Der E-Commerce Markt ist wirklich gigantisch.
Laut dem aktuellen European E-Commerce Report shoppen mittlerweile 79 Prozent der Menschen in Deutschland online und dieser Markt wird laut Statista bis 2029 um insgesamt 4,1 Millionen Nutzer (+8,6 Prozent) steigen.
Aber wie stellt man sicher, dass der eigene Shop von dieser positiven Entwicklung profitiert?
Erfolgreiches SEO für Onlineshops ist viel mehr als ein paar Keywords einzubauen: Die komplette Customer Journey muss abgedeckt werden, technische Hürden müssen gemeistert und Signale von außen müssen zeigen, dass der eigene Shop es wert ist, gefunden zu werden.
In diesem Praxis-Guide lernst du genau das: Worauf es beim E-Commerce SEO ankommt und wie der eigene Shop eine bestmögliche Sichtbarkeit erhält. Los geht’s!
- Was ist E-Commerce SEO? Die Optimierung von Online-Shops für die Suchmaschinen, um für relevante Suchanfragen in den organischen (nicht bezahlten) Suchergebnissen und Antworten bei Google & Co. gefunden zu werden.
- Warum SEO für E-Commerce? Ein riesiger Markt (die Google-Suche, aber auch KI-Antworten) können mit E-Commerce SEO erschlossen werden und kostenlosen Traffic auf den Shop bringen. Langfristig hat SEO oftmals den besten ROI.
- Welches Shopsystem? Es gibt nicht das eine System. Wichtig ist beim CMS eine saubere Technik, schnelle Ladezeiten, wenig unnötiges JavaScript sowie flexible Anpassungen der wichtigsten SEO-Elemente (z. B. Title Tags, Canonicals) und einfache Content Pflege.
- KI, SEO und E-Commerce? KI kann vieles erleichtern, doch Vorsicht vor unkontrollierten Automatismen! Content durch KI muss beispielsweise immer vorher überarbeitet werden.
- Was ist der Google Shopping Graph? Die Google-Suche für Produkte. Wer sein Merchant Center richtig pflegt, landet hier mit Produkt-Cards und kann zusätzlich kostenlosen Traffic generieren (Free Listings).
Weitere Insights zu SEO für Onlineshops:
Welches CMS-System ist für Ecommerce SEO geeignet?
Die Grundlage des SEO-Erfolgs eines Shops ist das verwendete CMS-System. Ein altes Shopsystem, das modernen Ansprüchen nicht genügt, hat kaum Chancen, bei Google gefunden zu werden. Das Shopsystem muss den aktuellen technischen Standards entsprechen und wichtige SEO-Funktionalitäten haben:
- Technische Flexibilität: Das System muss alle wichtigen SEO-Elemente frei konfigurierbar machen – dazu gehören Title Tags, Meta Descriptions, hreflang Tags, Canonical- und Noindex-Tags, Überschriften (H-Tags) sowie URL-Strukturen (Permalinks).
- Seitenstruktur und Navigation: Kategorien, Filterseiten und die Shop-Navigation müssen individuell anpassbar sein – inklusive Paginierung, Produktanzahl und eigenen Inhalten pro Kategorie.
- Performance und Code-Qualität: Das System sollte sauberen, schlanken Code erzeugen und übermäßigen JavaScript-Einsatz vermeiden. Technische Fehler und Unsauberkeiten hier können gute Rankings deutlich erschweren.
- Mobile-Friendliness, Optik und Updates: Da Google die mobile Version einer Seite bewertet (Mobile-First), ist ein responsives Design kein Nice-to-Have, sondern absolute Pflicht. Gleiches gilt für regelmäßige Updates sowie eine ansprechende Optik des Shops, die die Zielgruppe anspricht (auch User Signals bewertet Google).
- Content-Erweiterbarkeit: Das System sollte die Möglichkeit bieten, ohne technischen Aufwand neue Landingpages, Blogbeiträge oder Glossarseiten anzulegen. Für einen größtmöglichen SEO-Erfolg sind nicht nur optimierte Produkt- & Kategorie-Seiten, sondern auch informationelle Inhalte wichtig, die Nutzer früh in der Customer Journey abholen.
Exkurs: Klassische Systeme vs. Headless Commerce
Klassische Systeme (Monolithische Systeme): Bei Systemen wie Shopware, Shopify oder WooCommerce sind Frontend und Backend fest verbunden. Sie sind oft sehr einsteigerfreundlich und bieten viele SEO-Standards direkt an, sind aber weniger flexibel bei maximalen Performance-Anforderungen.
Headless Commerce: Hier wird das Frontend vom Backend entkoppelt und Inhalte via API geliefert. Dies erlaubt meist viel bessere Ladezeiten-Optimierung und Designfreiheit. Beispiele sind spezialisierte Systeme wie commercetools, Spryker oder auch Shopify Plus (im Headless-Setup). Nur für technisch begabte Shopbetreiber und Teams.
Empfehlenswerte CMS Shopsysteme für SEO
Es gibt zahlreiche Shopsysteme, die sich sehr gut optimieren lassen. Welches System das richtige ist, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab.
Hier unsere persönlichen (SEO-)Favoriten:
System |
Für wen geeignet |
SEO-Stärken |
Besonderheiten / Nachteile |
|---|---|---|---|
Einsteiger bis mittlere Shops |
|
|
|
Mittlere bis große Shops |
|
|
|
Kleine Shops & Einsteiger |
|
|
|
Händler mit Multichannel-Strategie |
|
|
|
Enterprise & große Shops |
|
|
Google bevorzugt kein bestimmtes Shopsystem, deshalb sollte die Wahl nicht nur aus SEO-Sicht getroffen werden, sondern auf die eigenen Bedürfnisse, wie Warenwirtschaftssystem, Schnittstellen zu großen Shops und vielem mehr abgestimmt werden.
Keyword-Strategie für E-Commerce
Bei der Keyword-Recherche ist es wie bei den Shopsystemen: Ohne die Kenntnis der für den Shop relevanten Keywords wird auch hier der SEO-Erfolg ausbleiben. Um die Zielgruppe im gesamten Kreislauf der Customer Journey abholen zu können, ist eine Analyse aller relevanten Keywords wichtig.
Alles Wichtige zur Keyword-Recherche:
Wer die wichtigen Grundlagen der Keyword-Recherche und mehr über den Umgang mit Tools wie Sistrix, KWfinder oder Ahrefs erlernen möchte, findet im folgenden Ratgeber und im Video Hilfe.
