Pa­ge­Rank ein­fach er­klärt

Aktualisiert: 27. Mai 2026 · ca. 5 Min. Lesezeit · farbentour.de bevorzugen

Der Pa­ge­Rank (kurz PR) ist ein von den Goog­le-Grün­dern Ser­gey Brin und Lar­ry Page an der Stan­ford Uni­ver­si­ty in Ka­li­for­ni­en ent­wi­ckel­ter und 1997 zum Pa­tent an­ge­mel­de­ter Al­go­rith­mus. Auf­ga­be des Al­go­rith­mus ist die Be­wer­tung von In­ter­net­sei­ten im World Wide Web an­hand der Quan­ti­tät und Qua­li­tät ih­rer ein­ge­hen­den Links (Back­links). Googles Er­folg ist maß­geb­lich dem Pa­ge­Rank ge­schul­det, der rein quan­ti­ta­ti­ve Fak­to­ren für das Ran­king von Web­sites ab­ge­löst hat.

Was ist der PageRank

Nach­dem Goog­le die Ver­öf­fent­li­chung des Pa­ge­Rank-Wer­tes ein­ge­stellt hat, ist der Pa­ge­Rank als Ran­king­fak­tor bei­na­he in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Ent­ge­gen der viel­fa­chen An­nah­me ist er aber nicht tot, son­dern hat zu­guns­ten neu­er Ran­king­fak­to­ren le­dig­lich an Be­deu­tung und da­mit auch an Auf­merk­sam­keit ver­lo­ren. Ent­ge­gen der viel­fa­chen An­nah­me ist er aber nicht tot. Er hat zu­guns­ten neu­er Ran­king­fak­to­ren le­dig­lich an Be­deu­tung und da­mit auch an Auf­merk­sam­keit ver­lo­ren.

SEO vor dem Pa­ge­Rank

Die ers­ten Such­ma­schi­nen wa­ren ein­fach ge­strickt und so­mit auch leicht ma­ni­pu­lier­bar. Be­vor Goog­le die Web­su­che mit sei­nem in­no­va­ti­ven Al­go­rith­mus re­vo­lu­tio­nier­te, ana­ly­sier­ten Such­ma­schi­nen schlicht, wie oft die Such­phra­se (Key­word) auf ei­ner Sei­te vor­kam. Je häu­fi­ger, des­to bes­ser wur­de die Sei­te zu die­sem Such­be­griff ge­rankt.

Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung vor dem Pa­ge­Rank be­stand folg­lich dar­in, die Key­words, für die man ran­ken woll­te, mög­lichst oft auf ei­ner Sei­te zu wie­der­ho­len. Weil die Craw­ler der Such­ma­schi­nen nicht nur den für den Be­su­cher sicht­ba­ren Be­reich ana­ly­sier­ten, son­dern den ge­sam­ten Quell­code auf die Such­phra­se un­ter­such­ten, war es ein Leich­tes, die Such­ergeb­nis­se durch das Ver­ste­cken von Key­words im Quell­text zu ma­ni­pu­lie­ren.

Mit der Zeit wur­den die bes­ten Po­si­tio­nen be­lieb­ter Such­be­grif­fe von Web­sites be­setzt, die Key­word Stuf­fing be­trie­ben ha­ben, statt den Nut­zern ei­nen ech­ten Mehr­wert zu bie­ten. Ser­gey Brin und Lar­ry Page schrie­ben dazu in ih­rer For­schungs­ar­beit an der Stan­ford Uni­ver­si­ty:

„Je­der, der in letz­ter Zeit eine Such­ma­schi­ne be­nutzt hat, kann leicht be­stä­ti­gen, dass die Voll­stän­dig­keit des In­dex nicht der ein­zi­ge Fak­tor für die Qua­li­tät der Such­ergeb­nis­se ist. ‚Junk-Er­geb­nis­se‘ spü­len oft alle Er­geb­nis­se aus, an de­nen ein Be­nut­zer in­ter­es­siert ist.“

Die da­ma­li­gen Stu­den­ten such­ten nach ei­ner Lö­sung für die­ses Pro­blem und ent­wi­ckel­ten den Pa­ge­Rank, der ih­rer Such­ma­schi­ne Goog­le bis heu­te als Grund­la­ge zur Be­wer­tung von Web­sei­ten dient.

