SEO ist tot? SEO will never die…

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SEO ist nicht tot

SEO – wann stirbst du endlich?

So oder so ähnlich scheinen wohl einige verzweifelte Marketer in den letzten Jahren zu denken. Zu groß ist der Hass auf die Online-Marketing-Disziplin SEO.

Warum diese Abneigung?

Da Suchmaschinenoptimierung keine exakte Wissenschaft ist, sehr lange dauert und mittlerweile ein immenser Wettbewerbsdruck bei vielen Suchbegriffen vorherrscht, hat der eine oder andere Marketer und Online-Mensch aufgegeben, auf SEO zu setzen, und wünscht diesem Online-Marketing-Kanal den berühmt-berüchtigten Tod!

In diesem Beitrag möchte ich erläutern, warum SEO aktuell sowas von nicht tot ist und warum die Chancen nicht schlecht stehen, dass SEO auch in Zukunft noch eine Rolle spielen wird.

Erster Grund der SEO-Gegner: Guter Content reicht in Zukunft aus, um problemlos gefunden zu werden

Eines der häufigsten Argumente von SEO-Gegnern ist, dass die Suchmaschinen, besonders Google, immer besser darin werden, guten Content von schlechtem Content zu unterscheiden und entsprechend richtig zu bewerten.

So werde es in naher Zukunft ausreichen allein durch gute bzw. bessere Inhalte als die der Konkurrenz optimal über die organischen Suchergebnisse gefunden zu werden, was „SEO“ obsolet mache.

Warum auch in Zukunft „guter Content“ nicht alles sein kann

Es werden stetig Technologien auf den Markt gebracht, die neue Herausforderungen bedeuten.

Es ist wichtig für die Suchmaschinen, eine Website in Bezug auf ihre Qualität einschätzen zu können. So helfen z. B. strukturierte Daten (Schema.org) dabei, dass Google & Co. deine Website besser verstehen. Allein durch guten Content kommt man nicht weit. Entscheidend neben dem Content sind Faktoren wie schnelle  Ladezeiten, die Indexierbarkeit der Website und viele mehr.

Auch die OnPage-Optimierung helfen den Suchmaschinen enorm, Inhalte besser zu verstehen.  Dazu gehört, den gut formulierten Meta Title mit dem entsprechenden Keyword zu versehen. Oder den Suchmaschinen durch interne Verlinkungen den Weg zu den wichtigsten Unterseiten zu zeigen. Das alles kann allein durch guten Content nicht erreicht werden und daran wird sich auch in Zukunft sehr wahrscheinlich nichts ändern!

Zweiter Grund der SEO-Gegner: Suchmaschinenoptimierung ist zu komplex geworden

Die Algorithmen der Suchmaschinen sind sooooo komplex geworden, dass „Manipulationen“ durch SEO keinen Sinn mehr haben…

Die SEO-Strategien ändern sich… permanent

Suchmaschinenoptimierung ist und bleibt eine ständige Herausforderung. Schon lange sind die Zeiten vorbei, in denen  ein bis zwei starke Links gereicht haben, um für immer und ewig mit dem Wunsch-Keyword auf Platz 1 zu stehen. Auch SPAM-Maßnahmenwie Keyword-Stuffing, manipulierter Linkaufbau usw. weiß Big G immer besser zu erkennen. Der Wettbewerb ist in den Suchergebnissen (SERPs) zudem härter geworden.

Laut Google entscheiden über  200 (!) Rankingfaktoren darüber, auf welcher Position deine Website in den Suchergebnissen erscheint.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du deswegen aufgeben musst,  oder dass Suchmaschinenoptimierung nichts mehr bewirkt. Es gibt so viele Stellschrauben, an denen du drehen kannst, was die gesamte Optimierung noch viel interessanter macht. Ja, auch schwieriger. Aber nicht unmöglich!

Optimiere deine Website stetig, liefere die Inhalte, die deine Besucher haben wollen, mache deine OnPage-Hausaufgaben, bringe Zeit / Geduld mit und du wirst sehen, wie wunderbar SEO auch heute noch funktioniert.

Ist SEO immer noch ein relevanter Traffic-Kanal?

Viele Gegner bezeichnen Suchmaschinenoptimierung als Traffic-Kanal, der immer mehr an Boden verliert.

Stimmt das wirklich? Nein!

Laut Rand Fishkins Vortrag auf der SMX in München 2017 klicken die meisten Google-Nutzer immer noch auf  organische Suchergebnisse: https://www.slideshare.net/randfish/the-search-landscape-in-2017.

Die Menge der Klickzahlen (CTR) auf mobilen Endgeräten und Desktop-PCs

Folie 9: 2,0 % aller Smartphone- und Tablet-Nutzer klicken auf die Paid-Anzeigen, 40,9 % auf organische Ergebnisse und 57,1 % klicken auf kein Such-Ergebnis.

 

Folie 10: 2,8 % der Desktop-Nutzer klicken auf die Anzeigen, 62,2 % auf organische Ergebnisse und 35 % klicken auf kein Such-Ergebnis.

 

Die Optimierung der Website für die organischen Suchergebnisse erreicht also immer noch die meisten Nutzer von Google. Doch einen Moment:  35 % der Desktop-User und  57,1 % der User „mobil“ klicken auf gar kein Such-Ergebnis!

Sehr wahrscheinlich klicken viele nicht, da Google immer mehr versucht, gleich selbst eine Antwort auf die Suchanfrage zu liefern (Antwortboxen). Google will eine Antwortmaschine werden, und so seine User noch glücklicher machen. Die meisten Suchmaschinen leben allerdings davon, dass ihre Nutzer auf die bezahlen Suchergebnisse klicken.

