Goog­le Di­s­avow Tool An­lei­tung: So ar­bei­test du da­mit

Aktualisiert: 24. Mai 2026 · ca. 4 Min. Lesezeit

Das Goog­le Di­s­avow Tool ver­ständ­lich er­klärt - inkl. De­fi­ni­ti­on - mehr er­fah­ren im SEO Glos­sar von Far­ben­tour.

Symbol des Google Disavow Tools

Mit dem Di­s­avow Tool (di­rek­ter Link zum Goog­le Di­s­avow Tool) kön­nen Web­sei­ten­be­trei­ber Goog­le an­wei­sen, un­er­wünsch­te Links bei der Be­wer­tung ih­rer Sei­te nicht zu be­rück­sich­ti­gen. So lässt sich ver­hin­dern, dass schlech­te Back­links dem Ran­king scha­den.

Al­ler­dings ist beim Um­gang mit dem Di­s­avow Tool Vor­sicht an­ge­bracht. Denn es be­steht die Ge­fahr, dass sich die Vor­tei­le in Nach­tei­le ver­keh­ren. Ver­mei­den lässt sich dies durch eine gründ­li­che Ana­ly­se von Back­links. Au­ßer­dem rät Goog­le, zu­nächst an­de­re Mög­lich­kei­ten zu nut­zen, um un­er­wünsch­te Links zu ent­fer­nen.

Was ist das Di­s­avow Tool?

Ein­ge­führt wur­de das Goog­le Di­s­avow Tool 2012. Es ist Be­stand­teil der Goog­le Search Con­so­le (bis 2015 als „Web­mas­ter Tools“ be­zeich­net). Das Funk­ti­ons­prin­zip ist das­sel­be ge­blie­ben:

  • Nut­zer la­den eine Text­da­tei mit Sei­ten oder Do­mains hoch.
  • Goog­le er­klärt die Links von die­sen Sei­ten bzw. Do­mains auf die ei­ge­ne Sei­te für un­gül­tig. Dies kommt ei­ner Aus­zeich­nung mit no­fol­low gleich.

Dem Di­s­avow Tool zu­grun­de liegt die Tat­sa­che, dass ei­ner der wich­tigs­ten Ran­king­fak­to­ren für Goog­le Back­links sind. Da­bei han­delt es sich um Links, die auf die ei­ge­ne Sei­te füh­ren.

Kom­men die­se Links bei­spiels­wei­se von Sei­ten, die kei­nen Be­zug zur ei­ge­nen Bran­che ha­ben, oder von Spam-Sei­ten, führt dies im schlimms­ten Fall zu ei­ner Ab­stra­fung. Das Ran­king ver­schlech­tert sich.

Wer das Goog­le Di­s­avow Tool ge­schickt ein­setzt, kann das ei­ge­ne Back­link­pro­fil ver­bes­sern und Ran­king­ver­lus­ten vor­beu­gen bzw. die­se rück­gän­gig ma­chen.

Für wen ist die­ses Tool ge­eig­net?

Googles Al­go­rith­mus ent­wer­tet vie­le schlech­te Links au­to­ma­tisch, statt die Sei­te ab­zu­wer­ten. Da­mit wir­ken sie sich nicht auf das Ran­king aus. Al­ler­dings ver­gibt Goog­le nach wie vor ma­nu­el­le Maß­nah­men für be­stimm­te Back­links.

Seit Pen­gu­in 4.0 (in Echt­zeit) und Spam­Brain ent­wer­tet Goog­le die meis­ten schlech­ten Links au­to­ma­tisch, ohne die Sei­te ab­zu­wer­ten. Die meis­ten Web­sites brau­chen das Di­s­avow Tool da­her gar nicht mehr; es ist vor al­lem bei ei­ner ma­nu­el­len Maß­nah­me oder bei be­kann­ten, selbst auf­ge­bau­ten Spam-Links re­le­vant.

Goog­le selbst emp­fiehlt den Ein­satz des Tools im fol­gen­den Fall:

Web­sei­ten­be­sit­zer sind der Mei­nung, dass vie­le schlech­te Links auf ihre Sei­te ver­wei­sen und dass die­se zu ei­ner ma­nu­el­len Ab­stra­fung ge­führt ha­ben oder in Zu­kunft füh­ren wer­den.

Brau­che ich das Tool über­haupt?

Für die meis­ten Web­sites lau­tet die Ant­wort: nein. Goog­le (u. a. John Muel­ler) stellt klar, dass die Mehr­heit der Sei­ten das Di­s­avow Tool nie be­nö­tigt.