Transaktionale vs. Informationale Keywords im Shop
Google & Co. erkennen die Nutzerintention bei Suchanfragen mittlerweile sehr gut. Ein Shop, der versucht, mit transaktionalen Werbecontent zu informationsgetriebenen Suchanfragen zu ranken, wird scheitern und keinen Traffic über SEO erhalten. Keywords müssen daher strikt analysiert und je nach Search Intent Typ getrennt und den passenden Seitentypen im Shop zugewiesen werden.
Informationsgetriebene Keywords (Ratgeber & Magazin): Der Nutzer hat ein Problem oder eine Frage und sucht nach einer Lösung, nicht primär nach einem Produkt. Er ist noch ganz am Anfang der Customer Journey.
Beispiel: „Fahrradkette springt dauernd ab“
Einsatzort: Diese Suchbegriffe gehören in einen Shop-Blog oder einen separaten Ratgeber-Bereich. Reine Produkt- oder Kategorieseiten ranken bei diesen rein informativen Suchanfragen in der Regel nicht.

Transaktionale & Kommerzielle Keywords (Kategorien & Produkte): Der Nutzer befindet sich relativ am Ende der Customer Journey und hat eine klare Kaufabsicht. Er möchte bestimmte Produkte vergleichen und ggf. online dirket bei einem Onlineshop bestellen.
Beispiele: „E-Bike Tiefeinsteiger kaufen“ (produktunspezifisch = will auf eine Kategorieseite) oder „BMC Alpenchallenge AMP Cross LTD“ (produktspezifisch = will auf eine Produktseite).
Einsatzort: Kommerzielle Suchbegriffe (generisch) gehören auf die Kategorieseiten (die wichtigsten Umsatztreiber im E-Commerce), während spezifische Suchanfragen (wie z. B. Modellnamen) auf die Produktseite zielen.

Keyword-Mapping: Kannibalisierung zwischen Blog und Kategorie verhindern
Es großes SEO-Probleme, was viele unterschätzen, ist die Keyword-Kannibalisierung. Wenn ein Shop zu einem exakten Suchbegriff versucht mit mehreren URLs zu ranken. Das verwirrt Google leider nur, statt einen positive Impact zu haben.
Ein typisches Szenario: Eine umsatzstarke Kategorieseite ist auf das transaktionale Keyword „E-Bike kaufen“ optimiert. Parallel dazu wird ein ausführlicher Blogbeitrag mit dem Fokus auf exakt denselben Suchbegriff veröffentlicht.
Suchmaschinen können dann nicht mehr eindeutig entscheiden, welche der beiden URLs in den Suchergebnissen bevorzugt ausgespielt werden soll.
Eine strukturierte Keyword-Map (Master-Liste) ist Pflicht
Mit einer strukturierten Keyword-Map kann genau aufzeigt werden, welche URL im Shop auf welche Keywords optimiert wird. Mithilfe einer solchen Excel-Liste wird für jede URL des Shops exakt ein primäres Fokus-Keyword definiert. Jedes Keyword darf in der gesamten Struktur nur ein einziges Mal als Haupt-Fokus auftauchen.

Sobald diese Architektur sauber und überschneidungsfrei geplant ist, kann mit der Erstellung und Optimierung der eigentlichen Shop-Inhalte begonnen werden.
OnPage-SEO & Content im Zeitalter von KI
Die OnPage-Optimierung umfasst alle inhaltlichen und strukturellen Anpassungen auf der Shop-Website selbst.
Neben einer sauberen technischen Basis entscheidet vor allem die Qualität der Inhalte und Meta-Daten (Meta Tags) darüber, wie gut Kategorien und Produkte in den Suchmaschinen ranken.
Title Tag und Meta Description (Snippet Optimierung)
Jede relevante URL benötigt optimierte Meta Tags.
- Der Title Tag ist ein direkter (und wichtiger) Rankingfaktor und sollte das jeweilige Hauptkeyword immer am Anfang haben.
- Die Meta Description ist zwar nur ein indirekter Rankingfaktor, kann aber die Klickrate (CTR) in den Suchergebnissen verbessern und sollte daher auch optimiert werden.
- Vorsicht: Keyword-Stuffing (das Aneinanderreihen von Keywords) hat im Title Tag und generell bei erfolgreiches E-Commerce SEO nicht verloren.

Best Practices für die Snippet-Optimierung:
- Der Title Tag sollte ca. 50-60 Zeichen lang sein (max 600 Pixel) und sollte aussagekräftig formuliert sein und zum Klicken animieren. Neben dem Hauptkeyword sollten klare Verkaufsargumente (USPs) wie „Kostenloser Versand“ oder „24h Lieferung“ eingebaut werden.
- Das gleiche gilt auch für die Meta Description: USPs in den Vordergrund stellen, ggf. HTML-Icons dezent einbauen und max. 150 Zeichen lang.
- Extra-Tipp: Snippets werden oft häufiger angeklickt werden, wenn konkrete Preise oder Jahreszahlen im Title stehen. Hier sind individuelle Tests empfehlenswert.
- Kontrolle: Die Snippet-Darstellung des Shops (zumindest von allen wichtigen URLs) sollte in den SERPs regelmäßig überprüft werden. Tools wie der Sistrix SERP Snippet Generator helfen dabei, die Darstellung vorab zu simulieren.
Automatisierungen und KI bei Meta-Daten
Bei einer großen Anzahl an Produkten ist die manuelle Pflege von Meta-Daten ein viel zu großer Zeitfresser. Viele Shopsysteme bieten daher für Produktseiten dynamische Muster (Patterns), die sich Produktdaten automatisch aus der Datenbank ziehen. Ein klassisches Template sieht beispielsweise so aus:
„[Produktname] online kaufen | [Shopname]“
Durch die Integration von Variablen wie Preis, Marke oder Lieferzeit bleiben diese Snippets stets aktuell und skalieren mit dem Sortiment. Fehlen solche nativen Shop-Funktionen, können KI-Tools wie das Add-on „GPT for Sheets and Docs“ große Produktdatenmengen per API in fertige Meta-Titles & -Descriptions umwandeln. Die Arbeit muss vorab überprüft werden, um typische KI-Fehler wie Halluzinationen zu Produkteigenschaften, das Ignorieren der 150-Zeichen-Grenze sowie eine zu generische Tonalität aufzudecken.
Kategorien optimieren
Kategorieseiten sind die wichtigsten Landingpages eines Online-Shops für generische, produktunspezifische Suchanfragen (beispielsweise „Adidas Sneaker Herren“).
Bei produktunspezifische Suchanfragen sucht der Nutzer nach einer Produktauswahl und noch nicht nach einem spezifischen Modell. Da solche Suchanfragen meist ein deutlich höheres Suchvolumen haben als produktspezifische Suchbegriffe, ist die Optimierung der Kategorien besonders wichtig und hat im SEO für Onlineshops meistens Priorität Nr. 1.