Daher werden Google & Co. niemals auf alles eine Antwort selbst liefern, sondern weiterhin versuchen, den User dazu zu bringen, auf die (bezahlten) Suchergebnisse zu klicken.

Bald nur noch bezahlte Suchergebnisse?

Sollten nur noch bezahlte Suchergebnisse gelistet werden, wäre SEO natürlich ziemlich tot! Aber  hätte das für Google Sinn?

Möglich wäre es zumindest und könnte evtl. so aussehen:

In dem Post von Philipp Kloeckner sieht man zum Keyword „hotels in rome“ keine organischen / unbezahlten Ergebnisse mehr. Erst wenn man weit runterscrollt, erscheinen die ersten organischen Suchergebnisse.

Sieht so die Zukunft von Google aus?

Ich denke, eher nein: Bezahlte Suchergebnisse stellen ein Problem dar. Sie erscheinen zum Suchbegriff ganz vorne, liefern aber unter Umständen nicht das, was der Nutzer eigentlich gesucht hat.

Die Publisher von Ads wollen natürlich Conversions haben, sei es eine Anfrage, eine Newsletter-Anmeldung oder sonstiges. Aber nicht jede Suchanfrage ist mit einem Kaufwunsch verbunden.

Wenn ein User „Rezept für Marmorkuchen“ bei Google eingibt, will er wohl kaum auf eine Landing Page kommen, wo ihm ein Ebook mit 20 verschiedenen Rezepten für Marmorkuchen zum tollen Angebotspreis von nur  9,90 € angeboten wird. Nein, er will Websites vorgeschlagen bekommen, die  kostenlos leckere Rezepte anzeigen.

Nur noch bezahlte Suchergebnisse aufblenden zu lassen, würde viele User  abschrecken und dazu animieren, eine  andere Suchmaschine zu nutzen.

Und genau das ist die größte Angst von Google: Seine Nutzer unglücklich zu machen,  sodass sie daraufhin eine andere Suchmaschine wählen.

Google kann die Qualität seiner Suchmaschine dank organischen Suchergebnissen stets sehr hoch halten. Dazu muss Google „nur“ die besten Antworten zu den Suchanfragen liefern und weiterhin kostenlose organische Ergebnisse anzeigen – mit informativen Inhalten von Websites, die dem User das liefern, wonach er sucht.

Neue Such-Systeme zerstören SEO?

Neue Such-Möglichkeiten für den Verbraucherwie Voice-Search könnten die Bedeutung von SEO verringern. Doch auch bei Voice-Search-Systemen gibt es bestimmte Kriterien beziehungsweise Rankingfaktoren, die darüber entscheiden, welche Ergebnisse ‚vorgelesen‘ werden. Und solange unbezahlte Suchergebnisse bei Voice-Search eine Rolle spielen, wird hier SEO von Bedeutung sein.

Die Suche per Sprache wird zudem nicht den kompletten Markt an Desktop-Suche und Mobil-Suche vernichten. Voice-Search wird vermutlich ein Search-Kanal bleiben, der neben Desktop und Mobile existiert.

SEO-Gegner haben in einem Punkt Recht: Wir machen uns abhängig

Wir SEOs vergessen allerdings eine Sache zu oft: Wir machen uns abhängig. Nicht von dem  Online-Marketing-Kanal SEO sind wir abhängig, schlimmer, wir sind abhängig von einem einzelnen Unternehmen (Google).

Und hier verbirgt sich eine große Gefahr: Was ist, wenn dieser Monopolist nun doch auf der ersten Seite nur noch bezahlte Anzeigen erscheinen lässt.

Was ist, wenn gar keine organischen Suchergebnisse mehr erscheinen oder Google keine Websites mehr listet, sondern nur noch andere Technologien, wie Web-Apps, erscheinen lässt?

Es ist vieles möglich und darauf zu  vertrauen, dass Google immer so weiterfahren wird wie jetzt, ist einfach naiv. Die Suchmaschine gibt uns den Takt vor und und wir springen dazu! Es ist daher immens wichtig, sich nicht von einem einzigen Kanal abhängig zu machen, sondern alternative Traffic-Kanäle zu nutzen.

Fazit

Bereits in den 200Xer Jahren gab es erste  „SEO is dead“-Artikel im Netz zu lesen. Das ist so ein ausgelutschtes Klischee, dass die meisten mittlerweile wissen müssten: SEO ist nicht tot und es wird  noch eine ganze Weile lebendig bleiben. Gefahren könnten von den Suchmaschinen selbst kommen, deren Business-Modell nach mehr Kapital verlangt, sodass ggf. organische Ergebnisse, die wir SEOs optimieren, immer stärker in den Hintergrund rutschen.

Ob das wirklich so kommen wird, darf bezweifelt werden, da bezahlte Suchergebnisse oft nicht dieselbe Qualität mitbringenwie die Seiten in den organischen Ergebnissen. Besonders zu Informations-Keywords und Frage-Keywords wie: „Wie funktioniert Ebbe & Flut“, „Wie wird Dönerfleisch produziert“ sind organische Suchergebnisse immens wichtig, da diese Antworten liefern, nach denen der User  tatsächlich sucht,was ihn glücklich macht. Und genau das brauchen Google & Co. in Zukunft, wenn sie ihre Marktmacht behalten wollen: zufriedene Nutzer, die immer wieder auf die Suchmaschine zurückgreifen.

Fazit: SEO is not dead, only the rules are changing!

-Fabian

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