Was ist SEM? (Search En­gi­ne Mar­ke­ting)

Aktualisiert: 18. Juni 2025 · ca. 9 Min. Lesezeit

SEM ist die Ab­kür­zung für den Be­griff Search En­gi­ne Mar­ke­ting und wird hier­zu­lan­de auch als Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting be­zeich­net

Suchmaschinenmarketing

SEM ist die Ab­kür­zung für den eng­li­schen Be­griff Search En­gi­ne Mar­ke­ting und wird hier­zu­lan­de auch als Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting be­zeich­net. Die gän­gigs­te De­fi­ni­ti­on lie­fert hier­bei der Bun­des­ver­band Di­gi­ta­le Wirt­schaft (BVDW), nach der SEM alle Maß­nah­men um­fasst, die die Ver­bes­se­rung der Sicht­bar­keit auf den Such­ergeb­nis­sei­ten gän­gi­ger Such­ma­schi­nen be­wir­ken.

SEM lässt sich da­bei in die bei­den Teil­ge­bie­te Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA = Search En­gi­ne Ad­ver­ti­sing) und Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO = Search En­gi­ne Op­ti­miza­ti­on) un­ter­tei­len.

De­fi­ni­ti­on von SEM

Noch vor 10-15 Jah­ren gab es kei­ne so kla­re De­fi­ni­ti­on von SEM. Ge­ra­de in Deutsch­land wur­de SEM oft mit Such­ma­schi­nen­wer­bung gleich­ge­setzt und galt als zwei­te Dis­zi­plin ne­ben der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Wer da­mals also von SEM-Maß­nah­men sprach, mein­te oft das Schal­ten be­zahl­ter Wer­be­an­zei­gen auf den Er­geb­nis­sei­ten zu pas­sen­den Such­an­fra­gen.

Die­se An­sicht griff je­doch zu kurz, weil es Mar­ke­ting mit Wer­bung gleich­setzt. Ein Blick auf die Teil­dis­zi­pli­nen im Mar­ke­ting zeigt je­doch ein­deu­tig, dass die Dis­zi­plin deut­lich mehr Teil­be­rei­che um­fasst:

  1. Pro­dukt­po­li­tik (Pro­dukt auf Ziel­grup­pe aus­rich­ten, Mar­ken­bil­dung, Ana­ly­se)
  2. Preis­po­li­tik (pas­sen­der Grund­preis, Ra­batt­ak­tio­nen und Boni für Neu­kun­den)
  3. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik (klas­si­sche Me­dia­wer­bung, PR, Di­rekt­mar­ke­ting, Ver­kaufs­för­de­rung)
  4. Ver­triebs­po­li­tik (Weg des Pro­dukts zum Kun­den, Di­rekt­ver­trieb vs. Händ­ler, On­line-Ver­kauf)

Die­se als die 4 Ps (Pro­duct, Pri­ce, Pro­mo­ti­on und Place) Teil­ge­bie­te des Mar­ke­tings wer­den heu­te noch von vie­len wei­te­re Be­rei­chen flan­kiert. Ge­ra­de der On­line-Be­reich hat For­men wie das Con­tent-Mar­ke­ting und das Per­fo­mance Mar­ke­ting in ih­rer heu­ti­gen Form erst mög­lich ge­macht.

SEM um­fasst mehr als nur Wer­bung

Grund­sätz­lich soll­te die­ser Ex­kurs je­doch nur zei­gen, dass die Glei­chung „Mar­ke­ting = Wer­bung“ zu kurz ge­dacht ist. Ge­ra­de SEO-Maß­nah­men las­sen sich eher als PR und mit viel Fan­ta­sie noch als Per­for­mance-Mar­ke­ting be­zeich­nen und da­mit nicht als klas­si­sche Wer­bung.

Aus die­sem Grund ist die For­mel: SEM = SEA + SEO als deut­lich tref­fen­der zu be­zeich­nen.

Wie ist die Goog­le Su­che auf­ge­baut?