Ein SEO-freundlicher Kategorie-Aufbau (der auch die Nutzer abholt) teilt sich nach Best-Practice-Erfahrungen in zwei Teilbereiche auf:
1. Ein kuzer Intro-Text (im Above the Fold Abschnitt)
Dieser holt den Nutzer (und die Suchmaschinen) thematisch sofort ab und integriert das primäre Hauptkeyword organisch im sichtbaren Bereich, ohne den direkten Zugriff auf die Produkte zu blockieren.
Der Introtext kann gerne sehr direkt formuliert werden (je nach gewünschter Zielgruppenansprache).
Ein Beispiel für einen Shop der Umzugskartons verkauft: „Umziehen ohne Stress? Mit unseren Umzugskartons garantiert! Stabil verarbeitet und belastbar konstruiert bieten sie sicheren Schutz für alles, was zuverlässig im neuen Zuhause ankommen soll.“
2. Kaufratgeber-Content unterhalb der Produkte (Below the Fold)
Unterhalb der Produktauflistung befindet sich die eigentliche Kaufberatung.
Vorsicht: Inhaltsleere „SEO-Texte” braucht niemand und sie werden nicht zu guten Rankings beitragen.
Der Text muss entsprechend viele Informationen bereitstellen, kein 08/15-Standard-SEO-Inhalt sein, Anleitungen bieten und Bilder, Tabellen und ggf. Videos enthalten, um das bestmögliche Nutzererlebnis zu gewährleisten und alle offenen Fragen der User zu beantworten. Genau solche Inhalte helfen dabei, dass Kategorien von Shops enorm an Sichtbarkeit gewinnen.
Gestaltung und Textlänge
Eine Textwüste wird weder von Nutzern gelesen noch von Suchmaschinen positiv bewertet. Der Content muss visuell aufbereitet und leicht scannbar gemacht werden. Dazu gehört:
- Zwischenüberschriften mit einer logischen Struktur (H2, H3)
- Kurze Absätze, die zum lesen animieren.
- Highlight-Boxen für die wichtigsten Tipps, ggf. zusätzlich mit Videos
- Vergleichstabellen für schnelle Übersichten
- Aufzählungen (Bulletpoints) für mehr Struktur
- FAQ-Bereiche mit allen wichtigen Fragen und Antworten

Mach es besser als die Konkurrenz:
Es gibt keine optimale Textlänge und keine mindest Wortanzahl (das wäre SEO von 2006). Eine Analyse der Top-10-Suchergebnisse liefert den besten Richtwert dafür, wie detailliert ein Thema behandelt werden sollte.
Noch mehr zu SEO für Shop-Kategorien:
Produktseiten optimieren
Produktseiten eignen sich perfekt, um spezifische Suchanfragen nach Longtail-Keywords mit transaktionalem Suchabsicht und exakte Artikelbezeichnungen abzufangen. Die Nutzer, die auf diesen Seiten landen, befinden sich am Ende der Customer Journey, haben eine konkrete Kaufabsicht und wollen einen Kauf tätigen.
Wichtige SEO-Elemente bei Produktbeschreibungen:
- Scannbarkeit: Eine Formatierung mit kurzen Absätzen, Aufzählungen usw. ermöglicht es jedem, die wichtigsten Punkte zum Produkt schnell zu erfassen.
- Vollständigkeit: Informationen zu Maßen, Materialien, Kompatibilitäten oder Lieferumfang sollten schnell erfassbar sein für den Nutzer.
- Nutzen/Benefits klar kommunizieren: Statt einer reinen Auflistung technischer Details, sollte der praktische Mehrwert des Produktes im Vordergrund stehen.
Praxisbeispiel Produktseite:
Unter der Angabe „60 cm Höhe“ können sich Käufer oft wenig vorstellen. Im folgenden Beispiel löst der Shop das schön visuell und zeigt die Pflanze in den Händen einer Person, um die tatsächliche Größe greifbar zu machen. Auch gut gelungen ist die schöne Übersicht über alle wichtigen Produktinfos (wie viel Wasser, Lichtempfindlichkeit, Giftig für Katzen usw.).

SEO Problem: Produkte, die nicht mehr vorhanden sind
Bei vielen Online-Shops kommt es vor, dass ein Produkt mal nicht mehr lieferbar ist. Viele Shopbetreiber löschen daraufhin die Produkt-Unterseite bzw. URL. Hatte diese URL bisher allerdings Traffic und Rankings, kann sich dies negativ auswirken. Eindeutig besser ist es, die alte URL zum nicht mehr lieferbaren Produkt mittels einer 301-Weiterleitung zu einem alternativen Produkt führen zu lassen. So werden Kunden, die z. B. die alte URL als Lesezeichen im Browser, in einer E-Mail o. Ä. abgespeichert haben, direkt zum richtigen Nachfolgerprodukt weitergeleitet.
Auch für Google hat dies den Vorteil, dass die Rankings zur alten URL meistens erhalten bleiben können, wenn rechtzeitig eine 301-Weiterleitung zu einem ähnlichen Produkt eingebaut wird.
- Bevor ein Produkt gelöscht wird, prüfen, ob Rankings und Traffic vorhanden sind
- Wenn ja, 301-Weiterleitung auf ein ähnliches Produkt
- Keine Weiterleitung zur Startseite – das kann als Soft-404-Fehler ausgelegt werden
- Wenn kein Traffic und keine Rankings vorhanden sind, die URL löschen und als 404 oder 410 ausliefern
KI-Content & SEO: Warnung vor unkontrolliertem KI-Einsatz
Die Erstellung von Content kann sehr viel Zeit und Geld kosten, weshalb immer mehr sich für den Einsatz von KI entscheiden. Google sagt klar, dass die Content-Erstellung mittels KI nicht gegen seine Webmasterrichtlinien verstößt (Quelle), wenn der Content trotzdem gut ist und dem Leser alle wichtigen Informationen korrekt liefert.
Jedoch ein unkontrollierter, ja massenhaft generierter Content-Auswuchs mittels KI kann laut Google sehr wohl als Manipulation angesehen werden und entsprechend abgestraft werden.
Kleinere Produkttexte können mit KI Chats wie ChatGPT, Claude oder Gemini erstellt werden und sollten nachträglich überprüft und überarbeitet werden, um z. B. Halluzinationen und Fehler von KIs zu korrigieren. Content für relevante Seiten wie wichtige Kategorien, Blog und Glossar-Texte sollten zum Großteil von Profitextern erstellt werden, die sich mit der Materie auskennen, um wirklich High Quality Content abzuliefern, der die Fragen der Nutzer bestmöglich beantwortet und Problemlösungen bereitstellt.
