Was ist der Mar­ke­ting Mix, wel­che Mo­del­le gibt es und wo lässt sich SEO ein­ord­nen?

Aktualisiert: 27. Mai 2026 · ca. 8 Min. Lesezeit · farbentour.de bevorzugen

Der Mar­ke­ting-Mix bün­delt alle In­stru­men­te, mit de­nen ein Un­ter­neh­men sei­ne Mar­ke­ting­zie­le er­reicht. Das klas­si­sche 4-P-Mo­dell um­fasst Pro­duct (Pro­dukt­po­li­tik), Pri­ce (Preis­po­li­tik), Place (Ver­triebs­po­li­tik) und Pro­mo­ti­on (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik); für Dienst­leis­tun­gen wird es um Peo­p­le, Pro­cess und Phy­si­cal Evi­dence zum 7-P-Mo­dell er­wei­tert.

Der Mar­ke­ting-Mix be­steht aus Hand­lun­gen oder Stra­te­gien, die ein Un­ter­neh­men ver­wen­det, um sich oder sei­ne Pro­duk­te be­kann­ter zu ma­chen und zum Bei­spiel den Ab­satz zu för­dern. Der klas­si­sche Mar­ke­ting Mix be­steht aus dem 4P-Mo­dell: Pro­duct, Pri­ce, Place und Pro­mo­ti­on.

Im Lau­fe der Zeit wur­de das 4P-Mo­dell im­mer wie­der er­wei­tert, so gibt es auch das 7P-Mo­dell mit den zu­sätz­li­chen Be­rei­chen Peo­p­le, Pro­cess und Phy­si­cal Evi­dence.

Die 4 Ps im Mar­ke­ting Mix

All­ge­mein kann der Mar­ke­ting-Mix als die Kom­bi­na­ti­on aus den Mar­ke­ting­in­stru­men­ten, die das Un­ter­neh­men zur Er­rei­chung sei­ner Mar­ke­ting­zie­le auf dem Ziel­markt ein­setzt de­fi­niert wer­den. Die Ent­schei­dung über den Ein­satz ei­nes Mar­ke­ting­in­stru­men­tes kann nicht iso­liert statt­fin­den, je­des ein­zel­ne Mar­ke­ting­in­stru­ment muss auf das de­fi­nier­te Mar­ke­ting­ziel aus­ge­rich­tet sein. Es muss au­ßer­dem be­ach­tet wer­den, dass die ein­zel­nen In­stru­men­te In­ter­de­pen­den­zen auf­wei­sen.

Ziel der stra­te­gi­schen Mar­ke­ting­pla­nung ist es, den op­ti­ma­len Mar­ke­ting-Mix zu ent­wi­ckeln, das be­deu­tet, die Kom­bi­na­ti­on der Mar­ke­ting­maß­nah­men soll­te so sein, dass sie op­ti­mal auf die Er­rei­chung des Mar­ke­ting­ziels aus­ge­rich­tet ist.

Das 4 P Mo­dell wur­de in zahl­rei­chen Pu­bli­ka­tio­nen er­wei­tert und zwar auf das 5 P bzw. 7 P Mo­dell. Wir stel­len zu­nächst das klas­si­sche 4 P Mo­dell vor und ge­hen im An­schluss auf die Er­wei­te­run­gen ein.

Marketing Mix 4-P Modell
Die 4 Ps im Marketing Mix

Pro­dukt­po­li­tik (Pro­duct)

Die Pro­dukt­po­li­tik um­fasst Ent­wick­lung und Ge­stal­tung der an­ge­bo­te­nen Leis­tun­gen. Pro­dukt oder Dienst­leis­tung soll­ten auf die Be­dürf­nis­se der Ziel­grup­pe aus­ge­rich­tet sein. Wich­ti­ge Punk­te:

  • Pro­dukt­ent­wick­lung
  • Pro­dukt­in­no­va­ti­on
  • Na­mens­ge­bung
  • Ser­vice­leis­tun­gen
  • Sor­ti­ments­pla­nung
  • Ver­pa­ckung

Preis­po­li­tik (Pri­ce)

Die Preis­po­li­tik legt die Kon­di­tio­nen fest, zu de­nen der Kun­de die Pro­duk­te und Leis­tun­gen er­wer­ben kann.