Googles Al­go­rith­men – Pen­gu­in 4.0 (in Echt­zeit) und Spam­Brain – ent­wer­ten Spam- und ma­ni­pu­la­ti­ve Links au­to­ma­tisch, ohne die ge­sam­te Sei­te ab­zu­wer­ten. Sinn­voll ist das Tool prak­tisch nur in zwei Fäl­len: bei ei­ner ma­nu­el­len Maß­nah­me we­gen un­na­tür­li­cher Links oder wenn man selbst ma­ni­pu­la­ti­ve Links auf­ge­baut (oder per Ne­ga­ti­ve SEO er­hal­ten) hat und die­se nicht ent­fer­nen kann.

Wie funk­tio­niert das Tool?

Um das Goog­le Di­s­avow Tool zu ver­wen­den, sind meh­re­re Schrit­te er­for­der­lich. Eine sorg­fäl­ti­ge Vor­be­rei­tung ist ent­schei­dend, um Feh­ler zu ver­mei­den.

Be­vor du Links ent­wer­ten kannst, musst du eine Lis­te der pro­ble­ma­ti­schen Links er­stel­len. Dazu eig­net sich ein Tool zur Back­link-Ana­ly­se wie:

  • Goog­le Search Con­so­le (un­ter „Links“ las­sen sich ein­ge­hen­de Links ein­se­hen)
  • Ah­refs oder Ma­jes­tic zur tie­fer­ge­hen­den Ana­ly­se

Da­bei soll­te ge­nau un­ter­sucht wer­den, wel­che Links tat­säch­lich schäd­lich sind. Kri­te­ri­en für schlech­te Links sind:

  • Links von ir­rele­van­ten oder nicht ver­trau­ens­wür­di­gen Sei­ten
  • Spam-Sei­ten, Link­far­men oder Sei­ten mit ver­däch­ti­gen In­hal­ten
  • Links, die of­fen­sicht­lich ge­gen Googles Richt­li­ni­en ver­sto­ßen (z. B. Link­netz­wer­ke)

Mit ei­nem Link­au­dit kannst du schlech­te Links ge­zielt fin­den und rich­tig ana­ly­sie­ren.

Mehr dazu in die­sem Vi­deo:

2. Di­s­avow-Da­tei er­stel­len

Wenn die schäd­li­chen Links iden­ti­fi­ziert wur­den, muss eine Di­s­avow-Da­tei er­stellt wer­den. Die Da­tei hat fol­gen­de An­for­de­run­gen:

  • For­mat: .txt
  • Jede Zei­le ent­hält eine URL oder eine Do­main:
  • Ein­zel­ne URLs: http://spam­sei­te.com/schlech­ter-link
  • Gan­ze Do­mains: do­main:spam­sei­te.com
  • Kom­men­ta­re be­gin­nen mit # und wer­den igno­riert

Ein Bei­spiel für eine Di­s­avow-Da­tei:

# Bei­spiel­haf­te Lis­te von schäd­li­chen Links
http://spam­sei­te.com/schlech­ter-link
http://spam­sei­te2.com/ir­gend­ein-link

# Gan­ze Do­main ent­wer­ten
do­main:spam­do­main.com

Die Di­s­avow-Da­tei muss be­stimm­te An­for­de­run­gen er­fül­len: eine rei­ne Text­da­tei mit En­dung .txt, Zei­chen­ko­die­rung UTF-8 oder 7-Bit-ASCII, ma­xi­mal 2 MB bzw. 100.000 Zei­len, ma­xi­ma­le URL-Län­ge 2.048 Zei­chen und ge­nau ein Ein­trag pro Zei­le. Ein­zel­ne Un­ter­ord­ner oder Pfad-Tei­le las­sen sich nicht ge­zielt ent­wer­ten – ent­we­der eine kon­kre­te URL oder per do­main: eine gan­ze Do­main. Kom­men­tar­zei­len be­gin­nen mit # und wer­den igno­riert.

3. Da­tei über das Di­s­avow Tool hoch­la­den

Das Di­s­avow Tool ist nicht in die nor­ma­le Na­vi­ga­ti­on der Search Con­so­le ein­ge­bun­den und lässt sich auch nicht über ei­nen Me­nü­punkt „Links für un­gül­tig er­klä­ren“ auf­ru­fen. Rufe es statt­des­sen di­rekt über die se­pa­ra­te URL search.goog­le.com/search-con­so­le/di­s­avow-links auf, wäh­le dort die Pro­per­ty aus, lade die vor­be­rei­te­te .txt-Da­tei hoch und be­stä­ti­ge.