Mehr über die Gestaltung von Landing Pages (Kategorien, Produktseiten u. v. m.) erfährst du in diesem Video:
Strukturierte Daten (Schema.org) für Produkte
Durch strukturierte Daten erhalten Suchmaschinen (und auch KIs) Informationen mittels Schema-Daten (Markups) über eine Website. Dies kann man hervorragend nutzen, um seinen Onlineshop mit wichtigen Informationen anzureichern, damit die Crawler besser den Shop und seine Inhalte verstehen.
Einige wichtige E-Commerce-Markups im Überblick:
- Unternehmen (https://schema.org/localbusiness)
- Product (http://schema.org/product)
- Price (https://schema.org/price)
- Sternebewertung / Aggregate Rating (https://schema.org/aggregaterating)
- Offer (http://schema.org/offer)
Rich Snippets, wie z. B. Prodcut Reviews, können Bewertungssterne und Preisangaben in den SERPs bei Google erscheinen lassen. Was gut für die Sichtbarkeit und die Klickrate (CTR) ist.

Die Implementierung kann über verschiedene Wege erfolgen, wie über ein Plugin, direkter Einbau in den Quellcode oder einfach über den Google Tag Manager.
Auf validator.schema.org kann überprüft werden, ob die Daten richtig eingebaut wurden.
Strukturierte Daten sind kein direkter Rankingfaktor, jedoch können Suchmaschinen und KIs die Inhalte des Shops besser verstehen. Mit Strukturierten Daten können Rich Snippets (z. B. Sternebewertungen oder Preis-Angaben) direkt in den Google-SERPs erzeugt werden.
Mehr Informationen zu Schema-Daten findest du in diesem YouTube-Video:
Und Produkte, die nicht mehr vorhanden sind im Shop?
Bei vielen Online-Shops kommt es vor, dass ein Produkt mal nicht mehr lieferbar ist. Viele Shopbetreiber löschen daraufhin die Produkt-Unterseite bzw. URL. Hatte diese URL bisher allerdings Traffic und Rankings, kann sich dies negativ auswirken.
Eindeutig besser ist es, die alte URL zum nicht mehr lieferbaren Produkt mittels einer 301-Weiterleitung zu einem alternativen Produkt führen zu lassen. So werden Kunden, die z. B. die alte URL als Lesezeichen im Browser, in einer E-Mail o. Ä. abgespeichert haben, direkt zum richtigen Nachfolgerprodukt weitergeleitet.
Auch für Google hat dies den Vorteil, dass die Rankings zur alten URL meistens erhalten bleiben können, wenn rechtzeitig eine 301-Weiterleitung zu einem ähnlichen Produkt eingebaut wird.
- Bevor ein Produkt gelöscht wird, prüfen, ob Rankings und Traffic vorhanden sind
- Wenn ja, 301-Weiterleitung auf ein ähnliches Produkt
- Keine Weiterleitung zur Startseite – das kann als Soft-404-Fehler ausgelegt werden
- Wenn kein Traffic und keine Rankings vorhanden sind, die URL löschen und als 404 oder 410 ausliefern
Shop-Strukturen & Informationsarchitektur
Ein guter Online-Shop funktioniert nach denselben Prinzipien wie ein Supermarkt.
Kunden wie auch Suchmaschinen benötigen eine klare Orientierung. Ist das Sortiment in deinem Shop unlogisch sortiert oder schwer auffindbar, hat das online genau den gleichen Effekt wie in der offline Welt (in einem Supermarkt). Die Kunden sind verwirrt, finden sich nicht zurecht und verlassen den Laden bzw. Onlineshop frustiert wieder.
Jede Kategorie sollte logisch aus passenden Produkten zusammengesetzt sein. Jede Filtermöglichkeit sollte sinnvoll eingesetzt werden, um den Besuchern eine schnelle Orientierung zu bieten. Das Menü sollte klar aufgebaut sein, sodass die Nutzer ohne viel Nachdenken sofort alles finden.
Eine wichtige Metrik der Informationsarchitektur ist die Klicktiefe (Click Depth). Jede wichtige Seite sollte mit maximal drei bis vier Klicks von der Startseite aus erreichbar sein müssen. URLs, die zu tief versteckt sind, sind auch für die Suchmaschinen-Crawler weniger relevant.
Zur Analyse und Visualisierung dieser Klicktiefe eignen sich Tools wie der Screaming Frog SEO Spider oder Gephi.


Werden bei einer Analyse wichtige URLs identifiziert, die mehr als vier Klicks von der Startseite entfernt sind, müssen diese in der Hierarchie weiter nach vorne priorisiert.
Eine flache, logisch aufgebaute Hierarchie gliedert sich klassischerweise in vier Ebenen:
- Startseite (Der Eingangsbereich)
- Hauptkategorie (Die Abteilung, z. B. Schuhe)
- Unterkategorie (Das spezifische Regal, z. B. Sneaker)
- Produktseite (Der konkrete Artikel, z. B. Adidas Original TREZIOD 2.0 Sneaker)
Zur Unterstützung dieser Struktur ist die Implementierung einer Breadcrumb-Navigation hilfreich. Sie zeigt dem Nutzer jederzeit den genauen Standort im Shop an und bietet damit eine gute Orientierung an.
Alles über Informations- und Seitenarchitekturen findest du hier:
Technisches SEO für Shops
Ein gängiges Thema, das leider für viel Kopfschmerz sorgen kann, ist die Technik.
Während kleine Websites problemlos von Suchmaschinen vollständig gecrawlt werden, stoßen Online-Shops mit Abertausenden Artikeln schnell an ihre Grenzen. Hat ein großer Shop viele technische Fehler, wie z. B. broken Links, lange Ladezeiten usw., brechen viele Suchmaschinen-Bots ihr Crawlen ab und verlassen den Shop wieder, ohne alle Inhalte vollständig zu erfassen. Das kann auf Dauer zu schweren Rankingeinbrüchen führen oder gute Rankings gänzlich verhindern.
Das technische Setup muss daher präzise steuern, welche URLs indexiert werden und welche nicht.
Crawl-Budget-Optimierung für Millionen-Sortimente
Bei Enterprise-Shops mit riesigen Sortimenten wird das Crawl-Budget zum kritischen Engpass. Ist die Zeit, die der Googlebot dem Shop zuweist, erschöpft, werden neue Produkte oder Preisänderungen oft nur stark verzögert indexiert.
Folgende Maßnahmen maximieren die Crawling-Effizienz:
- Broken Links & Status-Codes: Alle Verlinkungen sollten stets auf 404-Seiten, unnötige Weiterleitungsketten und fehlerhafte Status-Codes überprüft werden. Jede unnötige Weiterleitung oder nicht erreichbare URL verbraucht Crawling-Ressourcen. Das kann bei vielen Fehlern, insbesondere bei großen Shops, zu einem echten SEO-Problem werden.