  • Preis­be­stim­mung
  • Zah­lungs- und Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten
  • Zah­lungs­be­din­gun­gen
  • Ra­bat­te
  • Skon­ti

Ver­triebs­po­li­tik (Place)

Zur Ver­triebs- bzw. Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik ge­hö­ren alle Maß­nah­men, die er­for­der­lich sind, um die Pro­duk­te und/oder Leis­tun­gen vom Her­stel­ler an den Kon­su­men­ten zu ver­tei­len.

  • Lie­fer­bar­keit
  • Trans­port
  • La­ge­rung
  • Stand­or­te
  • IT-In­fra­struk­tur
  • Web­site und Con­tent

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik (Pro­mo­ti­on)

Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik um­fasst „die Pla­nung, Um­set­zung, Ab­stim­mung und Kon­trol­le al­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men des Un­ter­neh­mens im Hin­blick auf alle Ziel­grup­pen, um die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zie­le und da­mit die nach­ge­la­ger­ten Mar­ke­ting- und Un­ter­neh­mens­zie­le zu er­rei­chen.“ (He­ri­bert Mef­fert, Chris­toph Bur­mann, Mar­ke­ting: Grund­la­gen markt­ori­en­tier­ter Un­ter­neh­mens­füh­rung, 2018, S. 633).

  • Klas­si­sche Wer­bung (TV, Print, Ra­dio)
  • Pu­blic Re­la­ti­ons
  • Per­sön­li­cher Ver­kauf
  • Te­le­fon­mar­ke­ting
  • Mit­ar­bei­ter­kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Event-Mar­ke­ting
  • Mes­sen und Aus­stel­lun­gen
  • On­line Mar­ke­ting
  • SEA
  • SEO
  • E-Mails
  • So­cial Me­dia
  • Con­tent Mar­ke­ting
  • und mehr…

Das klas­si­sche 4-P-Mo­dell geht auf E. Je­ro­me Mc­Car­thy (1960) zu­rück, die Er­wei­te­rung zum 7-P-Mo­dell auf Booms & Bit­ner (1981).

Je­des In­stru­ment lässt sich mit Mar­ken- bzw. Bran­chen­bei­spie­len ver­an­schau­li­chen: etwa Ap­ple oder IKEA für Pro­duct (De­sign/Sor­ti­ment), Pe­ne­tra­ti­ons- ge­gen­über Ab­schöp­fungs­preis für Pri­ce, sta­tio­nä­rer Han­del ge­gen­über On­line-Shop für Place so­wie In­fluen­cer- oder Such­ma­schi­nen­wer­bung für Pro­mo­ti­on.

Ein­ord­nung von SEO im Mar­ke­ting Mix des 4 P Mo­dells

Um eine Ein­ord­nung von SEO im Mar­ke­ting Mix vor­zu­neh­men müs­sen zu­nächst ein­mal die ein­zel­nen Be­rei­che von SEO de­fi­niert wer­den. Hier ein Aus­zug über wich­ti­ge SEO-Ele­men­te.

Stra­te­gie

On­Page

Con­tent

  • Con­tent-For­ma­te
  • Über­schrif­ten
  • Struk­tur
  • Text-Län­ge
  • In­halt
  • Häu­fi­ge Fra­gen (W-Fra­gen)

Off­Pa­ge

  • Link­auf­bau
  • See­ding
  • Link­ma­nage­ment
  • Re­pu­ta­ti­ons­auf­bau
  • Mar­ken­be­kannt­heit

Mo­ni­to­ring

  • Goog­le Search Con­so­le
  • Goog­le Ana­ly­tics
  • Tra­cker für Ran­kings
  • Tools für Sicht­bar­keit

Die­se Be­schrei­bung der ein­zel­nen SEO-Auf­ga­ben macht deut­lich, dass SEO den Be­rei­chen „Pro­mo­ti­on“ und „Place“ in den 4 Ps zu­zu­ord­nen ist.

