kunden reinfallen. Eine Agentur, die Rankings verspricht (wir bringen sie nach X Zeit in die Top Ten bei Google) sollte ein weiter Bogen gemacht werden. Es können noch so gute SEOs in der Agentur arbeiten, es gibt immer nur einen begrenzten Einfluss von außen auf die Rankings bei Google. Zudem werden die Spielregeln für gute Rankings (ohne Vorankündigung natürlich) von Google stets verändert. Garantien sind somit ausgeschlossen.

Auch eine SEO-Firma, die behauptet, man habe Kontakte zu Google selbst, sei Partner o. Ä. und könne somit die Rankings versprechen, hat mit solchen Aussagen definitiv kein Vertrauen verdient.

Referenzen von Firmen

Wer kennt nicht die vielen schönen bunten Logos von bekannten Firmen auf den bekannten SEO-Agentur-Websites. Leider sollte man auch hier vorsichtig sein. Evtl. hat die Agentur nur als ein kleines Subunternehmen gearbeitet und nur minimale Aufgaben übernommen.

Hier gilt es als Kunde nachzufragen, was denn genau die Agentur für die bekannten Firmen erledigt hat. Hat die SEO-Agentur darauf keine gute Antwort, sollte man skeptisch sein …

Case Studies

Frag nach einer aktuellen Fallstudie. Viele Agenturen haben zumindest ein oder besser mehrere Case Studies zu erfolgreichen Kundenprojekten, um ihre Erfolge greifbarer zu machen. Lass dich dabei nicht von tollen Bildern und anderem Schnickschnack ablenken. Hier zählen harte Fakten wie z. B.:

  • Wurde die Sichtbarkeit erhöht?
  • Wurden der Traffic und die Klickzahlen erhöht?
  • Konnten die neuen Besucher zu Leads oder Kunden umgewandelt werden?
  • Konnte der betreute Kunde seinen Umsatz durch die Maßnahmen der SEO-Firma erhöhen?

Gute Case Studies sollte jede Agentur vorzeigen und im Detail erklären können, was umgesetzt wurde und welcher Erfolg diese Maßnahmen nach sich gezogen haben.

SEO-Qualitätszertifikat

Lass dich von deiner Entscheidung nicht zu sehr von Zertifikaten der Agentur blenden, da ein SEO-Gütesiegel noch lange nichts über die Arbeit der SEO-Firma aussagt. Zertifikate deuten darauf hin, dass hier jemand ist, der Ahnung hat. Damit ist noch lange keine Aussage darüber getroffen, ob deine Website auch kompetent betreut wird. Dazu musst du weitere Punkte, die in diesem Beitrag aufgezeigt werden, prüfen.

Mein Rat: Lass dich nicht zu sehr von irgendwelchen Qualitätszertifikaten beeinflussen!

„Schuster tragen die schlechtesten Schuhe“ – nicht bei SEO-Agenturen

Der Spruch, dass ein Schuster selbst die schlechtesten Schuhe hat, gilt in meinen Augen nicht für SEO-Agenturen.

Schließlich sollten sie ihr Handwerk können und dies auch öffentlich auf ihrer Website etwas zur Schau stellen. Neben einer ansprechenden Website kann auch ein informativer Blog mit guten Rankings, Gastbeiträgen auf anderen Websites, Recaps zu Konferenzen, downloadbare White Papers, Videos o. ä. Content-Formate darauf schließen lassen, dass hier Leute am Werk sind, die Ahnung haben.

Kaltakquise? Hier solltest du vorsichtig sein!

Kaltakquise muss nicht immer schlecht sein. Viele Unternehmen (auch namhafte) betreiben solche Taktiken. Allerdings bedeutet auch Kunden-Kaltakquise, dass du hier eine Agentur hast, die Zeit, Manpower und Geld in solche Taktiken investiert und dadurch am Ende für die eigentliche Optimierung von Websites evtl. weniger Ressourcen zur Verfügung hat.