- PRG-Pattern (Post-Redirect-Get): Da Millionen-Sortimente unzählige Filterkombinationen erzeugen, reichen einfache Canonical-Tags nicht mehr aus. Das PRG-Pattern sendet Filterklicks als POST-Request, sodass Suchmaschinen die Milliarden möglichen Filter-URLs gar nicht erst sehen und wertvolles Budget dadurch sparen.
- Logfile-Analyse: Die Auswertung der Server-Logfiles zeigt exakt auf, welche irrelevanten Shop-Bereiche Budget verschlingen (Crawler-Fallen) und welche umsatzstarken Kategorien der Bot stattdessen ignoriert.
- Sitemap-Segmentierung: XML-Sitemaps sollten strikt nach Marken oder Kategorien aufgeteilt und in einer Indexdatei gebündelt werden. Das ermöglicht eine isolierte Fehleranalyse in der Google Search Console.
- Strategische interne Verlinkung: Es ist stark empfehlenswert, über gezielte interne Verlinkungen die wichtigsten Kategorien im Shop aktiv zu pushen. Dadurch wird der Crawler gezielt auf die umsatzstärksten und relevantesten Bereiche gelenkt, anstatt sich in unwichtigen Unterseiten zu verlieren.
Facetten-Navigation und Filterseiten steuern
Die Facetten-Navigation ist für die Usability wichtig, kann aus SEO-Sicht jedoch zum Problem werden. Dynamische Parameter-URLs wie „?farbe=blau&größe=43“ erzeugen zahlreiche URL-Kombinationen, die Crawling-Ressourcen binden und zu Duplicate Content führen können.
Zalando ist hier ein gutes Beispiel, um solche Problem zu vermeiden:
Selbst die kleinste Kategorie bei Zalando mit einem beliebigen Produkt ist eine eigenständige URL, wie z. B. „https://www.zalando.de/herrenschuhe-kurzstiefel/aldo/“. Nur wenn mit Filtern gesucht wird (Schuhgröße, Material usw.), haben die URLs auch hier Parameter, die aber mit Canonical Tags für den Suchmaschinen-Index ausgeschlossen werden.
Weitere Lösungsansätze für das Filter-Handling:
- Ausschluss von URLs über die Robots.txt: Parameter und Filter, die Crawl-Budget verschwenden bzw. keinen Mehrwert bieten, können per Disallow-Befehl für Suchmaschine-Bots ausgeschlossen werden. Aber Achtung: Google und andere Crawler können dann auch keine Tags (wie Canonicals) auf diesen Seiten lesen.
- Meta-Tag „noindex“: Filterkombinationen, die gecrawlt werden sollen, aber nicht im Suchergebnis erscheinen sollen, erhalten das „noindex“-Tag.
- Canonical-Tags: Parameter, die den Inhalt nicht ändern, sondern nur anders darstellen (z. B. Sortierung ?sort=price_asc), verweisen per Canonical-Tag auf die Hauptkategorie, um Duplicate Content zu verhindern.
Wie schlimm ist Duplicate Content (DC)?
Duplicate Content ist für Google kein direkter Grund, eine Website abzustrafen. Wenn jedoch URLs identische oder sehr ähnliche Inhalte enthalten, kann dies die Bewertung durch Suchmaschinen (und KIs) erschweren.
Besondere wenn mehrere URLs (Unterseiten) auf dasselbe Keyword optimiert sind, besteht das Risiko einer Keyword-Kannibalisierung. In solchen Fällen konkurrieren die URLs miteinander, was die Sichtbarkeit insgesamt schwächen kann. Gerade bei Onlineshops ist es daher empfehlenswert, Duplicate Content zu vermeiden.
Paginierung (Kategorie-Unterseiten) richtig umsetzen
Wenn Kategorien hunderte (oder gar tausende) von Produkten enthalten, werden diese bei den meisten CMS-Shopsystemen automatisch auf mehrere Unterseiten aufgeteilt (Paginierung genannt). Auch hier kann Duplicate Content entstehen. Es wird jedoch nicht empfohlen, Kategorie-Unterseiten pauschal auf noindex zu setzen. Langfristig kann ein noindex dazu führen, dass die internen Links auf diesen Unterseiten von den Suchmaschinen nicht mehr gefolgt werden und dadurch Produkte aus dem Index fallen.
Tipps für die Paginierung:
- Wichtige SEO-Elemente einzigartig halten: Title Tag und Meta Description der Unterseiten in den Paginierungen müssen sich voneinander unterscheiden, z. B. durch das dynamische Anhängen von Textelementien („- Seite 2“, „- Seite 3“)
- Text-Duplikate vermeiden: Der Kategorietext. der unterhalb der Produkten erscheint (Kaufberater) sollte ausschließlich auf der ersten Seite der Kategorie erscheinen. Auf den folgenden Unterseiten sollte dieser Textbereich ausgeblendet werden
- Self-Referencing Canonical: Jede paginierte Seite sollte per Canonical-Tag auf sich selbst verweisen
URL-Struktur für SEO
Die URL-Struktur hat zwar „nur“ einen indirekten Einfluss auf die Rankings, übermittelt jedoch Nutzern als auch Suchmaschinen-Crawlern bereits vor dem Klick erste Informationen zum Seiteninhalt. Zudem können technisch Fehler in den URL-Strukturen das Crawling erschweren und gefährden eine ordentliche Indexierung.
Gefahrenquellen: Dynamische Parameter und Session-IDs
Dynamische Parameter innerhalb einer URL (beispielsweise ?id=8458) oder angehängte Session-IDs führen ebenfalls zu Duplicate-Content-Problemen. Sobald identische Inhalte unter wechselnden Parameter-URLs aufrufbar sind, verschwendet die Suchmaschine Ressourcen beim Crawling und kann die Relevanz der Seite nicht mehr eindeutig zuordnen.
Der Einsatz statischer URLs ist daher die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Shop-SEO.
Empfehlungen für eine optimale URL-Struktur:
- Sprechende URLs: Die URL muss so aussagekräfitg sein, dass der Seiteninhalt anhand der URL sofort erkennbar wird (Positiv-Beispiel: shop.de/schuhe/herren -> Hier geht es um Schuhe für Herren)
- Kurz und hierarchisch: URLs sollten möglichst gehalten werden. Eine flache Verzeichnisstruktur ohne unnötige Unterordner ist von Vorteil, da tiefe Pfade (wie shop.de/cms/de-de/shop/prod/marke-schuh) von Crawlern oftmals schlechter gecrawlt werden
- Verzicht auf Parameter: Session-IDs oder sonstige unnötige Parameter innerhalb der URL sollten vermieden werden
- Kanonisierung nutzen: Lassen sich dynamische Parameter oder sonstige Filterfunktionen technisch nicht umgehen, muss per Canonical-Tag eindeutig auf die saubere, indexierbare Haupt-URL (Master-URL) verwiesen werden, um Duplicate Content aufzulösen
Vorsicht bei nachträglichen URL-Änderungen
Nachträgliche Anpassungen einer bereits indexierten URL tragen ein gewisses Risiko. Jede Änderung der URL-Struktur führt dazu, dass Suchmaschinen die URL als komplett neue Seite werten. Die Historie und die bis dahin aufgebaute Ranking-Power können verloren gehen.