SEO in „Place“

Die Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik muss für eine op­ti­ma­le Be­reit­stel­lung der Pro­duk­te sor­gen. Im di­gi­ta­len Be­reich be­deu­tet dies, Pro­duk­te und Leis­tun­gen müs­sen im On­line-Shop oder auf der Un­ter­neh­mens-Web­site ge­fun­den wer­den. Der „Trans­port“ der Be­su­cher zum On­line-Shop oder zur Un­ter­neh­mens-Web­site er­folgt über den Ka­nal der Such­ma­schi­nen.

SEO Im 4-P Modell
Die Rollen von SEO im 4-P Modell

Da bei der Su­che oft meh­re­re Mil­lio­nen Such­ergeb­nis­se an­ge­zeigt wer­den, muss ein Pro­dukt mög­lichst un­ter den ers­ten Such­ergeb­nis­sen er­schei­nen, da­mit es nicht in der Mas­se der Such­ergeb­nis­se un­ter­geht. Um die obe­ren Plat­zie­run­gen zu er­rei­chen, müs­sen wie­der­um be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen für die Al­go­rith­men der Such­ma­schi­nen ge­schaf­fen wer­den. Da­für wer­den fol­gen­de SEO-Maß­nah­men ein­ge­setzt:

Op­ti­mie­rung von:

  • Web­site
  • La­de­zei­ten
  • In­ter­ne Ver­lin­kung

SEO in „Pro­mo­ti­on“

Um die On­line-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men op­ti­mal auf den Nut­zer aus­zu­rich­ten, muss zu­erst ana­ly­siert wer­den, wo­nach der Nut­zer sucht, wel­che Pro­ble­me und Be­dürf­nis­se er hat.

Auf­ga­be von SEO ist die Ana­ly­se der Such­an­fra­gen zum je­wei­li­gen Pro­dukt- bzw. Leis­tungs­be­reich und dar­auf ba­sie­rend die Ent­wick­lung ei­ner Key­word-Stra­te­gie

Wenn die Key­word-Stra­te­gie ent­wi­ckelt wur­de muss Con­tent er­stellt wer­den, die­ser soll­te in ers­ter Li­nie für die Nut­zer ent­wi­ckelt wer­den. Da Goog­le eine Voll­text­such­ma­schi­ne ist, soll­ten Tex­te auch such­ma­schi­nen­freund­lich er­stellt wer­den.

Auf­ga­be von SEO in Pro­mo­ti­on:

  • Si­cher­stel­lung, dass alle in­halt­lich wich­ti­gen Punk­te zu dem je­wei­li­gen The­ma er­fasst sind, so dass Goog­le den Text als re­le­vant für den Nut­zer ein­stuft.
  • Er­stel­lung von Meta Title und De­scrip­ti­on ent­spre­chend der Goog­le-Vor­ga­ben und so, dass der Nut­zer die Leis­tun­gen so­fort er­kennt und ein Reiz ent­steht, die Web­site in den SERPS an­zu­kli­cken
  • Ein­bin­dung von Rich Snip­pets zur Stei­ge­rung der Auf­merk­sam­keit und des Klick­rei­zes
  • Mark-up Texts wie z. B. FAQ um mög­lichst viel Raum in den SERPs ein­zu­neh­men.
  • Der Con­tent muss auch für die Ziel­grup­pe sicht­bar ge­macht wer­den, das be­deu­tet er muss ak­tiv ver­brei­tet wer­den.
  • Ver­brei­tung von Con­tent in der Ziel­grup­pe durch See­ding Maß­nah­men

Eine wei­te­re Ein­schät­zung wel­chen Platz SEO im 4 P Mar­ke­ting Mix hat, fin­det man hier von Olaf Kopp.

Was ist das 7 P Mo­dell?