Page mel­de­te den Pa­ge­Rank 1997 zum Pa­tent an, das auf die Stan­ford Uni­ver­si­ty ein­ge­tra­gen war. Da­mals exis­tier­te be­reits die von Brin und Page 1996 ent­wi­ckel­te Such­ma­schi­ne „Back­Rub“, die seit dem 15. Sep­tem­ber 1997 un­ter dem Na­men Goog­le be­kannt ist.

Theo­rie des Pa­ge­Rank

Ser­gey Brin und Lar­ry Page woll­ten den Nut­zern ih­rer Such­ma­schi­ne Such­ergeb­nis­se zur Ver­fü­gung stel­len, die nach Re­le­vanz sor­tiert sind und so­mit ei­nen ech­ten Mehr­wert bie­ten. Um die Qua­li­tät und so­mit den Wert von Web­sei­ten ein­zu­schät­zen, über­tru­gen sie die wis­sen­schaft­li­che Zi­tier­pra­xis auf ihre Such­ma­schi­ne.

In der aka­de­mi­schen Welt wird die Be­deu­tung wis­sen­schaft­li­cher Ar­bei­ten durch die Zi­tier­häu­fig­keit ein­ge­schätzt (Im­pact Fac­tor). Je häu­fi­ger eine wis­sen­schaft­li­che Pu­bli­ka­ti­on von an­de­ren wis­sen­schaft­li­chen Pu­bli­ka­tio­nen zi­tiert wird, des­to be­deut­sa­mer gilt sie. Brin und Page über­tru­gen die Me­tho­dik auf das World Wide Web und wer­te­ten die Hy­per­links zwi­schen den Web­sites als Re­fe­ren­zen. Je mehr ein­ge­hen­de Links (Back­links) eine In­ter­net­sei­te be­sitzt, des­to wich­ti­ger ist die­se Sei­te.

Was so lo­gisch klingt, war eine Re­vo­lu­ti­on der In­ter­net­su­che, die Goog­le ei­nen ech­ten Wett­be­werbs­vor­teil ver­schafft hat und der Grund da­für ist, dass Goog­le in­ner­halb kür­zes­ter Zeit zu ei­nem der be­kann­tes­ten und wert­volls­ten Un­ter­neh­men der Welt wur­de.

Funk­ti­ons­wei­se des Pa­ge­Rank

Die Be­rech­nung des Pa­ge­Rank ist kein Ge­heim­nis und kann der wis­sen­schaft­li­chen Ar­beit von Brin und Page ent­nom­men wer­den. Dar­in heißt es:

„Wir ge­hen da­von aus, dass Sei­te A die Sei­ten T1…Tn hat, die dar­auf ver­wei­sen (d. h. Zi­ta­te sind). Der Pa­ra­me­ter d ist ein Dämp­fungs­fak­tor, der zwi­schen 0 und 1 ein­ge­stellt wer­den kann. d ist in der Re­gel auf 0,85 ein­ge­stellt. Wei­te­re De­tails zu d fin­den sich im nächs­ten Ab­schnitt. Auch C(A) ist de­fi­niert als die An­zahl der Links, die von Sei­te A aus­ge­hen. Der Pa­ge­Rank ei­ner Sei­te A wird wie folgt er­mit­telt: PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + … + PR(Tn)/C(Tn)) Be­ach­ten Sie, dass die Pa­ge­Ranks eine Wahr­schein­lich­keits­ver­tei­lung über Web­sei­ten bil­den, so dass die Sum­me al­ler Pa­ge­Ranks al­ler Web­sei­ten eins ist.“

Die Pa­ge­Rank-For­mel sagt aus, dass das Link­ziel (A) von Goog­le als umso wich­ti­ger be­trach­tet wird, je mehr Sei­ten (Tn) dar­auf ver­wei­sen. Al­ler­dings ist die Quan­ti­tät der ein­ge­hen­den Links nicht der ein­zi­ge Ein­fluss­fak­tor auf den Pa­ge­Rank-Wert. Je hö­her der Pa­ge­Rank ei­ner Link­quel­le, des­to stär­ker wird sie von Goog­le ge­wich­tet. Ein Back­link, der ei­nen ho­hen Pa­ge­Rank trans­por­tiert, ist für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung folg­lich weit­aus nütz­li­cher als eine Viel­zahl schwa­cher Ver­wei­se.