  1. Goog­le Search Con­so­le öff­nen
  2. Zum Goog­le Di­s­avow Tool na­vi­gie­ren
  3. Die ei­ge­ne Web­sei­te aus­wäh­len
  4. Auf „Links für un­gül­tig er­klä­ren“ kli­cken
  5. Die vor­be­rei­te­te .txt-Da­tei hoch­la­den und be­stä­ti­gen
Screenshot der Upload-Oberfläche des Google Disavow Tools in der Search Consol
Abb.: https://search.google.com/search-console/disavow-links

Nach dem Hoch­la­den be­stä­tigt Goog­le den Vor­gang, aber es dau­ert oft meh­re­re Wo­chen, bis die Än­de­run­gen sicht­bar wer­den.

Wich­tig: Goog­le ent­fernt die aus­ge­wähl­ten Links nicht; es er­klärt sie le­dig­lich für un­gül­tig. Ob und wann das ge­schieht, lässt sich nur an ei­ner Än­de­rung des Ran­kings er­ken­nen.

Wich­ti­ge Hin­wei­se zur An­wen­dung

Das Goog­le Di­s­avow Tool ist ein In­stru­ment für fort­ge­schrit­te­ne User und soll­te vor­sich­tig ver­wen­det wer­den. Sonst be­steht die Ge­fahr, dass Nut­zer ver­se­hent­lich gute Links ent­fer­nen und ihr Ran­king ne­ga­tiv be­ein­flus­sen.

Ver­mei­den lässt sich dies durch fol­gen­de Maß­nah­men:

  • Goog­le rät, zu­erst den Be­sit­zer der Web­sei­te an­zu­schrei­ben, von der der un­er­wünsch­te Link aus­geht. Oft ge­nügt es, die­sen zu bit­ten, den Link zu ent­fer­nen.
  • Um Links zu be­wer­ten, eig­net sich ein Tool für die Link-Ana­ly­se. Auch wird dazu ge­ra­ten, je­den als schlecht ein­ge­stuf­ten Link ein­zeln auf Quel­le und Kon­text zu prü­fen.
  • Web­sei­ten­be­trei­ber ha­ben auch die Mög­lich­keit, Links wie­der für gül­tig zu er­klä­ren. Dazu la­den sie eine neue Text­da­tei ohne die be­tref­fen­den Links in das Goog­le Di­s­avow Tool hoch.

Eine neue Di­s­avow-Da­tei er­setzt die be­stehen­de voll­stän­dig: Beim Upload wird die zu­vor für die Pro­per­ty hin­ter­leg­te Lis­te kom­plett über­schrie­ben, nicht er­gänzt.

Wer Links wie­der gül­tig ma­chen will, lädt des­halb die voll­stän­di­ge, be­rei­nig­te Lis­te er­neut hoch – fehlt ein Ein­trag, ist sei­ne Ent­wer­tung auf­ge­ho­ben. Vor je­dem neu­en Upload soll­te die ak­tu­el­le Da­tei lo­kal ge­si­chert wer­den.

Vor dem Upload emp­fiehlt sich eine kur­ze Check­lis­te:

  • Wirk­lich nur bei ma­nu­el­ler Maß­nah­me oder be­kann­ten, selbst auf­ge­bau­ten Spam-Links han­deln.
  • Je­den Link ein­zeln auf Quel­le und Kon­text prü­fen, be­vor er auf die Lis­te kommt.
  • Im Zwei­fel zu­erst ver­su­chen, den Link beim Sei­ten­be­trei­ber ent­fer­nen zu las­sen.
  • Die fer­ti­ge Lis­te ge­gen­le­sen – eine fälsch­li­che Ent­wer­tung gu­ter, ran­king-stär­ken­der Links kann das Ran­king dau­er­haft kos­ten.
  • Die Da­tei vor dem Upload si­chern, da der Upload die alte Lis­te über­schreibt.

Zu­sam­men­fas­sung

Googles Al­go­rith­mus er­kennt schlech­te Links oft zu­ver­läs­sig und ent­wer­tet sie au­to­ma­tisch, statt die Sei­te ab­zu­wer­ten. Die meis­ten Web­sites brau­chen das Di­s­avow Tool des­halb gar nicht mehr. Re­le­vant bleibt es vor al­lem, um eine ma­nu­el­le Maß­nah­me zu be­he­ben oder selbst auf­ge­bau­te Spam-Links zu ent­wer­ten.

Ent­schei­dend ist, es spar­sam und vor­sich­tig an­zu­wen­den. So ver­mei­den Web­sei­ten­be­trei­ber ne­ga­ti­ve Kon­se­quen­zen.

Quellen

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