Das 4-P-Mo­dell wur­de vor al­lem für phy­si­sche Pro­duk­te ent­wi­ckelt. Da im­ma­te­ri­el­le Dienst­leis­tun­gen an­de­re An­for­de­run­gen ha­ben, wur­de es 1981 durch Booms & Bit­ner zum 7-P-Mo­dell er­wei­tert.

Marketing Mix 7-P Modell
Die drei weiteren Ps im Marketing Mix nach dem 7-P Modell

Per­so­nal­po­li­tik (Peo­p­le/Per­son­nel)

Die Per­so­nal­po­li­tik als fünf­tes „P“ ist be­son­ders im Dienst­leis­tungs-Mar­ke­ting von gro­ßer Be­deu­tung. Der Grund hier­für ist, dass Dienst­leis­tun­gen im Ge­gen­satz zu Pro­duk­ten im­ma­te­ri­ell sind. Da Dienst­leis­tun­gen durch Mit­ar­bei­ter er­bracht wer­den, kom­men die Kun­den haupt­säch­lich mit dem Per­so­nal des Un­ter­neh­mens in Kon­takt. Das Per­so­nal ist so­mit für den Kun­den ein wich­ti­ger In­di­ka­tor für die Qua­li­tät ei­ner Dienst- und Ser­vice­leis­tung. Da­her ist de­ren Qua­li­fi­ka­ti­on, Auf­tre­ten, Mo­ti­va­ti­on und Er­schei­nungs­bild eine wich­ti­ge Auf­ga­be für die Per­so­nal­po­li­tik.

In­stru­men­te der Per­so­nal­po­li­tik sind:

  • Per­so­nal­be­schaf­fung und Per­so­nal­aus­wahl
  • Qua­li­fi­ka­ti­on
  • An­reiz- und Be­loh­nungs­sys­te­me
  • Wei­ter­bil­dun­gen
  • Mo­ti­va­ti­on
  • Er­schei­nungs­bild und Auf­tre­ten des Per­so­nals

Pro­zess Ma­nage­ment (Pro­cess)

Hier­bei geht es dar­um, kun­den­ori­en­tier­te Ge­schäfts­pro­zes­se zu ent­wi­ckeln, zu op­ti­mie­ren und zu im­ple­men­tie­ren. Fol­gen­de Fra­gen sol­len im Be­reich „Pro­cess“ be­ant­wor­tet wer­den: was, wann, wie, wo­mit und von wem soll die je­wei­li­ge Dienst­leis­tung er­bracht wer­den. Der Ab­lauf der Leis­tungs­er­brin­gung hat ei­nen ho­hen Ein­fluss auf die Kun­den­zu­frie­den­heit. Dies be­trifft so­wohl die Er­brin­gung ei­ner phy­si­schen Dienst­leis­tung für ei­nen Kun­den als auch die Pro­zes­se im On­line Busi­ness.

Wenn zum Bei­spiel ein Nut­zer eine App nut­zen möch­te, er­fol­gen ver­schie­de­ne Pro­zes­se: zu­erst muss er die App her­un­ter­la­den (dies ist als ein Pro­zess zu se­hen), dann muss er sich re­gis­trie­ren (ein wei­te­rer in sich ab­ge­schlos­se­ner Pro­zess). Be­son­ders im On­line­han­del müs­sen die Pro­zes­se ein­wand­frei funk­tio­nie­ren, an­ge­fan­gen bei der über­sicht­li­chen Pro­dukt­prä­sen­ta­ti­on über eine nut­zer­freund­li­che Na­vi­ga­ti­on bis zu den Be­stell­vor­gän­gen und der Lie­fe­rung an den Kun­den. Pla­nung und Mo­del­lie­rung von Pro­zes­sen

  • Op­ti­mie­rung von Pro­zes­sen
  • In­te­gra­ti­on des Kun­den in die Pro­zes­se

Aus­stat­tungs­po­li­tik (Phy­si­cal Evi­dence)