Eine ty­pi­sche Such­ergeb­nis­sei­te von Goog­le zeigt be­reits auf den ers­ten Blick die ver­schie­de­nen Ele­men­te der Goog­le-Su­che und auch die Ein­satz­ge­bie­te von SEO und SEA. Das fol­gen­de Bei­spiel mit dem Such­wort „De­pot­kon­to“ de­mons­triert dies sehr gut.

Google SERPs
Abbildung 1: Beispielbild für die verschiedenen Elemente der Google-Suche.

Die Such­ergeb­nis­sei­te lässt sich grob in 3 Teil­be­rei­che ein­tei­len:

1.Goog­le Ads

In die­sem Fall stel­len die ers­ten bei­den Such­tref­fer Wer­be­an­zei­gen dar, für die die Wer­be­trei­ben­den ei­nen ent­spre­chen­den Be­trag pro Klick ent­rich­ten müs­sen. Ähn­lich sieht es am Ende der Such­ergeb­nis­sei­te aus: Hier sind noch ein­mal 3 Wer­be­an­zei­gen ge­lis­tet. Goog­le be­grenzt die Zahl der Wer­be­an­zei­gen fol­gen­der­ma­ßen:

  • Ober­halb der or­ga­ni­schen Such­tref­fer: ma­xi­mal 4 An­zei­gen
  • Un­ter­halb der or­ga­ni­schen Such­tref­fer: ma­xi­mal 3 An­zei­gen

Wie vie­le be­zahl­te An­zei­gen auf ei­ner Such­ergeb­nis­sei­te er­schei­nen, hängt vom je­wei­li­gen Such­be­griff und der dort vor­herr­schen­den Kon­kur­renz ab. Auf die­sen Be­reich kon­zen­trie­ren sich alle Maß­nah­men rund um Such­ma­schi­nen­wer­bung.

Ne­ben den Wer­be­an­zei­gen in den Such­ergeb­nis­sen be­steht über Goog­le Ads (frü­her Goog­le Ad­Words) zu­sätz­lich die Mög­lich­keit, auch Pay-per-Click-Wer­bung (PPC) auf an­de­ren Web­sei­ten zu bu­chen.

Hin­weis: Wer­be­an­zei­gen in der Goog­le-Su­che kön­ne ge­ra­de bei Such­an­fra­gen mit ei­ner Kauf­ab­sicht zu kon­kre­ten Pro­duk­ten auch di­rekt aus Goog­le-Shop­ping stam­men. In die­sem Fall er­scheint ein Aus­schnitt von 4-5 Pro­duk­ten mit Bil­dern, Prei­sen, Ver­sand­kos­ten so­wie dem je­wei­li­gen An­bie­ter.

Abbildung 2: Beispiel für die Integration von Google-Shopping-Ergebnissen als Werbeanzeigen

2.Or­ga­ni­sche Such­tref­fer

Den Goog­le Ads fol­gen die or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­se, die die Such­ma­schi­ne für das je­wei­li­ge Such­wort als be­son­ders re­le­vant ein­stuft. In der Ver­gan­gen­heit war da­bei oft von den „10 blau­en Links“ die Rede. Nor­ma­ler­wei­se wer­den näm­lich die 10 bes­ten Such­tref­fer auf der ers­ten Such­ergeb­nis­sei­te (SERP = Search En­gi­ne Re­sult Page) an­ge­zeigt.

Die Such­ergeb­nis­sei­ten (SERPS= Search En­gi­ne Re­sult Pa­ges) zei­gen das Ar­beits­feld der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Die­ses um­fasst alle Maß­nah­men, die die Sicht­bar­keit in den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen ver­bes­sern. Dazu ge­hö­ren un­ter an­de­rem:

On­Page-Op­ti­mie­rung (Auf der ei­ge­nen Web­sei­te)
– Tech­ni­sches SEO
– Con­tent-Er­stel­lung und Con­tent-De­sign
– Sei­ten­struk­tur und Be­nut­zer­freund­lich­keit

Off­Pa­ge-Op­ti­mie­rung (Maß­nah­men von au­ßen)
– Auf­bau von Back­links
– Con­tent-See­ding
– Stei­ge­rung der ei­ge­nen Re­pu­ta­ti­on (Auf­bau ei­nes Ex­per­ten­sta­tus)

Auch wenn Goog­le für die Plat­zie­rung in den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen kein Geld be­rech­net, ver­ur­sa­chen SEO-Maß­nah­men durch­aus fi­nan­zi­el­len Auf­wand.