Eine ver­wei­sen­de Sei­te gibt ih­ren Pa­ge­Rank also an die aus­ge­hen­den Links wei­ter (Ver­er­bung des Pa­ge­Rank). Da­bei ist zu be­ach­ten, dass der Wert auf die aus­ge­hen­den Links auf­ge­teilt wird. Eine Sei­te mit nur ei­nem ex­ter­nen Link gibt ih­ren ge­sam­ten Pa­ge­Rank an das Link­ziel wei­ter. Ge­hen von der iden­ti­schen Sei­te vier Links aus, be­kommt jede Sei­te ein Vier­tel des Pa­ge­Rank-Wer­tes zu­ge­wie­sen (ab­züg­lich Dämp­fungs­fak­tor).

Die Be­wer­tung ei­ner Sei­te er­gibt sich so­mit re­kur­siv, in­dem die auf sie ver­lin­ken­den Sei­ten be­wer­tet wer­den. Die Link­ver­fol­gung er­folgt nach dem Ran­dom-Sur­fer-Mo­dell, was ei­nem zu­fäl­lig durch das World Wide Web sur­fen­den In­ter­net­nut­zer ent­spricht. Der Dämp­fungs­fak­tor (d) si­mu­liert die Wahr­schein­lich­keit, mit der ein zu­fäl­li­ger Be­su­cher auf ei­nen Link klickt und sorgt letzt­lich da­für, dass die Link­ver­fol­gung nicht un­end­lich fort­ge­setzt wird.

Die An­ga­be des Pa­ge­Rank-Werts er­folgt auf ei­ner Ska­la von null bis zehn, wo­bei zehn der höchs­te Pa­ge­Rank ist. Er wird für jede ein­zel­ne Sei­te ei­ner Do­main in­di­vi­du­ell und nicht nur für die ge­sam­te Do­main er­rech­net. Lan­ge Jah­re hat Goog­le den Pa­ge­Rank in ei­ner Tool­bar öf­fent­lich pu­bli­ziert. Nach­dem be­reits ei­ni­ge Mo­na­te zu­vor die öf­fent­li­che Ak­tua­li­sie­rung des Pa­ge­Rank ein­ge­stellt wur­de, wur­de 2016 die Tool­bar end­gül­tig ent­fernt.

Die Ska­la von 0 bis 10 ist le­dig­lich die öf­fent­li­che Tool­bar-Dar­stel­lung. Googles in­ter­ne Pa­ge­Rank-Be­rech­nung ist deut­lich fei­ner auf­ge­löst und wird wei­ter­hin ge­nutzt (u. a. von Gary Il­lyes/Goog­le be­stä­tigt).

Ma­ni­pu­la­ti­on des Pa­ge­Rank

Auch der Pa­ge­Rank war nicht un­an­greif­bar: Aus Key­word-Stuf­fing wur­de zu Be­ginn der 2000er Link-Spam­ming. Blogs, Fo­ren und Gäs­te­bü­cher wur­den miss­braucht, Link­far­men er­stellt und kom­mer­zi­el­ler Link­han­del flo­rier­te – Hy­per­links be­ka­men so ei­nen mo­ne­tä­ren Markt­wert.

Um die Ma­ni­pu­la­ti­on ein­zu­däm­men, führ­te Goog­le 2005 das no­fol­low-At­tri­but ein. Mit no­fol­low ver­se­he­ne Ver­wei­se wur­den nicht in die Pa­ge­Rank-Be­rech­nung ein­be­zo­gen.

Beim so­ge­nann­ten Pa­ge­Rank Sculp­ting wur­de frü­her über die ge­ziel­te Ver­tei­lung von do­fol­low- und no­fol­low-Links der Pa­ge­Rank-Fluss in­ner­halb ei­ner Web­site ge­steu­ert. Goog­le un­ter­band die­se Pra­xis 2009 – seit­her ver­brau­chen auch no­fol­low-Links an­tei­lig Pa­ge­Rank, statt ihn voll­stän­dig an die do­fol­low-Links wei­ter­zu­ge­ben.