Die Aus­stat­tungs­po­li­tik be­trifft die Ge­stal­tung der phy­si­schen Um­ge­bung wäh­rend der In­an­spruch­nah­me ei­ner Dienst­leis­tung oder beim Kauf ei­nes Pro­duk­tes. Kun­den möch­ten ihr Kauf­ri­si­ko mög­lichst mi­ni­mie­ren. Da­her su­chen sie in ei­ner Kauf­si­tua­ti­on nach In­di­ka­to­ren, die ih­nen Auf­schluss über die Qua­li­tät der Dienst­leis­tung ge­ben. Das re­prä­sen­ta­ti­ve Ver­kaufs­bü­ro ei­nes Ver­si­che­rungs­mak­lers, ein an­spre­chend ge­stal­te­ter Fri­seur­sa­lon oder ein sty­li­scher Shop si­gna­li­sie­ren dem Käu­fer, dass er gute Qua­li­tät zu er­war­ten hat und ge­ben ihm Ver­trau­en. In der di­gi­ta­len Welt ist die Web­site die „Ver­kauf­s­um­ge­bung“, da­her soll­te sie at­trak­tiv und nut­zer­freund­lich für die je­wei­li­ge Ziel­grup­pe ge­stal­tet sein.

  • Stand­ort
  • Ge­bäu­de / Räum­lich­kei­ten
  • Fahr­zeu­ge
  • Ge­schäfts­aus­stat­tung
  • In­ter­net­auf­tritt → dies ge­hört auch zur Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik

Wel­che Rol­le spielt SEO in den er­wei­ter­ten Ps?

SEO ist kein di­rek­tes In­stru­ment in den Be­rei­chen Peo­p­le, Place oder Pro­cess, aber SEO kann Ein­fluss auf die­se Be­rei­che ha­ben bzw. es gibt Aus­wir­kun­gen durch SEO auf die­se Be­rei­che.

Bei der Per­so­nal­po­li­tik: Gute Plat­zie­run­gen in den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen der Stel­len­aus­schrei­bun­gen kön­nen hel­fen, ge­schul­tes und mo­ti­vier­tes Fach­per­so­nal zu fin­den.

Im Pro­zess-Ma­nage­ment: Durch Key­word-Re­cher­che lässt sich her­aus­fin­den, was dem Nut­zer wich­tig ist. Die­se In­for­ma­tio­nen kön­nen wie­der­um da­bei hel­fen, das Pro­zess­ma­nage­ment zu ver­bes­sern.

Aus­stat­tungs­po­li­tik: Die­ses In­stru­ment soll klas­si­scher­wei­se das po­si­ti­ve Image ei­nes Un­ter­neh­mens durch Ge­schäfts­räu­me, La­den­lo­ka­le usw. her­aus­stel­len und zwar so­wohl off­line als auch on­line. Wenn ein On­line-Shop so kon­zi­piert ist, dass die Ver­weil­dau­er hoch und Ab­sprungra­ten nied­rig sind, führt dies zu po­si­ti­ven Nut­zer­si­gna­len und da­durch zu po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die Ran­kings.

SEO 7P Modell
Die Rolle von SEO im 7-P Modell

Der Be­zug zur di­gi­ta­len Welt fehlt in den klas­si­schen Mo­del­len teil­wei­se

Das 4-P-Mo­dell ent­stand 1960, die Er­wei­te­run­gen vor der Ent­wick­lung des On­line-Mar­ke­tings. Da­her las­sen sich vie­le In­stru­men­te zwar teil­wei­se auf das di­gi­ta­le Mar­ke­ting über­tra­gen, aber ei­ni­ge Fak­to­ren wer­den nicht be­rück­sich­tigt.

So wird in vie­len Ar­ti­keln das Pro­zess­ma­nage­ment nur in Be­zug auf klas­si­sche Ka­nä­le be­han­delt. Das Pro­zess­ma­nage­ment für On­line­shops – oft mit un­ge­dul­di­gen Kun­den und ho­hen tech­ni­schen An­for­de­run­gen – wird häu­fig nicht auf­ge­führt.