Bei unvermeidbaren URL-Änderungen muss daher zwingend mit dauerhaften 301-Weiterleitungen gearbeitet werden. Diese signalisieren Suchmaschinen, dass die alte URL dauerhaft auf die neue Adresse umgezogen ist.
Ladezeiten & Performance-Optimierung (Page Speed)
Die Ladegeschwindigkeit eines Online-Shops sollte besondere Aufmersamkeit geschenkt werden, da diese direkten Einfluss auf Rankings und Conversion-Rate hat.
Jede Verzögerung in den Ladezeiten kann zu messbaren Kaufabbrüchen führen und auch die Rankings gefährden, da weder Nutzer noch Suchmaschinen-Crawler lange Wartezeiten akzeptieren.
Core Web Vitals
Google hat durch die Einführung der sogenannten Core Web Vitals klar gemacht, dass sie die tatsächliche Nutzererfahrung beim Seitenaufbau messen und in die Rankingberechnungen miteinfließen lassen:
- LCP (Largest Contentful Paint): Das Haupt-Produktbild oder das größte Element im Sichtbereich muss in unter 2,5 Sekunden geladen sein.
- INP (Interaction to Next Paint): Die Reaktionsfähigkeit des Shops/der Website auf Eingaben (z. B. Klick auf den Warenkorb) sollte unter 200 Millisekunden liegen.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Unerwartete Layout-Verschiebungen während des Ladens sollten vermieden werden, um die visuelle Stabilität zu gewährleisten.
Strategien zur Performance-Verbesserung
Um die Core Web Vitals und die bestmöglichen Ladezeiten zu erreichen, gibt es diverse Hebel, die angegangen werden können.
1. Headless Commerce: Wie bereits im CMS-Kapitel erwähnt, kann die Entkoppelung des Frontends in Kombination mit einem CDN für sehr schnell Ladezeiten sorgen.
2. Leistungsstarkes Hosting: Für die beste Performance ist die Wahl eines guten Premium-Hosters, der sich auf Shop-Systeme spezialisiert hat, wichtig. Günstige Shared-Hosting-Anbieter sind wie ein „Klotz am Bein“ für die Performance.
3. Bildoptimierung: Produktbilder verursachen oft eine große Datenlast. Neben moderner Komprimierung und Formaten wie WebP oder AVIF ist Lazy Loading heute Standard.
4. Skript- und Cache-Management: Die Menge an Daten beim Laden eines Shops kann z. B. durch Caching-Systeme wie Brotli reduziert werden, die das alte Gzip-Verfahren in der Komprimierungsrate deutlich übertrifft. Durch das Zusammenfassen von JavaScript & CSS-Dateien wird die Anzahl der Serveranfragen (HTTP-Requests) zusätzlich verringert. Mittels Browser-Caching kann zudem die Datenlast reduziert werden, da statische Ressourcen lokal zwischengespeichert werden, was die Ladezeiten bei wiederkehrenden Besuchen deutlich verkürzt.
5. Technische Infrastruktur (SSL & HTTP/2): Eine SSL-Verschlüsselung ist nicht nur notwendige Pflicht, sondern ermöglicht auch die Nutzung des schnellen HTTP/2-Protokolls, das parallele Datenübertragungen erlaubt und den Pagespeed ebenfalls verbessert.
Tools wie cruxvis.withgoogle.com oder WebPageTest.org eigenen sich sehr gut, um die Performance regelmäßig zu überprüfen.
SEO für KI-Suchen: Gefunden werden in ChatGPT, Gemini & AI Overviews
Viele Menschen suchen heutzutage zusätzlich direkt über KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder erhalten ihre Antworten direkt über die Google AI Overviews.
So erwarten Nutzer bei KI-Suchmaschinen keine klassischen Trefferlisten mehr, sondern fertige, aufbereitete Antworten.
Um in den KI-Antworten als Shop stattzufinden, reicht klassisches SEO mit Fokus auf Keywords allein oft nicht mehr aus. Eine neue Teildisziplin hat sich daraus entwickelt namens GEO (Generative Engine Optimization).
Das Ziel von GEO ist es, in den generierten KI-Antworten entweder als Marke empfohlen (Mention) oder als Quelle verlinkt zu werden (Citation).
Mehr über GEO erfährst du in diesem YouTube-Video:
Einige wichtige GEO-Faktoren im Überblick:
Aktualität ist wichtig (Grounding)
Wie Jeff Dean (Chief AI Scientist bei Google) erklärt, lesen KI-Modelle bei einer Suchanfrage nicht das gesamte Internet live aus. Sie nutzen einen komplexen Trichter-Prozess, der Milliarden von Dokumenten in Sekundenbruchteilen auf wenige hochrelevante Quellen reduziert.
Da die KI Fakten abgleicht, um Halluzinationen zu vermeiden (das sogenannte Grounding), ist absolute Aktualität entscheidend.
Sind deine Produktdaten, Preise oder Verfügbarkeiten veraltet, bist du für die KI nutzlos und fällst sofort aus dem Ranking.
Information Gain (Wissenslücken schließen)
Ein LLM (Large Language Model) kennt allgemeines Basiswissen bereits aus seinem Training.
Ein generischer Text wie „Was ist ein E-Bike?“ bringt dir keine Verlinkung (Citation) in den Antworten. Um als Quelle zitiert zu werden, muss man der KI exklusive Daten liefern, die sie zwingend nachschlagen muss. Liefere hochspezifische Problemlösungen und granulare Daten, z. B. „Vergleich der besten E-Bikes für hügeliges Gelände bei über 100 kg Körpergewicht unter 3.000 Euro“.
Je spezifischer die menschliche Expertise, desto eher wird der Shop als Primärquelle in den Antworten genommen.
Markenautorität für Empfehlungen (Mentions)
Wenn ein Nutzer eine Chat-KI fragt „Welcher Online Shop für Fußballschuhe ist der beste?“, generiert das zugrunde liegende Large Language Model (LLM) eine Antwort auf Basis statistischer Muster, die es während des Trainings aus großen Textmengen gelernt hat.