Heu­ti­ge Be­deu­tung des Pa­ge­Rank

Auch wenn der Pa­ge­Rank längst nicht mehr aus­ge­wie­sen wird, be­deu­tet dies nicht, dass Goog­le ihn nicht mehr nutzt. Er ist – wenn si­cher­lich auch in ver­än­der­ter Form – nach wie vor Be­stand­teil des Goog­le-Al­go­rith­mus. Weil in den letz­ten Jah­ren aber vie­le wei­te­re Ran­king­fak­to­ren hin­zu­ge­kom­men sind, mit de­nen Goog­le in der Lage ist, die Re­le­vanz und Qua­li­tät ei­ner Web­site zu mes­sen, ist der Pa­ge­Rank bei wei­tem nicht mehr so be­deu­tend wie frü­her.

Die Grund­idee, je­den Link als eine Art Emp­feh­lung zu wer­ten, hat nichts an ih­rem Reiz ver­lo­ren, wenn­gleich es an die­ser Me­tho­dik durch­aus auch Kri­tik ge­übt wer­den kann. Vie­le Kri­tik­punk­te konn­ten durch die Ein­füh­rung wei­te­rer Ran­king­fak­to­ren, die zum Bei­spiel stär­ker das Nut­zer­inter­es­se in den Mit­tel­punkt stel­len, je­doch eli­mi­niert oder zu­min­dest ab­ge­schwächt wer­den. Und so ge­hö­ren Back­links auch heu­te noch zu den wich­tigs­ten Ran­king­fak­to­ren über­haupt.

Mit dem Pa­ge­Rank-Wert ist je­doch auch eine wich­ti­ge Kenn­zahl zur schnel­len Ein­schät­zung von Web­sei­ten ver­schwun­den. Di­ver­se SEO-Tools ver­su­chen die­sen Ver­lust mit ei­ge­nen Wer­ten (Page Aut­ho­ri­ty von Moz, URL Ra­ting von Ah­refs, etc.) zu kom­pen­sie­ren, die je­doch höchst un­ter­schied­lich er­mit­telt wer­den.

Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten zum Pa­ge­Rank

Was ist der Pa­ge­Rank?

Der Pa­ge­Rank ist ein von den Goog­le-Grün­dern Ser­gey Brin und Lar­ry Page ent­wi­ckel­ter und zum Pa­tent an­ge­mel­de­ter Al­go­rith­mus zur Be­wer­tung von Web­sei­ten, der die wis­sen­schaft­li­che Zi­tier­pra­xis auf das World Wide Web über­trägt. Der Pa­ge­Rank wur­de lan­ge Jah­re auf ei­ner Ska­la von 0 bis 10 an­ge­ge­ben.

Wie funk­tio­niert der Pa­ge­Rank?

Um den Wert ei­ner Web­sei­te zu be­rech­nen, be­rück­sich­tigt die Pa­ge­Rank-For­mel (sie­he Ar­ti­kel) so­wohl die Quan­ti­tät als auch die Qua­li­tät von ein­ge­hen­den Links. Je mehr und vor al­lem je stär­ker die­se Back­links sind, des­to wich­ti­ger scheint die Sei­te zu sein und des­to bes­ser wird die­se vom Al­go­rith­mus in den Such­ergeb­nis­sen ge­rankt.

Spielt der Pa­ge­Rank heu­te noch eine Rol­le?

Ob­wohl die Ver­öf­fent­li­chung des Pa­ge­Rank 2016 ein­ge­stellt wur­de, ist er nach wie vor Be­stand­teil des Goog­le-Al­go­rith­mus. Weil in den letz­ten Jah­ren vie­le wei­te­re Ran­king­fak­to­ren hin­zu­ge­kom­men sind, ist sei­ne Be­deu­tung al­ler­dings bei wei­tem nicht mehr so hoch wie zu Be­ginn des 21. Jahr­hun­derts.

Quellen

SEO- & GEO-Check

Mehr Sichtbarkeit – in Suchmaschinen und KI-Antworten?

Wir analysieren Ihr Potenzial und zeigen konkrete nächste Schritte. Kostenlos und unverbindlich.

Kostenlose Erstanalyse →