Das kun­den­ori­en­tier­te 4-C-Mo­dell nach Ro­bert Lau­ter­born (1990) über­setzt die an­bie­ter­zen­trier­ten 4 P in eine kun­den­ori­en­tier­te Sicht: Pro­duct → Con­su­mer (Kun­den­be­dürf­nis), Pri­ce → Cost (Ge­samt­kos­ten für den Kun­den), Place → Con­ve­ni­ence (Be­quem­lich­keit der Be­schaf­fung) und Pro­mo­ti­on → Com­mu­ni­ca­ti­on (Dia­log statt ein­sei­ti­ger Wer­bung). Es zählt zu den wich­tigs­ten Wei­ter­ent­wick­lun­gen des Mar­ke­ting-Mix.

Fa­zit: War­um der SEO Er­folg vom Mar­ke­ting Mix ab­hän­gig ist

SEO ist ein In­stru­ment der Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik, die wie­der­um in den ge­sam­ten Mar­ke­ting-Mix ein­ge­bet­tet sind. Um die Mar­ke­ting­zie­le zu er­rei­chen, soll­te je­des ein­zel­ne In­stru­ment op­ti­mal dar­auf aus­ge­rich­tet sein.

Wenn SEO-Maß­nah­men per­fekt durch­ge­führt wer­den, aber die Mar­ke­ting­zie­le den­noch nicht er­reicht wer­den, ist es wich­tig, zu prü­fen, wie es in den an­de­ren Mar­ke­ting-Mix-Be­rei­chen aus­sieht.

Bspw. im Be­reich Pro­dukt­po­li­tik wur­de ein man­gel­haf­tes oder un­at­trak­ti­ves Pro­dukt ent­wi­ckelt, kann dies durch an­de­re In­stru­men­te nur be­dingt aus­ge­gli­chen wer­den. An­ge­nom­men eine Schrei­ne­rei ver­kauft ei­nen Tisch in ih­rem On­line Shop. Die URL mit dem Tisch wird SEO-tech­nisch so op­ti­miert, dass sie im Goog­le Ran­king un­ter den ers­ten drei Such­ergeb­nis­sen ist. Das Pro­dukt wird also op­ti­mal ge­fun­den, die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik und Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik sind gut auf­ge­stellt. Der Nut­zer klickt auf das Such­ergeb­nis und sieht die Pro­dukt­fo­tos.

Auf den Fo­tos ist so­fort er­kenn­bar, dass das Tisch-De­sign (Pro­dukt­po­li­tik) völ­lig ver­al­tet ist. Zu­dem ist der Preis im Ver­gleich zu ähn­li­chen Pro­duk­ten von an­de­ren An­bie­tern re­la­tiv hoch. In die­sem Fall ist die Pro­dukt- und Preis­po­li­tik nicht op­ti­mal ge­stal­tet. Dies zeigt: Durch SEO-Maß­nah­men kann zwar Traf­fic ge­ne­riert wer­den, aber ob es dann zu ei­ner Kon­ver­tie­rung kommt, hängt u. a. da­von ab, ob in den an­de­ren Be­rei­chen al­les gut aus­ge­ar­bei­tet wur­de.

Im be­schrie­be­nen Bei­spiel kann dies so­gar ne­ga­ti­ve Ef­fek­te auf SEO ha­ben denn: wenn die Ver­weil­dau­er nur kurz ist auf dem Pro­dukt, weil der User so­fort er­kennt, dass das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis nicht stimmt, sen­det dies ne­ga­ti­ve Si­gna­le an Goog­le.

Alle für SEO re­le­van­ten Un­ter­neh­mens­be­rei­che müs­sen in den SEO-Pro­zess in­te­griert wer­den.