Leider verwenden besonders die schwarzen Schafe der SEO-Branche diesen aggressiven Stil der Kundenneugewinnung, weshalb du bei einem Cold Call einer Agentur doppelt vorsichtig sein solltest. Hier gilt es abzuwägen und das Gespräch zu bewerten:

  • Wurden dir im Gespräch falsche Versprechungen gemacht (wir bringen Sie auf Platz 1 bei Google)?
  • Konnten deine Fragen zu SEO beantwortet werden (Mit welchen Maßnahmen würde die Agentur deine Website optimieren)?
  • Hat der Anrufer sich vorab intensiv mit deiner Seite beschäftigt?
  • Wird penetrant versucht, dich zu einem Vertragsabschluss zu bringen?

Wie intensiv ist die Betreuung?

Eine seriöse Agentur informiert Ihre Kunden regelmäßig über die nächsten Schritte der Optimierung der Website für die Suchmaschinen. Dabei solltest du darauf achten, einen permanenten Ansprechpartner zu haben, den du zu normalen Öffnungszeiten auch einmal anrufen kannst. Wichtig ist, dass der Ansprechpartner nicht der Praktikant oder ein Vertriebler ist, sondern der SEO-Profi ist, der gerade deine Seite betreut.

Leider höre ich immer wieder, dass Kunden sich allein gelassen gefühlt haben bei vorherigen Agenturen oder das einfach nicht regelmäßig miteinander gesprochen wurde.

Mit vielen Kunden reden wir tatsächlich wöchentlich über die nächsten Schritte und über die Abläufe. Wenn nicht telefonisch, sollte zumindest per E-Mail der Kunde wöchentlich up-to-date gehalten werden. Auch ein monatliches Meeting, um den Monatsreport zu besprechen, sollte jede normale Agentur anbieten.

Achte darauf, wie ausführlich und transparent der SEO-Report ist – wurden wichtige KPIs mit aufgenommen wie die Rankings und die Traffic-Zahlen?  Was und wie ein guter SEO-Report beinhalten sollte, kannst du hier nachlesen: nextlevelseo.de/so-sieht-ein-guter-seo-report-aus

Unverbindliches Kennenlernen möglich und erste Kostprobe erhalten?

Sitzt die Agentur in deiner Nähe, ist es oftmals nicht schlecht, sich persönlich zu treffen und sich ein Bild vom Gegenüber zu machen. Wirkt die Agentur kompetent und seriös oder will diese nur an dein Geld?

Viele Agenturen bereiten für so ein Gespräch eine kleine Erstanalyse vor – du bist also nicht frech, wenn du so eine kurze Analyse höflich einforderst. Durch so eine Analyse kannst du dir bereits einen sehr guten Eindruck machen, ob die Agentur Ahnung hat oder nicht.

Bei einem Erstgespräch kannst du auch ruhig einige Fragen stellen, um zu überprüfen wie transparent die Firma arbeitet:

  • Wie würde eine Zusammenarbeit aussehen?
  • Welche Analysen werden zuerst gemacht und wann beginnt die Umsetzung?
  • Werden die SEO-Mitarbeiter geschult und auf Weiterbildungen wie Konferenzen geschickt?
  • Welche Ergebnisse werden erwartet und wie wird der Erfolg gemessen?
  • Sind der Agentur gängige Google Updates (Google Fred usw.) bekannt und wie ist deren Einschätzung dazu?

Hier noch weitere gute Beispiel-Fragen von Google selbst, die du stellen kannst, um eine Agentur besser einschätzen zu können: support.google.com/webmasters/answer.

Stundensätze €€€ – wie viel darf es kosten?

Die Preise für Stundensätze schwanken selbstverständlich von Agentur zu Agentur. Freelancer nehmen nochmals andere Preise. Ein Durchschnittspreis hier festzulegen, ist sehr schwierig, auch wenn es scheinbar zahlreiche Umfragen zu diesem Thema in der Vergangenheit gab, darf bezweifelt werden, ob die Preise so stimmen.