Wie ist ein Such­tref­fer auf­ge­baut?

Die ein­zel­nen or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­se wer­den auch Snip­pets (Schnip­sel) ge­nannt und fol­gen alle ei­nem kla­ren Auf­bau:

  • URL: Die URL wird in grau an­ge­zeigt. Ge­nau­ge­nom­men han­delt es sich nicht mehr di­rekt um die URL, die auch in der Adress­zei­le des Brow­sers an­ge­zeigt wird. Viel­mehr er­schei­nen nur noch die Web­sei­te und der Weg durch die Ver­zeich­nis­se bis zum je­wei­li­gen In­halt (Bread­crumbs).
  • Title: Der Ti­tel wird in blau an­ge­zeigt (be­such­te Links: vio­lett) und ent­spricht in vie­len Fäl­len dem Title-Tag der je­wei­li­gen Web­sei­te. Goog­le passt den Title bei Be­darf je­doch an, um die Re­le­vanz zu ver­bes­sern.
  • Be­schrei­bung: Die Be­schrei­bung ent­spricht häu­fig der hin­ter­leg­ten Meta-De­scrip­ti­on. Ihre Län­ge ist auf eine Brei­te von ca. 500 Pi­xel be­schränkt. Text, der dar­über hin­aus geht, schnei­det Goog­le durch „…“ ab. Aus die­sem Grund wird häu­fig emp­foh­len, die Meta-De­scrip­ti­on auf ma­xi­mal 160 Zei­chen inkl. Leer­zei­chen zu be­schrän­ken. Gibt die Web­sei­te ein Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum oder eine Pro­dukt­auf­lis­tung aus, emp­fiehlt sich so­gar eine Be­schrän­kung auf 139 Zei­chen für die Meta-De­scrip­ti­on.

Rich-Snip­pets: Mar­kups stei­gern die Auf­merk­sam­keit in den SERPS

Die drei obi­gen Ele­men­te ent­hält je­des Snip­pet in der Goog­le-Su­che. Dar­über hin­aus tau­chen mit­un­ter auch noch wei­te­re Ele­men­te auf, die als Rich-Snip­pets be­zeich­net wer­den. Da­bei han­delt es sich um Ele­men­te aus dem In­halt der Web­sei­te, die durch das Set­zen so­ge­nann­ter Mar­kups zu struk­tu­rier­ten Da­ten wer­den.

Goog­le er­kennt da­bei ver­schie­de­ne Mar­kups an und stellt die­se in der Su­che an­spre­chend dar. Da­durch zie­hen die ent­spre­chen­den Such­ergeb­nis­se deut­lich mehr Auf­merk­sam­keit auf sich.

Gän­gi­ge Rich-Snip­pets sind:

  • Be­wer­tun­gen (die be­kann­ten Ster­ne­be­wer­tun­gen für Shops und An­bie­ter)
  • Vi­de­os (Vor­schau­stand­bild, Ster­ne­be­wer­tung und wei­te­re In­for­ma­tio­nen zum Vi­deo)
  • Ver­an­stal­tun­gen (pro Event eine Zei­le mit Da­tum, Ort und Name der Ver­an­stal­tung)
  • Re­zep­te (Bild plus Be­wer­tung des Re­zepts, Dau­er der Zu­be­rei­tung und Ka­lo­rien­an­zahl)
  • Soft­ware-Apps (Be­wer­tung, mög­li­che Be­triebs­sys­te­me und mo­bil auch ein Di­rekt-But­ton für eine In­stal­la­ti­on)
  • Pro­duk­te (Be­wer­tun­gen, In­for­ma­tio­nen zum Preis, La­ger­be­stand)