Um hier genannt zu werden, muss deine Marke im Vorfeld häufig in einem positiven, fachlichen Kontext im Netz stattfinden (Co-Citations). PR, echte Testberichte, Nennungen in Fachmagazinen und Diskussionen in Foren trainieren die KI darauf, deine Marke als De-facto-Standard in deiner Nische abzuspeichern.
LLM-freundliche Informationsarchitektur
KI-Sprachmodelle verarbeiten Informationen statistisch. Eine reine Textwüste ist nicht nur für echte Menschen, sondern auch für KIs schwer zu analysieren.
Der Content sollte so aufbereitet werden, dass die Crawler die Fakten sofort extrahieren können: Klare H-Überschriften, Produktspezifikationen in übersichtlichen HTML-Tabellen, wichtige Aussagen weit oben und deutlich hervorgehoben und vieles mehr hilft, besser verstanden zu werden.
Technik ist wichtig(er)
Einige KIs verwenden Open-Source-Crawler wie den Common Crawl. Diese sind oft weniger ressourcenstark als die Crawler großer Suchmaschinen. Technische Fehler oder technisch komplexe Websites können daher eher dazu führen, dass Inhalte unvollständig erfasst werden. Auch umfangreiche JavaScript Elemente können die Verarbeitung deutlich erschweren.
Daher sollte ein Onlineshop nicht nur für Google technisch optimiert sein, sondern insgesamt sauber aufgebaut werden. Dazu zählen reduzierte JavaScript Nutzung, klare URL Strukturen, die Vermeidung von Duplicate Content sowie schnelle Ladezeiten.
Noch mehr über GEO erfährst du hier
E-E-A-T im E-Commerce
E-E-A-T ist eine Art Qualitätsfilter von Google, und dieser steht für Experience (Erfahrung), Expertise (Fachwissen), Authoritativeness (Autorität) und Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit).
Der Filter wird genutzt, um die Qualität und Glaubwürdigkeit von Websites und Shops zu bewerten – insbesondere im YMYL-Bereich (YMYL steht für Your Money Your Life). In diesen Bereich fallen alle Onlineshops automatisch rein, weil hier der Nutzer Waren/Leistungen mit Echtgeld bezahlt. Damit keine „Betrüger” bzw. „Fake-Shops” ganz vorne bei Google stehen, gibt es diesen Vertrauensfilter.
Im E-Commerce ist besonders T (Trust) ein wichtiges Kriterium: Wenn Google (und die Nutzer) einem Shop kein Vertrauen schenken, wird dieser auch nicht ranken – unabhängig davon, wie gut die restlichen SEO-Maßnahmen umgesetzt werden.
Um für E-E-A-T gezielt zu optimieren, müssen einige Bereiche optimiert werden:
1. Experience (Erfahrung)
Google möchte sichergehen, dass Produkte tatsächlich getestet und von echten Menschen genutzt wurden. Nur wer das Produkt kennt, kann auch wirklich wahrheitsgemäß darüber berichten.
- Echte Kundenbewertungen: Verifizierte Produktbewertungen sind auf der Artikelseite prominent sichtbar.
- User-Generated Content (UGC): Kundenfotos und Videos, die das Produkt im echten Einsatz zeigen, sind ein klares Signal für echte Produkterfahrung.
- Eigene Produkttests: Wenn ein Shop seine eigene Testberichte, Unboxing-Videos oder Vergleiche veröffentlicht, unterstreicht das die praktische Erfahrung.
2. Expertise (Fachwissen)
Der Onlineshop muss beweisen, dass er sein Sortiment viel besser kennt als ein reiner Dropshipping-Händler.
- Detaillierte Kaufberater: Umfassende Ratgeber und FAQ-Sektionen auf den Kategorieseiten, die häufige Kundenfragen (z. B. „Welche Fußballschuhe bei Regenwetter?”) fachlich am besten beantworten.
- Autorenprofile: Blog- oder Glossar-Artikel sowie Ratgeber sollten nicht von einem anonymen „Admin“ stammen, sondern von echten, namentlich bekannten Experten aus der Branche. Diese sollten eine kurze Autorenbox erhalten und es sollte Links zu ihren Social-Media-Profilen (z. B. LinkedIn) geben.
3. Authoritativeness (Autorität)
Autorität wird primär von anderen Websites und deren Experten zugesprochen.
- Backlinks & Erwähnungen: Verlinkungen von branchenrelevanten Fachportalen, Herstellern oder bekannten Blogs zeigen Google, dass der Shop eine anerkannte Größe in der Branche ist.
- Aufbau von Branchenbekanntheit: Auch die Teilnahme an Konferenzen (z. B. als Speaker), Messen (z. B. mit eingem Stand oder als Werbepartner) und ähnliches zeigt die Verbundenheit zu einer bestimmten Branche und vermittelt Autorität. Wichtig: Das ganze muss natürlich online sichtbar sein, sonst wirkt diese Maßnahme natürlich nicht.
4. Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)
Das Fundament eines jedes Online-Shops. Fehlt das Vertrauen, nutzen alle anderen Maßnahmen nichts.
- Transparenz: Eine große „Über uns“-Seite mit echten Teambildern und Bildern des Unternehmens, ein vollständiges Impressum sowie gut auffindbare Kontaktmöglichkeiten (Telefon, E-Mail).
- Richtlinien: Klar formulierte, leicht verständliche Bedingungen zu Rückgabe, Versandkosten und Datenschutz.
- Gütesiegel: Offizielle Siegel (wie Trusted Shops oder TÜV) sowie transparente Informationen zu sicheren Zahlungsmethoden (PayPal, Kreditkarte, Kauf auf Rechnung) stärken das Vertrauen.
Alles über E-E-A-T
Weitere Optimierungsmöglichkeiten für E-E-A-T gibt es hier.
Google Merchant Center & Free Listings
Mit dem Google Merchant Center (GMC) können Onlineshops ihre Produkte auf verschiedenen Google-Kanälen wie dem Shopping-/Produkt-Tab anzeigen. Häufig wird das GMC für Google-Ads-Shopping-Kampagnen genutzt – für SEO wird dieses Tool bei vielen Shops leider viel zu selten eingesetzt.
Doch genau das ist eine gute Möglichkeit, um über Google weitere kostenlose Klicks von potenziellen Käufern zu erhalten. Mithilfe der sogenannten „Free Listings” ist eine kostenlose Platzierung von Produkten u. a. in den organischen Suchergebnissen und im Shopping-Tab möglich.

Da Google Produkte immer häufiger als visuelle „Product-Cards“ in den SERPs ausspielt, ist die Teilnahme am GMC wichtig, um weiter organic Traffic zu erhalten.