Daher gebe ich hier meine persönliche Wahrnehmung und Erfahrungen an Preisen wieder: Der Stundensatz fängt in der Regel bei knapp 80 € an. Die Stundensätze können jedoch drastisch steigen, je nachdem welchen Ruf und Ansehen die Agentur bzw. der Freelancer hat und welche namhaften Kunden diese bereits betreut haben.

Bei allem, was niedriger liegt, sollte zunächst eine gesunde Portion Skepsis an den Tag gelegt werden.

Wie können deutlich niedrige Preise zustande kommen? Fallen Sonderzahlungen beim Erreichen von Zielen an, sollte doppelt Vorsicht geboten sein, da solche Agenturen häufig gegen die Google-Webmaster-Richtlinien verstoßen, um ihre Ziele zu erreichen.

Und lasse uns auf ewig binden? Stichwort: Verträge

Es ist normal, dass bei Auftragsvergabe beide Parteien (Auftraggeber und –nehmer) einen Vertrag unterschreiben. Doch Vorsicht vor zu langen Laufzeiten und undurchsichtigen Kündigungsklauseln („drei Monate vor Vertragsende, ansonsten automatische Verlängerung um – übertrieben – zehn Jahre“).

Warum will die SEO-Agentur unbedingt einen Kunden so lange an sich binden? Haben sie etwa Angst, dich schnell wieder zu verlieren? Wenn die Agentur einen guten Job macht, wird wohl kein Kunde so schnell kündigen.

Hinterfrage daher Laufzeiten und Kündigungsfristen, um kein böses Erwachen zu erleben.

Checkliste: So findest du eine gute SEO-Agentur

Ja, es gibt einige Punkte zu beachten, um eine wirklich gute SEO-Agentur zu finden. Wie die Agentur schlussendlich arbeitet und ob sie erfolgreich ist, wird  sich leider erst ab Auftragsbeginn feststellen lassen. Jedoch kannst du mit den oben genannten Punkten die schwarzen Schafe aus der Branche relativ schnell erkennen.

Weiter unten findest du unsere ausführliche Checkliste:

Checkliste
Cold Calls: Hat die SEO-Agentur über Cold Calls Akquise durchgeführt?
Werden von der SEO-Agentur Rankings versprochen?
Werden genaue Ergebnisse versprochen (so viel % mehr Kunden usw.)?
Sieht die Unternehmenswebsite vertrauenswürdig aus?
Gibt es negative Stimmen und Erfahrungsberichte zur SEO-Agentur (z. B. bei Bewertungsportalen wie Provenexpert, Foren)?
Gibt es positive Stimmen und Erfahrungsberichte zur Agentur (z. B. auf der Website, Bewertungsportale, Google Bewertungen)?
Erstanalyse: Ist die SEO-Agentur bereit eine erste Analyse über die Website zu machen?
Persönliches Treffen: Vor Ort oder via Skype (falls die Agentur zu weit weg ist) möglich?
Persönliches Treffen 2: Ist beim Gespräch auch der betreuende SEO dabei?
Persönliches Treffen 3: Werden alle Fragen im Gespärch zufriedenstellende beantwortet?
Ist klar, welchen Ansprechpartner der Kunden bei einer Betreuung haben wird? Macht dieser einen kompetenten Eindruck?
Referenzen: Kann die Agentur aktuelle Case Studies / Erfolge vorweisen und diese vorstellen?
Referenzen: Kann die Agentur aktuelle Case Studies / Erfolge aus Ihrer Branche vorweisen und diese vorstellen?
Hat die Agentur Zertifikate (wie iBusiness Siegel, BVDW usw.?)
Betreibt die Agentur einen erfolgreichen Blog und/oder werden Gastpublikationen regelmäßig veröffentlicht?
Ist SEO die ersichtliche Kernkompetenz der Agentur?
Hat die Agentur auch Kompetenzen bei verwandten Themen wie SEA und Content Marketing?
Kann die Agentur Texte für die Kunden erstellen?
Kann die Agentur Programmieraufgaben für die Kunden übernehmen?
Wirkt das Angebot transparent, es gibt keine verstecken Kosten?
Arbeitet die Agentur mit Verträgen?
Bietet die SEO-Agentur kurze Vertragslaufzeiten an? (< 1 Jahr)