Der drit­te gro­ße Be­reich be­schreibt Tref­fer aus der Uni­ver­sal Search. Dazu ge­hö­ren Tref­fer aus den wei­te­ren Goog­le-Diens­ten:

  • Maps (vor al­lem bei kon­kre­ten Fir­men oder Ziel­punk­ten)
  • News (bei be­son­de­rer ak­tu­el­ler Re­le­vanz)
  • Vi­deo (wenn re­le­van­te und tat­säch­lich ge­nutz­te Vi­de­os in You­Tube exis­tie­ren)
  • Bil­der (wenn das The­ma eher vi­su­ell ge­prägt ist)

Im obi­gen Bei­spiel wer­den re­la­tiv weit un­ten ei­ni­ge pas­sen­de Vi­de­os ein­ge­blen­det. Die Plat­zie­rung hängt hier­bei da­von ab, wie wich­tig be­stimm­te Ele­men­te wie Vi­de­os, Bil­der oder auch News für den je­wei­li­gen Such­be­griff sind.

Goog­le Know­ledge Graph als di­rek­te In­for­ma­ti­ons­quel­le

Dar­über hin­aus er­schei­nen am rech­ten Rand bei vie­len Such­an­fra­gen mitt­ler­wei­le Da­ten aus dem Goog­le Know­ledge Gra­phen. Hier aggre­giert Goog­le Da­ten aus ver­schie­de­nen Quel­len wie Wi­ki­pe­dia, Da­ten­ban­ken, und Web­sei­ten In­for­ma­tio­nen, um be­stimm­te Fra­gen di­rekt in der Goog­le-Su­che zu be­ant­wor­ten. Die In­for­ma­tio­nen er­schei­nen da­bei stets mit ei­nem Link zur Quel­le.

Der Know­ledge Graph kommt also vor al­lem bei den fol­gen­den Ar­ten von Such­an­fra­gen zum Tra­gen:

  • Kon­kre­te Fra­gen zu ein­zel­nen Da­ten (Wie alt ist…? Was ist die Haupt­stadt von…? Wet­ter in xy)
  • De­fi­ni­tio­nen von Ein­zel­be­grif­fen (im obi­gen Bei­spiel in Ab­bil­dung 1 er­scheint eine Kurz­de­fi­ni­ti­on von Wi­ki­pe­dia über das Wert­pa­pier­de­pot)

Für die Be­trei­ber von Web­sei­ten brach­te die Ein­füh­rung des Know­ledge Gra­phen im Jahr 2012 zu­nächst sin­ken­de Klick­zah­len. Vie­le ein­fa­che In­for­ma­tio­nen wa­ren für die Nut­zer plötz­lich so­fort sicht­bar, ohne auf die eine Web­site kli­cken zu müs­sen.

Mitt­ler­wei­le kon­zen­trie­ren sich SEO-Maß­nah­men in die­sem Zu­sam­men­hang je­doch dar­auf, so­ge­nann­te „In-SERP-Op­ti­mie­rung“ zu be­trei­ben. Da­bei geht es um die Ver­bes­se­rung der In­hal­te, die durch den Know­ledge-Gra­phen di­rekt in den SERPS er­schei­nen. Wird hier die Neu­gier der Le­ser ge­weckt, kann der Sei­ten­be­trei­ber die­se zu ei­nem Klick auf sei­ne Web­sei­te be­we­gen.

Hin­weis: SEM be­schränkt sich nicht nur auf die gro­ßen Such­ma­schi­nen wie Goog­le oder Bing. Auch an­de­re Such­sys­te­me wie Ama­zon (für Shops), Ja­me­da.de (für Ärz­te), Sprach­as­sis­ten­ten (Voice Search) oder vie­le Rei­se­ver­glei­che kön­nen für Un­ter­neh­men in den je­wei­li­gen Bran­chen in­ter­es­sant sein. Dort las­sen sich eben­falls Op­ti­mie­rungs­maß­nah­men be­trei­ben, die oft nur ei­nen Bruch­teil der Kos­ten mit sich brin­gen.