SEO be­trifft vie­le ver­schie­de­ne Funk­tio­nen und Ab­tei­lun­gen in Un­ter­neh­men, zum Bei­spiel die IT-Ab­tei­lung, Ana­ly­tics, So­cial Me­dia, die Mar­ke­ting-und PR-Ab­tei­lung so­wie das Re­dak­ti­ons­team. Ein ent­schei­den­der Er­folgs­fak­tor für ef­fek­ti­ve Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ist da­her, dass alle Be­rei­che von An­fang an in die SEO-Pla­nung mit ein­be­zo­gen wer­den.

In die­sen Punk­ten ar­bei­ten SEOs mit den ver­schie­de­nen Un­ter­neh­mens­be­rei­chen zu­sam­men:

Mar­ke­ting-Ab­tei­lung

Die­se ent­wi­ckelt die über­grei­fen­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie für Off­line- und On­line-Maß­nah­men und stellt stra­te­gi­sche In­for­ma­tio­nen wie z. B. Ziel­grup­pen­ana­ly­se und Kauf­ver­hal­ten zur Ver­fü­gung, die­se sind u. a. wich­tig für die Er­ar­bei­tung der Cus­to­mer Jour­ney. Die Mar­ke­ting-Ab­tei­lung pro­fi­tiert wie­der­um von SEO-Ana­ly­sen wie das Such­ver­hal­ten der Nut­zer oder Wett­be­werbs­ana­ly­sen.

Die kon­ti­nu­ier­li­che Ko­or­di­na­ti­on zwi­schen PPC und SEO stei­gert die Per­for­mance die­ser Maß­nah­men. Mit PPC kann schnell ge­tes­tet wer­den, wel­che Key­words Traf­fic brin­gen und die­se kön­nen dann für SEO ver­wen­det wer­den.

IT-Ab­tei­lung/Ent­wick­ler

Die enge Ko­ope­ra­ti­on ist wich­tig, da­mit die tech­ni­schen SEO-Maß­nah­men im Code um­ge­setzt wer­den kön­nen. Hier kommt es vor, dass auf­grund be­stimm­ter Ge­ge­ben­hei­ten tech­ni­sche SEO-Maß­nah­men nicht um­ge­setzt wer­den kön­nen – da­für soll­ten SEOs und Ent­wick­ler ver­su­chen eine trag­ba­re Lö­sung zu fin­den. So­wohl SEO als auch Web­site-Pfle­ge sind fort­lau­fen­de Pro­zes­se, die eng mit­ein­an­der ko­or­di­niert wer­den soll­ten.

Re­dak­ti­ons­team

Da re­le­van­ter Con­tent ein wich­ti­ger Ran­king­fak­tor ist, sind Tex­te ein wich­ti­ger SEO-Bau­stein. Die Tex­ter be­nö­ti­gen vom SEO-Team die wich­tigs­ten Key­words, um auf die­ser Ba­sis dann Con­tent zu er­stel­len, der für die­se Key­words ran­ken soll.

Da­ten­ma­nage­ment / Goog­le Ana­ly­tics

Goog­le be­zieht Nut­zer­si­gna­le in die Ran­kings ein, also ist es für SEO wich­tig, das Nut­zer­ver­hal­ten zu ana­ly­sie­ren. Ein wich­ti­ges Tool da­für ist Goog­le Ana­ly­tics. Hier kann man z. B. er­ken­nen, wie vie­le der Su­chen­den auf der Sei­te ver­weilt ha­ben und kann dann ent­spre­chend schlech­te URLs op­ti­mie­ren. Die Da­ten aus der In-Page-Ana­ly­se hel­fen bei Maß­nah­men zur in­ter­nen Ver­lin­kung.

Be­reits zu Be­ginn der SEO-Mar­ke­ting-Maß­nah­men soll­ten alle Be­tei­lig­ten in ei­nem Work­shop be­spre­chen, wie die Zu­sam­men­ar­beit or­ga­ni­siert wer­den soll, um ei­nen rei­bungs­frei­en Ab­lauf zu si­chern. Nur so kann SEO im Un­ter­neh­men er­folg­reich um­ge­setzt wer­den.

Quellen

SEO- & GEO-Check

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