Produktdaten-Feed optimieren:
- Vollständigkeit: Jedes Produkt aus dem Shop, das verkauft werden kann, sollte im Merchant Center angelegt werden. Über ein Attribut [excluded_destination] können diese nur für die organische Anzeige (Free Listings) freigeschaltet werden, was die Sichtbarkeit von allen Produkten bei Google erhöht (und die Chance für Verkäufe steigert).
- Titel optimieren: Der Produkttitel [title] ist ein wichtiger Rankingfaktoren hier. Alle relevanten Informationen wie Produktnamen, Marke, Farbe usw. sollten im Titel vorkommen.
- Bildqualität: Gute, hochauflösende Bilder, die das Produkt optimal darstellen, sind Pflicht (auch ohne Wasserzeichen bitte). Weitere Bilder und Ansichten zum Produkt können über das Attribut [additional_image_link] die Sichtbarkeit und die Conversion-Rate verbessern.
- Sauberes Tracking: Im Feed sollte der Paid-Parameter (wie z. B. „utm_medium=ads“) verwendet werden, da dies die Analyse verfälscht. Stattdessen sollte das automatische Tagging im Merchant Center zu nutzen.
- Technische Basis: Die Nutzung von strukturierten Daten (besonders wichtig: das von Schema.org „ProductGroup” für Varianten) stellt sicher, dass die Suchmaschine die Preise und die Verfügbarkeiten immer korrekt mit dem Shop abgleichen kann.

OffPage-SEO für Online-Shops: Linkaufbau und Autorität
Backlinks sind (und bleiben) ein wichtiges Rankingsignal und bilden die Grundlage für den Nachweis von Autorität eines Online-Shops (das „A“ in E-E-A-T). Sie zeigen Google, dass andere „Experten“ dem Shop vertrauen und ihn empfehlen.
Allerdings birgt der Linkaufbau auch Gefahren: Wer auf billige Linkpakete (z. B. von Fiverr) setzt, riskiert eine Abstrafung durch Linkmanipulation. Wirklich starke und qualitativ hochwertige Links stammen von themenrelevanten Websites, die selbst über guten Traffic und eine hohe Autorität verfügen.
Mit den folgenden vier OffPage-Strategien lassen sich gezielt gute Backlinks für E-Commerce-Shops aufbauen:
Tipp 1: Quick Wins durch Hersteller-Links und aktiven Outreach
Die ersten und oft wertvollsten Backlinks liegen meist direkt vor deiner Nase. Statt teure Links zu kaufen, solltest du zunächst dein bestehendes Netzwerk aus Lieferanten nutzen und gezielt auf relevante Webseiten in deiner Nische zugehen.
- Umsetzung Hersteller-Links: Hersteller, von denen Shops ihre Produkte beziehen, haben häufig Unterseiten wie „Unsere Partner“ oder eine „Händlersuche“. Hier kann ein Shop direkt Links aufbauen, indem er einfach per E-Mail oder Telefon nachfragt.
- Umsetzung Outreach: Suche aktiv nach Erwähnungen deines Shops oder deiner Produkte im Netz, die noch nicht verlinkt sind (sogenannte „Unlinked Brand Mentions“). Tools wie Google Alerts helfen dabei. Schreibe die Webseitenbetreiber freundlich an und bitte um die Ergänzung des Links – da der Kontext schon besteht, ist die Erfolgsquote sehr hoch. Ergänzend kannst du Nischen-Blogger kontaktieren und ihnen Testprodukte oder Expertenwissen für ihre Artikel anbieten, um im Gegenzug erwähnt zu werden.
Tipp 2: Linkprofil der Konkurrenz analysieren (Reverse Engineering)
Wenn Wettbewerber für hart umkämpfte Suchbegriffe vor dem eigenen Shop ranken, liegt das oft an einem stärkeren Backlinkprofil.
- Umsetzung Konkurrenz-Analyse: Mit SEO-Tools wie Ahrefs oder Majestic lassen sich die Backlinks der Konkurrenz auswerten. So können relevante Fachportale, Blogs oder News-Seiten identifiziert werden, die den Wettbewerb verlinken. Im Anschluss kontaktiert man diese Seitenbetreiber und bietet ihnen z. B. einen Gastbeitrag oder eine Kooperation an.
Tipp 3: Content Marketing & Linkbait (Informationsgetriebenes SEO)
Wie bereits im Keyword-Kapitel besprochen, eignen sich Ratgeber-Inhalte (Informational Keywords) hervorragend als Linkbait, da transaktionale Seiten selten verlinkt werden.
- Umsetzung Content Marketing: Es müssen Inhalte geschaffen werden, die Suchanfragen am Anfang der Customer Journey abdecken (z. B. „Welcher Rasenmäher für hohes Gras?“).
- Umsetzung Content Distribution: Ein guter Text allein generiert keine Links. Der Content muss aktiv an Online-Journalisten und Fachblogger herangetragen werden (Outreach). Damit Inhalte verlinkt werden, müssen sie echten Mehrwert bieten, professionell recherchiert sein, ein Problem lösen oder durch Daten und Studien neue Erkenntnisse liefern.
Tipp 4: Der richtige Umgang mit schlechten Links
Schlechte Links (z. B. aus fremdsprachigen Spam-Verzeichnissen, gekauften Linkschleudern oder Casino-Seiten) sammeln sich im Laufe der Zeit fast von alleine an. Hier gibt es jedoch ein häufiges Missverständnis:
- Korrektur zur Entwertung: Noch vor einigen Jahren mussten Webmaster diese Links mühsam anschreiben oder über das Google Disavow-Tool entwerten. Im Jahr 2026 ist das in der Regel nicht mehr nötig. Der Google-Algorithmus (SpamBrain) ist mittlerweile so ausgereift, dass er toxische Links automatisch ignoriert, sodass sie keinen Schaden mehr anrichten.
- Wann eingreifen? Das Disavow-Tool sollte heute nur noch genutzt werden, wenn der Shop eine offizielle Meldung über eine „Manuelle Maßnahme“ in der Google Search Console erhalten hat oder Opfer einer gezielten Negative-SEO-Attacke wurde. Ein proaktives, unüberlegtes Entwerten von Links richtet heute oft mehr Schaden an, als es nützt.
Weitere Artikel zum Thema Linkaufbau (für Onlineshops):
Fazit
Suchmaschinenoptimierung ist für alle Onlineshops interessant, die ihre Zielgruppe an jedem Punkt der Customer Journey erreichen wollen. Durch SEO hat jeder Shop die Möglichkeit, seine potenziellen Kunden gezielt über die Google-Suche abzuholen.
Dazu kommt, dass millionen von Nutzern tagtäglich die Suche nutzen und mit einer richtigen SEO-Strategie und Umsetzung nicht nur viel Traffic, sondern auch höhere Umsätze generiert werden können.