SEO vs. SEA – wo lie­gen die Un­ter­schie­de?

Die Un­ter­schie­de der bei­den Dis­zi­pli­nen im Be­reich SEM las­sen sich an­hand meh­re­rer Fak­to­ren auf­zei­gen:

  1. Ge­schwin­dig­keit

SEO-Maß­nah­men sind im Op­ti­mal­fall so an­ge­legt, dass die­se an­hand be­stimm­ter Ziel­vor­ga­ben Ver­än­de­run­gen im On­Page- oder Off­Pa­ge-Be­reich her­vor­brin­gen. Nach der Durch­füh­rung heißt es je­doch: War­ten auf die Re­ak­ti­on. Je nach Art der SEO-Maß­nah­me kann es zwi­schen we­ni­gen Ta­gen und meh­re­ren Wo­chen dau­ern, bis die Ver­än­de­run­gen voll zum Tra­gen kom­men. Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung wirkt also zeit­ver­zö­gert.

An­ders sieht es im Be­reich SEA aus. So­bald An­zei­gen über Goog­le Ads ge­schal­tet wer­den, ge­ne­rie­ren die­se Be­su­cher für die ei­ge­ne Web­sei­te. Such­ma­schi­nen­wer­bung wirkt also di­rekt.

  1. Nach­hal­tig­keit

SEO braucht zwar eine ge­wis­se An­lauf­zeit, wirkt da­für je­doch auch deut­lich nach­hal­ti­ger. Im bes­ten Fall ge­ne­rie­ren SEO-Maß­nah­men auch noch nach Jah­ren so­li­de Be­su­cher­strö­me für eine Web­sei­te.

Die di­rek­te Wir­kung von SEA-Maß­nah­men ent­facht sich hin­ge­gen nur so­lan­ge, wie die An­zei­gen auch ge­schal­tet wer­den. Such­ma­schi­nen­wer­bung hat ab­ge­se­hen von Bran­ding-Ef­fek­ten da­mit eine sehr be­grenz­te Wir­kungs­dau­er.

  1. Kal­ku­lier­bar­keit der Kos­ten

Maß­nah­men zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung sind deut­lich schwie­ri­ger zu kal­ku­lie­ren als An­zei­gen­plat­zie­run­gen im Be­reich SEA. Dies liegt vor al­lem an der Tat­sa­che, dass die mög­li­chen SEO-An­satz­punk­te deut­lich viel­fäl­ti­ger sind. Ob nun Link­auf­bau, Con­tent-Op­ti­mie­rung oder tech­ni­sches SEO – je­der Be­reich hat vie­le Stell­schrau­ben und der Auf­wand fällt zu­dem je nach Pro­jekt un­ter­schied­lich hoch aus. Ein Punkt er­weist sich da­bei je­doch als be­son­ders wich­tig:

SEO ist nicht kos­ten­los! Die Maß­nah­men er­for­dern ent­we­der Geld- oder Zeit­ein­satz.

Such­ma­schi­nen­wer­bung be­schränkt sich hin­ge­gen auf die Plat­zie­rung von Wer­be­an­zei­gen. Wer­be­trei­ben­de le­gen vor­her das ge­naue Bud­get fest und müs­sen sich da­nach mit den Be­rei­chen Key­word-Re­cher­che, An­zei­gen­ge­stal­tung- und Op­ti­mie­rung und Ge­bots­stra­te­gie be­fas­sen.

Hin­weis: Die gute Kal­ku­lier­bar­keit von SEA-Maß­nah­men be­deu­tet nicht, dass die Wer­bung in Such­ma­schi­nen ein­fach wäre. Das Gan­ze folgt eher dem Prin­zip „Easy to learn, but hard to mas­ter“. Wer hier er­folg­reich sein möch­te, muss sich je nach Markt­ni­sche mehr oder we­ni­ger in­ten­siv mit der Ma­te­rie be­fas­sen.