Hier die Kurzversion der Checkliste mit den wichtigsten Punkten:

  • Case Studies
    Kann die Agenturen mindestens eine Case Studie vorlegen, in der sie ein erfolgreiches Kundenprojekt nachweislich optimiert haben. Kann der Erfolg mit Zahlen belegt werden (mehr Traffic, mehr Kunden, mehr Absatz usw.)?
  • Persönliches Treffen
    Kann die Agentur persönlich besucht werden oder ist man zumindest bereit für ein längeres Telefonat zum Kennenlernen (hier sollte unbedingt der SEO dabei sein, der deine Website optimieren wird)?
  • Fragen, Fragen und noch mehr Fragen
    Können all deine Fragen zum Thema SEO von der Agentur kompetent beantwortet werden oder wird nur um den heißen Brei geredet?
  • Erstes Konzept und erste kostenlose Analyse
    Wurde vorab ein erstes kleines Konzept oder eine Erstanalyse zu deiner Website angefertigt, um dir zu zeigen, wie die Agentur deine Website optimieren will? Wenn nicht, versuche so etwas einzufordern, um dir ein Bild machen zu können, was die Agentur alles optimieren will. Auch siehst du dadurch, wie transparent die SEO-Agentur arbeitet.
  • Cold Calls
    SEO-Firmen, die Kaltakquise betreiben, sind auf der mühseligen Suche nach Kunden und leider betreiben einige unseriöse Firmen diese Art des Vertriebs sehr intensiv. Daher solltest du bei Cold Calls immer vorsichtig sein.
  • Verträge
    Auch auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfristen achten. Einige sehr unseriöse Anbieter versuchen Ihre Kunden auf diese Art langfristig zu binden. Gefällt dir die Agentur nicht, kannst du diese nicht ohne weiteres kündigen.

Welche Tipps kennst Du, um eine gute SEO-Agentur zu erkennen? Poste jetzt einen Kommentar unter diesen Beitrag. Ich bin gespannt!

-Fabian

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2 Kommentare zu „Woran du eine gute SEO-Agentur erkennst und Abzocke vermeidest“

  1. Hey Fabian,

    bei einer Sache muss man vielleicht unterscheiden: Bei Google Partner Logos.

    Gut, wir wissen das als Online Marketer. Es gibt offizielle Google Partner Logos, aber halt für andere Bereiche wie z. B. Google Partner Specialized in Search Ads. Daraufhin kann man sich Google Partner schimpfen und das ist in der Hinsicht auch legitim. Für den Bereich SEO gibt es diese Partner Logos aber nicht, wie eben auch in deinem Artikel angesprochen.

    Mein Punkt dabei ist: Der Ottonormalkunde, der von SEO nicht viel Ahnung hat und Unterstützung extern einkaufen möchte, kann das nicht unterscheiden. Und auch wenn man sehr vorsichtig im Verkaufsgespräch ist, kann sich der Kunde jederzeit selbst in die Irre führen und beides unbewusst – Search Ads Partner Logo (Adwords) mit SEO – im Kopf verknüpfen.

    Schöne Grüße

    Pascal

    1. Hi Pascal,
      stimmt! Sehr guter Einwand! Deswegen habe ich im Artikel geschrieben, dass bunte Logos eher nicht überbewertet werden sollten, sondern eher das persönliche Gespräche sowie auch Case Studies usw. im Vordergrund stehen sollten.

      Viele Grüße,
      -Fabian

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