War­um ar­bei­ten die bei­den Ka­nä­le trotz­dem so gut zu­sam­men?

Auf den ers­ten Blick er­gibt sich ein ge­wis­ses Span­nungs­feld zwi­schen den bei­den Teil­be­rei­chen im SEM. Des­halb fra­gen sich vie­le Ein­stei­ger, ob sie lie­ber in SEO in­ves­tie­ren oder sich der Such­ma­schi­nen­wer­bung zu­wen­den soll­ten. Die Ant­wort soll­te in vie­len Fäl­len lau­ten: So­wohl als auch!

Vie­le Syn­er­gien zwi­schen SEO und SEA

Bei er­folg­rei­cher Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung er­scheint SEA zu­nächst über­flüs­sig, dass bei Schlüs­sel-Key­words be­reits gute or­ga­ni­sche Plat­zie­run­gen in den Such­ergeb­nis­sen er­reicht wer­den. Trotz­dem lohnt sich auch hier das zu­sätz­li­che Schal­ten von Wer­be­an­zei­gen, da sich auf die­sem Weg die Wer­be­flä­che noch ein­mal ver­grö­ßert. Ge­ra­de die pro­mi­nen­te Plat­zie­rung der An­zei­gen ober­halb SERPS kann die Klick­zah­len noch ein­mal deut­lich pu­shen.

Dar­über hin­aus exis­tie­ren je­doch noch wei­te­re Ar­gu­men­te für eine Ko­exis­tenz bei­der Dis­zi­pli­nen des SEM:

Bran­ding-Ef­fekt durch SEA

Wer­den durch Such­ma­schi­nen­wer­bung über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum Wer­be­an­zei­gen pro­mi­nent plat­ziert, steigt die Auf­merk­sam­keit der Ziel­grup­pe. So­mit be­steht die Chan­ce, dass das Un­ter­neh­men in sei­nen Kern­be­rei­chen mehr und mehr als Mar­ke wahr­ge­nom­men wird.

Die­se „Brand Awa­re­ness“ er­leich­tert wie­der­um die SEO-Maß­nah­men, da Such­ergeb­nis­se von be­kann­ten Mar­ken häu­fi­ger an­ge­klickt wer­den. Eine hö­he­re Klick­ra­te wirkt sich wie­der­um auf die Plat­zie­rung in den SERPS aus. Zu­sätz­lich stei­gern sich die An­fra­gen nach Key­words, die den Mar­ken­na­men ent­hal­ten.

Key­words bil­den die Ba­sis für alle SEM-Maß­nah­men

Ob nun SEO oder SEA – Key­words stel­len in bei­den Dis­zi­pli­nen die äu­ßerst wich­ti­ge Ba­sis für den Er­folg dar. In die­sem Fall zeigt sich die Syn­er­gie zwi­schen den bei­den Teil­be­rei­chen sehr deut­lich:

  • Key­word­plan­ner für die Key­word-Re­cher­che: Goog­le Ads stellt für die Such­ma­schi­nen­wer­bung den Key­word-Plan­ner zur Ver­fü­gung. Auf die­sem Weg las­sen sich pas­sen­de Such­be­grif­fe mit dem je­wei­li­gen Such­vo­lu­men und der Kon­kur­renz im SEA-Be­reich fin­den. Die dort vor­ge­schla­ge­nen Such­be­grif­fe eig­nen sich je­doch auch für die Er­stel­lung von pas­sen­den In­hal­ten im SEO-Be­reich.
  • Goog­le Search Con­so­le als Re­le­vanz-Ba­ro­me­ter: Das Gan­ze funk­tio­niert je­doch auch an­ders­her­um. Über die Goog­le Search Con­so­le kön­nen Web­sei­ten­be­trei­ber ab­le­sen, durch wel­che Such­be­grif­fe wie vie­le Be­su­cher auf die Site ge­langt sind. Key­words mit be­son­ders gu­ter Klick­ra­te (CTR= Click-Th­rough-Rate) las­sen sich da­bei auch für die Such­ma­schi­nen­wer­bung nut­zen. In vie­len Fäl­len fin­den Wer­be­trei­ben­de hier Such­be­grif­fe, an die sie vor­her im SEA-Be­reich gar nicht dach­ten.

Split-Tests aus dem SEA für SEO-Maß­nah­men su­chen

Such­ma­schi­nen­wer­bung bie­tet Web­mas­tern heu­te die Mög­lich­keit, ganz ein­fach Split-Tests durch­zu­füh­ren. So kann eine An­zei­ge für ei­nen be­stimm­ten Such­be­griff in meh­re­ren Va­ria­tio­nen ge­stal­tet und aus­ge­spielt wer­den. Die Va­ri­an­te mit den bes­ten Er­geb­nis­sen ver­bleibt nach der Test­pha­se als neu­er Stan­dard.

Er­geb­nis­se sol­cher Tests las­sen sich ge­ra­de in Be­zug auf die Meta-De­scrip­ti­on auch für den SEO-Be­reich ver­wen­den. Wird die Meta-De­scrip­ti­on ent­spre­chend ver­än­dert, steigt auch die Klick­ra­te in den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen.

Wel­che Be­deu­tung hat SEM im On­line Mar­ke­ting und be­nö­ti­gen Un­ter­neh­men eine SEM-Agen­tur?

SEM hat für Un­ter­neh­men hier­zu­lan­de nach wie vor eine sehr gro­ße Be­deu­tung. Laut des Dia­log­mar­ke­ting-Mo­ni­tors der Deut­schen Post ga­ben Un­ter­neh­men im Jahr 2018 knapp 4,2 Mil­li­ar­den Euro für Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting aus. SEM be­klei­det da­mit im On­line-Mar­ke­ting wei­ter­hin mit Ab­stand den ers­ten Rang.

Brau­chen Un­ter­neh­men eine SEM-Agen­tur?

SEM ist in den letz­ten Jah­ren er­heb­lich kom­ple­xer ge­wor­den. Mit dem Mo­bi­le First In­dex, der Voice Search und den ste­ti­gen Ver­än­de­run­gen in der Goog­le Su­che ist es heu­te fast un­mög­lich, Ex­per­te für alle Teil­ge­bie­te zu wer­den.

Da­bei stellt sich fast schon au­to­ma­tisch die Fra­ge, ob Un­ter­neh­men eine SEM-Agen­tur be­nö­ti­gen, um in die­sem Be­reich Er­fol­ge fei­ern zu kön­nen. Wie im­mer kommt es auch hier auf die in­di­vi­du­el­le Si­tua­ti­on und die je­wei­li­ge Markt­ni­sche an. In we­nig um­kämpf­ten Märk­ten ha­ben Un­ter­neh­men bei den ers­ten Schrit­ten si­cher­lich auch al­lein Er­fol­ge.

Geht es je­doch dar­um, in hart um­kämpf­te Märk­te ein­zu­stei­gen, stellt eine SEM-Agen­tur eine gro­ße Hil­fe dar. Dar­über hin­aus sorgt eine SEM-Be­ra­tung zu Be­ginn da­für, teu­re An­fangs­feh­ler von vorn­her­ein zu um­ge­hen.

SEM als fes­ter Be­stand­teil im On­line-Mar­ke­ting

SEM be­schreibt alle Maß­nah­men, die zur Ver­bes­se­rung der Plat­zie­run­gen auf den Such­ergeb­nis­sei­ten gän­gi­ger Such­ma­schi­nen bei­tra­gen. Wäh­rend Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA) sich auf die be­zahl­ten Wer­be­plät­ze in den SERPS fo­kus­siert, liegt der Kern der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) bei den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen.

Die Goog­le Su­che un­ter­liegt wie an­de­re Such­sys­te­me ste­ti­gen Ver­än­de­run­gen. Auf die­sem Weg stei­gert sich die Kom­ple­xi­tät ste­tig, so dass Un­ter­neh­men und Sei­ten­be­trei­ber stets auf dem lau­fen­den blei­ben müs­sen.

Quellen

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